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Orthopädie & Bewegungsapparat

Hypermobilitätssyndrom

Das Hypermobilitätssyndrom bezeichnet eine über das übliche Maß hinausgehende Beweglichkeit mehrerer Gelenke, die bei einem Teil der Betroffenen zusätzlich mit Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Instabilitätsgefühl und häufigeren Verstauchungen einhergeht. Während viele Menschen mit beweglichen Gelenken, etwa Turner oder Tänzerinnen, davon sogar profitieren, entwickelt ein Teil der Betroffenen im Laufe der Zeit belastende, chronische Beschwerden am Bewegungsapparat.

Ursachen

Grundlage ist meist eine erblich bedingte, etwas nachgiebigere Struktur des Bindegewebes, das Bänder und Gelenkkapseln stabilisiert. Diese Veranlagung ist häufig, tritt gehäuft innerhalb von Familien auf und lässt sich meist keinem einzelnen, klar abgrenzbaren Krankheitsbild zuordnen, sofern keine begleitenden Auffälligkeiten an Haut, Gefäßen oder inneren Organen bestehen, die auf eine spezifischere Bindegewebserkrankung hinweisen würden.

Symptome

Betroffene können ihre Gelenke, insbesondere Finger, Ellenbogen, Knie und Hüfte, deutlich über das übliche Maß hinaus überstrecken. Ein Teil entwickelt wiederkehrende Gelenkschmerzen, besonders nach Belastung, ein Gefühl der Instabilität, häufigere Verstauchungen und Verrenkungen sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit der Muskulatur, die versucht, die locker geführten Gelenke zusätzlich zu stabilisieren. Manche Betroffene berichten zusätzlich über eine erhöhte Neigung zu blauen Flecken oder Rückenschmerzen.

Diagnostik

Die Beweglichkeit der Gelenke wird anhand eines standardisierten Punktesystems (Beighton-Score) erfasst, das die Überstreckbarkeit mehrerer typischer Gelenke prüft. Zur Diagnose eines behandlungsbedürftigen Hypermobilitätssyndroms müssen zusätzlich zur erhöhten Beweglichkeit tatsächliche Beschwerden wie Schmerzen oder Instabilität vorliegen. Bei Verdacht auf zusätzliche Auffälligkeiten, etwa an Haut oder Herz-Kreislauf-System, wird eine weiterführende Untersuchung eingeleitet, um seltenere, spezifischere Bindegewebserkrankungen abzugrenzen.

Behandlung

Im Mittelpunkt steht eine gezielte physiotherapeutische Kräftigung der Muskulatur rund um die betroffenen Gelenke, um die durch das lockere Bindegewebe fehlende passive Stabilität muskulär auszugleichen. Schmerzmittel können bei akuten Beschwerden kurzfristig helfen, sollten aber nicht die Grundlage der Behandlung bilden. Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr für die betroffenen Gelenke werden nach Möglichkeit gemieden oder angepasst, während gelenkschonende Ausdauer- und Kräftigungssportarten empfohlen werden.

Verlauf und Prognose

Bei vielen Betroffenen bessern sich die Beschwerden durch konsequente muskuläre Stabilisierung deutlich, auch wenn die zugrunde liegende Bindegewebseigenschaft selbst nicht verändert werden kann. Manche Betroffene bemerken mit zunehmendem Alter durch natürliche Bindegewebsveränderungen eine gewisse Abnahme der Beweglichkeit und der damit verbundenen Beschwerden. Eine frühzeitige muskuläre Stabilisierung, besonders bei Kindern und Jugendlichen mit ausgeprägter Hypermobilität, kann helfen, spätere chronische Beschwerden zu vermeiden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist bewegliche Gelenke haben automatisch eine Krankheit?

Nein, viele Menschen mit beweglichen Gelenken haben keine Beschwerden und benötigen keine Behandlung; von einem Syndrom spricht man erst, wenn zusätzlich Schmerzen oder Instabilität bestehen.

Können Kinder mit sehr beweglichen Gelenken normalen Sport treiben?

In den meisten Fällen ja, mit angepasster Belastung und gezieltem Muskelaufbau; bei ausgeprägten Beschwerden sollte gemeinsam mit Physiotherapie eine passende Sportart gewählt werden.

Hilft Dehnen bei diesem Syndrom?

Eher nicht als Hauptmaßnahme, da die Gelenke ohnehin überbeweglich sind; im Vordergrund steht stattdessen eine gezielte Kräftigung der umgebenden Muskulatur zur Stabilisierung.

Wann sollte an eine speziellere Bindegewebserkrankung gedacht werden?

Wenn zusätzlich zur Gelenküberbeweglichkeit auffällige Hautveränderungen, eine ungewöhnlich dehnbare Haut, Gefäßauffälligkeiten oder eine familiäre Häufung schwererer Beschwerden bestehen, sollte eine spezialisierte Abklärung erfolgen.

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