Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Verdauung & Magen-Darm

Hernia diaphragmatica (Zwerchfellbruch)

Das Zwerchfell ist der große, kuppelförmige Muskel, der den Brustraum vom Bauchraum trennt und eine zentrale Rolle bei der Atmung spielt. Eine Hernia diaphragmatica, im Deutschen Zwerchfellbruch genannt, bezeichnet einen Durchtritt von Bauchorganen, meist Teilen des Magens oder Darms, durch eine angeborene oder erworbene Lücke im Zwerchfell in den Brustraum hinein. Während bei Neugeborenen ein Zwerchfellbruch meist auf einer angeborenen Fehlbildung beruht und bereits kurz nach der Geburt schwere Atemprobleme verursachen kann, entsteht ein Zwerchfellbruch im Erwachsenenalter meist erworben, etwa nach einer schweren Verletzung des Brustkorbs oder Bauchraums, und kann über lange Zeit unbemerkt bleiben, bevor er durch Verlagerung von Bauchorganen in den Brustraum Beschwerden verursacht.

Ursachen

Bei Neugeborenen entsteht ein Zwerchfellbruch durch eine unvollständige Verschmelzung des Zwerchfells während der frühen embryonalen Entwicklung, wodurch eine Lücke bestehen bleibt, durch die Bauchorgane bereits während der Schwangerschaft in den Brustraum gelangen und die Entwicklung der Lunge beeinträchtigen können. Im Erwachsenenalter entsteht ein Zwerchfellbruch meist erworben, häufig als Folge einer schweren, stumpfen oder durchdringenden Verletzung des Brustkorbs oder Bauchraums, etwa bei einem schweren Verkehrsunfall, bei der das Zwerchfell einreißt. Seltener kann sich im Laufe des Lebens eine Schwachstelle im Zwerchfell entwickeln, durch die sich bei erhöhtem Druck im Bauchraum, etwa durch chronisches Husten oder starkes Pressen, allmählich ein Bruch bilden kann. Nach bestimmten operativen Eingriffen im Bereich des Zwerchfells besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Symptome

Bei Neugeborenen mit einem angeborenen Zwerchfellbruch zeigt sich unmittelbar nach der Geburt eine schwere Atemnot mit erhöhter Atemfrequenz, sichtbaren Einziehungen des Brustkorbs sowie einer bläulichen Verfärbung der Haut, da die in den Brustraum verlagerten Bauchorgane die Entwicklung und Entfaltung der Lunge erheblich beeinträchtigen. Im Erwachsenenalter kann ein Zwerchfellbruch über lange Zeit unbemerkt bleiben oder sich durch unspezifische Beschwerden wie ein Völlegefühl, Sodbrennen sowie gelegentliche Atembeschwerden bemerkbar machen, insbesondere nach dem Essen oder im Liegen. Bei einer akuten, ausgeprägten Verlagerung von Darmanteilen in den Brustraum, insbesondere wenn diese eingeklemmt werden, können plötzliche, starke Brust- oder Bauchschmerzen sowie ausgeprägte Atemnot auftreten, was einen akuten Notfall darstellt.

Diagnostik

Ein angeborener Zwerchfellbruch wird häufig bereits während der Schwangerschaft durch eine Ultraschalluntersuchung erkannt, bei der sich Bauchorgane im Brustraum des ungeborenen Kindes darstellen lassen. Nach der Geburt bestätigt eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs die Diagnose. Im Erwachsenenalter wird ein Zwerchfellbruch häufig zufällig im Rahmen einer aus anderem Grund durchgeführten Röntgenaufnahme oder Computertomographie des Brustkorbs entdeckt, da die Beschwerden oft unspezifisch sind. Bei Verdacht auf eine akute Einklemmung von Darmanteilen im Bereich des Zwerchfellbruchs wird umgehend eine Computertomographie durchgeführt, um das Ausmaß der Verlagerung sowie eine mögliche Beeinträchtigung der Durchblutung des eingeklemmten Gewebes zu beurteilen.

Behandlung

Ein angeborener Zwerchfellbruch bei Neugeborenen erfordert nach initialer intensivmedizinischer Stabilisierung der Atmung eine operative Korrektur, bei der die verlagerten Bauchorgane in ihre normale Position zurückgebracht und die Lücke im Zwerchfell verschlossen werden. Im Erwachsenenalter wird ein zufällig entdeckter, beschwerdefreier Zwerchfellbruch häufig zunächst nur beobachtet, während bei bestehenden Beschwerden oder einem erhöhten Risiko für eine Einklemmung eine operative Korrektur empfohlen wird, bei der die Bauchorgane zurückverlagert und die Zwerchfelllücke verschlossen werden, häufig mittels minimalinvasiver Operationstechnik. Bei einer akuten Einklemmung mit Gefährdung der Durchblutung des betroffenen Gewebes ist eine notfallmäßige Operation notwendig, um bleibende Schäden zu verhindern.

Verlauf und Prognose

Die Prognose eines angeborenen Zwerchfellbruchs bei Neugeborenen hängt wesentlich davon ab, wie stark die Lungenentwicklung durch die verlagerten Bauchorgane während der Schwangerschaft beeinträchtigt wurde, wobei die intensivmedizinische Versorgung in den ersten Lebenstagen entscheidend für das Überleben ist. Bei rechtzeitiger operativer Behandlung überleben viele betroffene Kinder, wobei manche im weiteren Verlauf eine eingeschränkte Lungenfunktion behalten. Ein im Erwachsenenalter entdeckter, beschwerdefreier Zwerchfellbruch kann über lange Zeit stabil bleiben, birgt jedoch ein gewisses Risiko für eine spätere Einklemmung von Bauchorganen, die einen Notfall darstellt. Nach erfolgreicher operativer Korrektur ist die langfristige Prognose in der Regel gut, wobei ein gewisses Risiko für ein erneutes Auftreten besteht.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist ein angeborener Zwerchfellbruch für Neugeborene so gefährlich?

Weil die während der Schwangerschaft in den Brustraum verlagerten Bauchorgane die Entwicklung und Entfaltung der Lunge erheblich beeinträchtigen können, was unmittelbar nach der Geburt zu einer schweren Atemnot führt.

Kann ein Zwerchfellbruch im Erwachsenenalter unbemerkt bleiben?

Ja, er kann über lange Zeit unbemerkt bleiben oder nur unspezifische Beschwerden wie Völlegefühl oder Sodbrennen verursachen, bis er zufällig entdeckt wird oder Komplikationen wie eine Einklemmung auftreten.

Was passiert bei einer Einklemmung von Darmanteilen im Zwerchfellbruch?

Es können plötzliche, starke Brust- oder Bauchschmerzen sowie ausgeprägte Atemnot auftreten, da die Durchblutung des eingeklemmten Gewebes beeinträchtigt sein kann, was eine notfallmäßige Operation erforderlich macht.

Muss jeder Zwerchfellbruch im Erwachsenenalter operiert werden?

Nicht zwingend, ein zufällig entdeckter, beschwerdefreier Zwerchfellbruch wird häufig zunächst nur beobachtet. Bei bestehenden Beschwerden oder erhöhtem Einklemmungsrisiko wird jedoch eine operative Korrektur empfohlen.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen