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Psyche & Nervensystem

Ichdystone Sexualorientierung

Die ichdystone Sexualorientierung ist eine diagnostische Kategorie für ein psychisches Leiden, das entsteht, wenn eine Person ihre eigene, an sich fachlich unauffällige sexuelle Orientierung als nicht mit dem eigenen Selbstbild, den eigenen Wertvorstellungen oder Lebensvorstellungen vereinbar erlebt und sich aus diesem Grund eine andere Orientierung wünscht, gegebenenfalls verbunden mit dem Versuch, an einer Veränderungsbehandlung teilzunehmen. Wichtig ist die fachliche Klarstellung, dass die sexuelle Orientierung selbst, unabhängig von ihrer Ausprägung, keinen Krankheitswert besitzt. Behandlungsbedürftig ist bei dieser Diagnosekategorie ausschließlich das psychische Leiden, das aus dem inneren Konflikt zwischen der tatsächlichen Orientierung und dem als unvereinbar erlebten eigenen Selbstbild entsteht, häufig verstärkt durch gesellschaftliche, familiäre oder religiöse Erwartungen.

Ursachen

Das dieser Diagnose zugrunde liegende psychische Leiden entsteht in der Regel durch einen inneren Konflikt zwischen der tatsächlichen sexuellen Orientierung einer Person und internalisierten gesellschaftlichen, familiären oder religiösen Normen und Erwartungen, die diese Orientierung als nicht akzeptabel bewerten. Ein Aufwachsen in einem Umfeld mit ausgeprägt ablehnender Haltung gegenüber bestimmten sexuellen Orientierungen kann dazu führen, dass Betroffene diese ablehnende Haltung gegenüber sich selbst internalisieren und die eigene Orientierung als belastend und unerwünscht erleben, ein Prozess, der auch als internalisierte Stigmatisierung bezeichnet wird. Auch der Wunsch, familiären oder religiösen Erwartungen zu entsprechen oder befürchtete soziale Konsequenzen einer offenen Akzeptanz der eigenen Orientierung zu vermeiden, können zur Entstehung des inneren Konflikts beitragen.

Symptome

Betroffene erleben einen ausgeprägten inneren Konflikt zwischen ihrer tatsächlichen sexuellen Orientierung und dem Wunsch, eine andere Orientierung zu haben, häufig begleitet von erheblichen Scham- und Schuldgefühlen, Selbstablehnung sowie einem vermindertem Selbstwertgefühl. Viele Betroffene zeigen depressive Verstimmungen, ausgeprägte Ängste oder sozialen Rückzug, die eng mit dem inneren Konflikt um die eigene sexuelle Identität verknüpft sind. In manchen Fällen versuchen Betroffene, ihre Orientierung aktiv zu unterdrücken oder zu verändern, was mit erheblicher psychischer Anspannung und in manchen Fällen mit dem Wunsch nach fachlich nicht empfohlenen Veränderungsbehandlungen einhergehen kann. Das Leiden bezieht sich dabei ausschließlich auf den inneren Konflikt und die damit verbundene Belastung, nicht auf die Orientierung als solche.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch ein einfühlsames, wertneutrales klinisches Gespräch, in dem der innere Konflikt zwischen der tatsächlichen sexuellen Orientierung und dem eigenen Selbstbild, die damit verbundenen Belastungsfaktoren sowie begleitende psychische Symptome sorgfältig erfasst werden. Zentral für die diagnostische Einordnung ist die klare fachliche Vermittlung, dass die sexuelle Orientierung selbst keinen Krankheitswert besitzt und ausschließlich das aus dem inneren Konflikt resultierende psychische Leiden behandlungsbedürftig ist. Auch die Erfassung des familiären, gesellschaftlichen und religiösen Umfelds sowie möglicher Diskriminierungserfahrungen ist wichtiger Bestandteil der umfassenden diagnostischen Abklärung, um die Belastungsfaktoren umfassend zu verstehen.

Behandlung

Die fachlich empfohlene Behandlung zielt nicht auf eine Veränderung der sexuellen Orientierung ab, da entsprechende Veränderungsversuche fachlich nicht empfohlen werden und nach heutigem Kenntnisstand nicht wirksam sind, sondern mit erheblichen psychischen Risiken verbunden sein können. Im Zentrum der Behandlung steht stattdessen eine unterstützende, wertschätzende Psychotherapie, die der betroffenen Person hilft, den inneren Konflikt zu bearbeiten, ein positiveres Verhältnis zur eigenen sexuellen Identität zu entwickeln und internalisierte ablehnende Haltungen abzubauen. Auch die Stärkung von Selbstakzeptanz und Resilienz sowie die Einbindung unterstützender sozialer Netzwerke, etwa Beratungsstellen, können hilfreich sein. Bei begleitenden psychischen Symptomen wie Depression oder Angst kann eine ergänzende gezielte Behandlung sinnvoll sein.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf hängt maßgeblich davon ab, inwieweit es gelingt, den inneren Konflikt zwischen tatsächlicher Orientierung und Selbstbild zu bearbeiten und eine akzeptierende Haltung gegenüber der eigenen Identität zu entwickeln. Mit einfühlsamer, wertschätzender therapeutischer Unterstützung sowie einem zunehmend akzeptierenden Umfeld erleben viele Betroffene im Laufe der Zeit eine deutliche Reduktion des psychischen Leidensdrucks. Bleibt der innere Konflikt unbearbeitet oder besteht weiterhin ein stark ablehnendes soziales Umfeld, kann die Belastung über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Insgesamt ist die Prognose bei fachgerechter, wertschätzender Unterstützung günstig, da die zugrunde liegende sexuelle Orientierung selbst keinen Krankheitswert besitzt und sich das psychische Leiden mit der richtigen Begleitung meist deutlich lindern lässt.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Ist die sexuelle Orientierung bei dieser Diagnose das eigentliche Problem?

Nein, die sexuelle Orientierung selbst besitzt keinen Krankheitswert; behandlungsbedürftig ist ausschließlich das psychische Leiden, das aus dem inneren Konflikt mit dem eigenen Selbstbild entsteht.

Werden Veränderungsbehandlungen der sexuellen Orientierung empfohlen?

Nein, solche Veränderungsversuche werden fachlich nicht empfohlen, da sie nach heutigem Kenntnisstand nicht wirksam sind und mit erheblichen psychischen Risiken verbunden sein können.

Welche Behandlung wird stattdessen empfohlen?

Eine unterstützende, wertschätzende Psychotherapie, die den inneren Konflikt bearbeitet und die Selbstakzeptanz stärkt, gilt als fachlich empfohlener Behandlungsansatz.

Welche Rolle spielt das familiäre und gesellschaftliche Umfeld?

Ein ablehnendes Umfeld kann den inneren Konflikt verstärken, während ein zunehmend akzeptierendes Umfeld die Bearbeitung des Konflikts und die langfristige Prognose deutlich verbessern kann.

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