Anisakiasis
Die Anisakiasis ist eine parasitäre Infektion des Magen-Darm-Trakts, verursacht durch das Verschlucken lebender Larven des Fadenwurms Anisakis, der natürlicherweise in vielen Meeresfischen vorkommt. Die Infektion entsteht durch den Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem, gepökeltem oder geräuchertem Fisch, wie er etwa in Sushi, Sashimi, Graved Lachs oder mariniertem Hering enthalten sein kann. Die Erkrankung ist in Ländern mit hohem Rohfischkonsum wie Japan besonders häufig, kommt aber weltweit vor.
Ursachen
Anisakis-Larven leben natürlicherweise im Verdauungstrakt von Meeresfischen und Kopffüßern. Gelangen sie mit dem Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem, tiefgefrorenem oder gepökeltem Fisch in den menschlichen Magen-Darm-Trakt, können sie sich vorübergehend in die Magen- oder Darmwand einbohren, wo sie eine örtliche Entzündungsreaktion auslösen. Der Mensch ist dabei ein Fehlwirt, in dem sich der Parasit nicht weiterentwickeln kann.
Symptome
Bei Befall des Magens treten meist innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr akute, oft heftige Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Bei Befall des Darms können sich die Beschwerden über Tage entwickeln und krampfartige Bauchschmerzen, Durchfall oder, seltener, ein Darmverschluss durch die entzündliche Schwellung entstehen. Bei manchen Betroffenen tritt zusätzlich eine allergische Reaktion auf Bestandteile des Parasiten auf, die von Hautausschlag bis zu einer schweren anaphylaktischen Reaktion reichen kann.
Diagnostik
Bei Magenbefall kann eine Magenspiegelung die Larve direkt im Magen sichtbar machen und ermöglicht gleichzeitig ihre Entfernung. Bei Darmbefall ist die Diagnose schwieriger, da der Wurm endoskopisch schwerer erreichbar ist; hier stützen sich Ärzte auf die typische Krankengeschichte mit vorausgegangenem Rohfischverzehr, bildgebende Untersuchungen des Bauches sowie gegebenenfalls den Nachweis spezifischer Antikörper im Blut.
Behandlung
Bei Magenbefall wird die Larve, wenn möglich, direkt im Rahmen der Magenspiegelung entfernt, was die Beschwerden meist rasch beendet. Bei Darmbefall ohne Komplikationen heilt die Infektion häufig von selbst aus, da die Larve im menschlichen Darm nicht überleben kann und abstirbt; unterstützend werden Schmerzmittel und bei Bedarf entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Bei einem drohenden Darmverschluss durch die entzündliche Schwellung kann in seltenen Fällen eine Operation notwendig werden.
Verlauf und Vorbeugung
Die meisten Fälle heilen innerhalb weniger Tage bis Wochen folgenlos aus, insbesondere wenn die Larve bei Magenbefall endoskopisch entfernt wird. Zur Vorbeugung sollte Fisch, der roh verzehrt werden soll, vor der Zubereitung ausreichend tiefgefroren werden, da dies die Larven zuverlässig abtötet; entsprechende Vorschriften für gewerblich verarbeiteten Rohfisch bestehen in vielen Ländern, darunter der Europäischen Union. Ausreichendes Durcherhitzen von Fisch tötet die Larven ebenfalls sicher ab.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Anisakiasis: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Sushi deshalb generell riskant?
In der EU muss für den Rohverzehr bestimmter Fisch aus hygienerechtlichen Gründen vorab ausreichend gefroren werden, was das Risiko einer Anisakiasis stark verringert, wenn diese Vorschriften eingehalten werden.
Kann man die Larve einfach mitkochen oder mitbraten?
Ausreichendes Erhitzen tötet die Larven zuverlässig ab, weshalb durchgegarter Fisch praktisch kein Risiko für eine Anisakiasis birgt.
Wie lange dauert es, bis Beschwerden nach dem Verzehr auftreten?
Bei Magenbefall meist innerhalb weniger Stunden, bei Darmbefall können sich die Beschwerden über mehrere Tage entwickeln.
Kann eine Anisakiasis eine Fischallergie auslösen?
Bestandteile des Parasiten können bei manchen Menschen eine allergische Reaktion auslösen, die auch unabhängig von einer echten Fischallergie besteht und in seltenen Fällen schwer verlaufen kann.
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