Hakenwurm-Krankheit
Die Hakenwurm-Krankheit wird durch verschiedene Hakenwurmarten verursacht, deren Larven sich in feuchtem, warmem Erdboden entwickeln und durch direkten Hautkontakt, meist über die bloßen Füße, in den menschlichen Körper eindringen können. Nach dem Eindringen durch die Haut wandern die Larven über die Blutbahn zur Lunge, werden hochgehustet und verschluckt, bevor sie sich im Dünndarm zu erwachsenen Würmern entwickeln, die sich dort mit einem kräftigen Mundwerkzeug an der Darmwand festsetzen und von dort kontinuierlich kleine Mengen Blut aufnehmen. Diese fortwährende, geringe Blutentnahme durch die Würmer kann bei einem ausgeprägten und lang anhaltenden Befall zu einer relevanten, chronischen Blutarmut führen, die insbesondere für Kinder und schwangere Frauen eine ernstzunehmende gesundheitliche Belastung darstellen kann.
Ursachen
Die Hakenwurm-Krankheit entsteht durch den direkten Hautkontakt mit Erdboden, der mit Hakenwurmlarven kontaminiert ist, wobei die Larven typischerweise über die bloßen Füße in den Körper eindringen, weshalb barfüßiges Gehen in betroffenen Regionen einen wichtigen Risikofaktor darstellt. Die Larven entwickeln sich aus Eiern, die zuvor mit dem Stuhl infizierter Personen in feuchten, warmen Boden gelangt sind, und benötigen für ihre weitere Entwicklung im Erdboden bestimmte klimatische Bedingungen, weshalb die Erkrankung vor allem in wärmeren, feuchten Regionen mit unzureichender sanitärer Infrastruktur verbreitet ist. Nach dem Eindringen durch die Haut durchlaufen die Larven einen ähnlichen Wanderungsweg über die Lunge wie andere Wurmarten, bevor sie sich im Dünndarm ansiedeln.
Symptome
Beim Eindringen der Larven durch die Haut kann eine lokale, juckende Hautreizung an der Eintrittsstelle auftreten. Während der Wanderungsphase durch die Lunge können vorübergehend Husten und leichte Atembeschwerden bestehen. Die charakteristischen Beschwerden der Hakenwurm-Krankheit entwickeln sich jedoch erst durch den chronischen Blutverlust, den die im Darm sitzenden erwachsenen Würmer verursachen, und äußern sich durch die typischen Symptome einer Blutarmut wie Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit bei Anstrengung sowie eine verminderte Leistungsfähigkeit. Bei Kindern kann ein lang anhaltender, ausgeprägter Befall zu einer Wachstums- und Entwicklungsverzögerung beitragen, während bei schwangeren Frauen die zusätzliche Blutarmut sowohl die eigene Gesundheit als auch die des ungeborenen Kindes beeinträchtigen kann.
Diagnostik
Die Diagnose der Hakenwurm-Krankheit wird durch den mikroskopischen Nachweis der charakteristischen Wurmeier in einer Stuhlprobe gestellt. Eine Blutuntersuchung zeigt bei einem ausgeprägten, lang anhaltenden Befall die typischen Veränderungen einer chronischen Blutarmut, häufig kombiniert mit einem Eisenmangel, der durch den fortwährenden Blutverlust entsteht. Eine sorgfältige Anamnese, insbesondere zu barfüßigem Gehen in Regionen mit bekanntem Vorkommen der Hakenwurm-Krankheit, liefert wichtige zusätzliche Hinweise auf die mögliche Infektionsquelle. Bei unklarer Blutarmut sollte bei entsprechender Reiseanamnese auch an diese Wurmerkrankung als mögliche Ursache gedacht werden.
Behandlung
Die Behandlung der Hakenwurm-Krankheit erfolgt durch die Einnahme eines gegen Würmer wirksamen Medikaments, das die erwachsenen Würmer im Darm abtötet und in der überwiegenden Mehrheit der Fälle sehr wirksam ist. Bei einer bereits eingetretenen, relevanten Blutarmut wird zusätzlich eine gezielte Eisensubstitution eingeleitet, um den durch den chronischen Blutverlust entstandenen Eisenmangel auszugleichen und die Blutbildung zu unterstützen. Bei sehr ausgeprägter Blutarmut, insbesondere bei Kindern oder schwangeren Frauen, kann in seltenen, schweren Fällen eine Bluttransfusion notwendig werden. In Regionen mit hoher Verbreitung der Erkrankung werden regelmäßige, vorbeugende Entwurmungsprogramme für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen durchgeführt.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung heilt die Hakenwurm-Krankheit in aller Regel folgenlos aus, wobei sich eine bereits eingetretene Blutarmut nach erfolgreicher Behandlung und Eisensubstitution im Laufe mehrerer Wochen bis Monate zurückbildet. Bleibt ein ausgeprägter Befall über längere Zeit unbehandelt, kann die anhaltende, chronische Blutarmut insbesondere bei Kindern zu einer Wachstums- und Entwicklungsverzögerung sowie bei schwangeren Frauen zu Komplikationen für Mutter und Kind führen. Das konsequente Tragen von Schuhen beim Gehen auf potenziell kontaminiertem Erdboden sowie eine verbesserte sanitäre Infrastruktur in betroffenen Regionen zählen zu den wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung dieser Erkrankung.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Hakenwurm-Krankheit: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie gelangen Hakenwürmer in den menschlichen Körper?
Die Larven dringen typischerweise durch direkten Hautkontakt mit kontaminiertem, feuchtem Erdboden ein, meist über die bloßen Füße, weshalb barfüßiges Gehen in betroffenen Regionen einen wichtigen Risikofaktor darstellt.
Warum verursacht die Hakenwurm-Krankheit eine Blutarmut?
Weil sich die erwachsenen Würmer mit einem kräftigen Mundwerkzeug an der Darmwand festsetzen und von dort kontinuierlich kleine Mengen Blut aufnehmen, was bei ausgeprägtem, lang anhaltendem Befall zu einer chronischen Blutarmut führen kann.
Warum ist die Erkrankung für Kinder und schwangere Frauen besonders bedeutsam?
Weil eine ausgeprägte, chronische Blutarmut bei Kindern zu einer Wachstums- und Entwicklungsverzögerung sowie bei schwangeren Frauen zu Komplikationen für die eigene Gesundheit und die des ungeborenen Kindes führen kann.
Wie kann man sich vor einer Hakenwurm-Infektion schützen?
Durch das konsequente Tragen von Schuhen beim Gehen auf potenziell kontaminiertem Erdboden in betroffenen Regionen sowie eine verbesserte sanitäre Infrastruktur, die die Kontamination des Bodens mit infektiösem Stuhl verringert.
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