Hämatometra
Die Hämatometra bezeichnet eine Ansammlung von Blut innerhalb der Gebärmutterhöhle, die entsteht, wenn der reguläre Abfluss des Menstruationsblutes über den Gebärmutterhals und die Scheide durch eine Verlegung behindert ist. Diese Verlegung kann angeboren sein, etwa bei einer von Geburt an bestehenden Fehlbildung des Genitaltraktes, die häufig erst mit dem Einsetzen der ersten Regelblutung in der Pubertät auffällt, oder erworben, etwa durch eine narbige Verengung des Gebärmutterhalses nach einer vorausgegangenen Operation, Entzündung oder Bestrahlungsbehandlung. Da sich das monatlich anfallende Menstruationsblut bei bestehender Abflussbehinderung zunehmend in der Gebärmutterhöhle ansammelt, kommt es zu einer fortschreitenden Ausdehnung der Gebärmutter, die charakteristische, zyklusabhängig zunehmende Beschwerden verursachen kann.
Ursachen
Die häufigste Ursache einer angeborenen Hämatometra ist eine von Geburt an bestehende Fehlbildung des weiblichen Genitaltraktes, insbesondere ein fehlender Durchbruch des Jungfernhäutchens, das den Abfluss des Menstruationsblutes trotz normal ausgebildeter innerer Geschlechtsorgane vollständig verhindert. Bei erworbenen Formen der Hämatometra liegt meist eine narbige Verengung oder ein vollständiger Verschluss des Gebärmutterhalskanals zugrunde, der sich nach einer Operation am Gebärmutterhals, nach einer schweren Entzündung oder nach einer Bestrahlungsbehandlung im Beckenbereich entwickeln kann. Bei älteren, insbesondere postmenopausalen Frauen kann sich eine erworbene Verengung des Gebärmutterhalses auch ohne erkennbare vorausgegangene Behandlung im Rahmen der allgemeinen Gewebealterung entwickeln, wobei sich in diesem Fall statt frischen Menstruationsblutes häufig ein eingedicktes, seröses Sekret in der Gebärmutterhöhle ansammelt.
Symptome
Bei jungen Mädchen mit angeborener Abflussbehinderung äußert sich die Hämatometra typischerweise durch das Ausbleiben der erwarteten ersten Regelblutung trotz sonst regelrecht verlaufener körperlicher Entwicklung, begleitet von zunehmenden, zyklisch wiederkehrenden Unterbauchschmerzen, die durch die monatliche Ansammlung von Blut in der Gebärmutter entstehen. Bei erworbenen Formen berichten betroffene Frauen über ein Ausbleiben der Regelblutung trotz vorausgegangener Operation oder Behandlung des Gebärmutterhalses, kombiniert mit zunehmenden, krampfartigen Unterbauchschmerzen, die sich zyklusabhängig verstärken können. Bei ausgeprägter Ansammlung kann eine tastbare, druckempfindliche Vorwölbung im Unterbauch entstehen. Kommt es zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion des angesammelten Blutes, was als Pyometra bezeichnet wird, treten zusätzlich Fieber und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl auf.
Diagnostik
Die Diagnose der Hämatometra wird durch eine Ultraschalluntersuchung des Beckens gestellt, in der sich die Gebärmutterhöhle als deutlich erweiterte, mit echoreichem Inhalt gefüllte Struktur darstellt, die dem angesammelten Blut entspricht. Bei jungen Mädchen mit Verdacht auf eine angeborene Abflussbehinderung wird zusätzlich eine gynäkologische Untersuchung des äußeren Genitalbereichs durchgeführt, bei der sich ein fehlender Durchbruch des Jungfernhäutchens mit einer bläulich durchschimmernden, vorgewölbten Struktur zeigen kann. Bei Verdacht auf eine erworbene, narbige Verengung des Gebärmutterhalses bei erwachsenen Frauen kann eine Magnetresonanztomographie des Beckens zur genaueren Beurteilung der Ausdehnung sowie zur Abklärung möglicher zugrunde liegender Ursachen, etwa einer bösartigen Erkrankung, ergänzend eingesetzt werden.
Behandlung
Die Behandlung der Hämatometra richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache der Abflussbehinderung. Bei einem angeborenen, fehlenden Durchbruch des Jungfernhäutchens erfolgt eine kleine operative Eröffnung, durch die das angesammelte Blut umgehend abfließen kann und die Beschwerden sich meist unmittelbar deutlich bessern. Bei einer erworbenen narbigen Verengung des Gebärmutterhalskanals wird dieser durch eine vorsichtige, schrittweise Aufdehnung mit speziellen Instrumenten wieder durchgängig gemacht, wodurch das angesammelte Blut oder Sekret abfließen kann. Bei zusätzlich bestehender bakterieller Infektion des angesammelten Blutes ist eine gezielte antibiotische Behandlung notwendig. Bei älteren Frauen mit erworbener Verengung ist zudem eine sorgfältige Abklärung notwendig, um eine zugrunde liegende bösartige Erkrankung als Ursache der Verengung auszuschließen.
Verlauf und Prognose
Nach erfolgreicher Behebung der zugrunde liegenden Abflussbehinderung ist die Prognose der Hämatometra in der Regel sehr gut, wobei sich die Beschwerden nach der operativen Eröffnung oder Aufdehnung meist rasch und deutlich bessern. Bei jungen Mädchen mit angeborener Fehlbildung wird nach der Behandlung in der Regel eine normale monatliche Regelblutung sowie eine normale spätere Fruchtbarkeit erreicht. Wird die Abflussbehinderung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sich das angesammelte Blut über die Gebärmutter hinaus in die Eileiter zurückstauen, was zu Verwachsungen und einer möglichen Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führen kann. Bei erworbener Verengung mit zugrunde liegender bösartiger Erkrankung richtet sich die weitere Prognose nach dem Verlauf dieser Grunderkrankung.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Hämatometra: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist eine häufige Ursache bei jungen Mädchen?
Ein von Geburt an bestehender fehlender Durchbruch des Jungfernhäutchens, der den Abfluss des Menstruationsblutes trotz sonst normaler körperlicher Entwicklung verhindert.
Wie wird eine angeborene Abflussbehinderung behandelt?
Durch eine kleine operative Eröffnung, durch die das angesammelte Blut abfließen kann und sich die Beschwerden meist unmittelbar bessern.
Was ist eine Pyometra?
Eine zusätzliche bakterielle Infektion des in der Gebärmutter angesammelten Blutes, die mit Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl einhergeht.
Warum ist bei älteren Frauen mit erworbener Verengung eine sorgfältige Abklärung wichtig?
Weil eine zugrunde liegende bösartige Erkrankung als Ursache der Verengung ausgeschlossen werden muss.
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