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Innere Medizin

Gallengangskarzinom

Das Gallengangskarzinom (Cholangiokarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der aus den Zellen der Gallengänge innerhalb oder außerhalb der Leber entsteht. Er ist insgesamt selten, seine Häufigkeit hat in den letzten Jahrzehnten in vielen Ländern jedoch zugenommen. Da frühe Stadien meist keine oder nur unspezifische Beschwerden verursachen, wird die Erkrankung häufig erst entdeckt, wenn sie bereits fortgeschritten ist.

Ursachen

Die meisten Fälle entstehen ohne erkennbaren spezifischen Auslöser. Bekannte Risikofaktoren sind eine chronische Entzündung der Gallengänge, insbesondere die primär sklerosierende Cholangitis, chronische Gallengangssteine, bestimmte parasitäre Infektionen der Gallenwege in manchen Weltregionen sowie angeborene Fehlbildungen der Gallenwege. Auch eine Leberzirrhose und chronische Virushepatitiden gelten als Risikofaktoren, wenn auch schwächer ausgeprägt als beim hepatozellulären Karzinom.

Symptome

Tumoren in den außerhalb der Leber gelegenen Gallenwegen führen durch die entstehende Abflussstörung häufig relativ früh zu einer schmerzlosen Gelbsucht mit hellem Stuhl und dunklem Urin. Tumoren innerhalb der Leber verursachen dagegen oft lange keine oder nur unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit und ungewollten Gewichtsverlust, weshalb sie meist erst in fortgeschrittenem Stadium entdeckt werden. Juckreiz durch die gestaute Galle kann bei allen Formen zusätzlich auftreten.

Diagnostik

Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie und eine spezielle Magnetresonanztomografie der Gallenwege (MRCP) zeigen den Tumor und das Ausmaß der Gallenwegsverlegung. Zur Diagnosesicherung wird häufig eine Gewebeprobe benötigt, die je nach Tumorlage endoskopisch, über eine Punktion durch die Haut oder während einer Operation gewonnen wird. Bluttests, einschließlich bestimmter Tumormarker, ergänzen die Diagnostik, sind allein jedoch nicht beweisend.

Behandlung

Bei früh erkannten, örtlich begrenzten Tumoren bietet die vollständige operative Entfernung die einzige Aussicht auf Heilung, wobei der Eingriff je nach Tumorlage sehr umfangreich sein kann. Bei nicht operablen oder fortgeschrittenen Tumoren kommen Chemotherapie, teils in Kombination mit gezielten Medikamenten bei bestimmten genetischen Tumormerkmalen, sowie Verfahren zur Wiederherstellung des Galleabflusses, etwa mittels endoskopisch eingelegter Stents, zum Einsatz. Diese Maßnahmen lindern Beschwerden wie Gelbsucht und Juckreiz auch ohne Heilungsaussicht deutlich.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Gallengangskarzinoms ist insgesamt ernst, da die Erkrankung häufig erst in fortgeschrittenem Stadium entdeckt wird. Bei vollständig entfernbaren, früh erkannten Tumoren sind die Heilungschancen deutlich besser als bei fortgeschrittener Erkrankung. Menschen mit bekannten Risikoerkrankungen wie primär sklerosierender Cholangitis profitieren von regelmäßigen spezialisierten Vorsorgeuntersuchungen, um Veränderungen möglichst frühzeitig zu erkennen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum verursacht der Tumor je nach Lage unterschiedliche Beschwerden?

Tumoren außerhalb der Leber verlegen häufiger frühzeitig den Galleabfluss und verursachen dadurch eine sichtbare Gelbsucht, während innerhalb der Leber gelegene Tumoren lange unauffällig wachsen können.

Ist ein Gallengangskarzinom immer operabel?

Nein, nur ein Teil der Tumoren wird früh genug entdeckt und ist so gelegen, dass eine vollständige operative Entfernung möglich ist.

Welche Rolle spielt die primär sklerosierende Cholangitis?

Sie zählt zu den wichtigsten bekannten Risikofaktoren, weshalb Betroffene regelmäßige spezialisierte Vorsorgeuntersuchungen erhalten sollten.

Können Stents die Lebensqualität verbessern, ohne den Tumor zu heilen?

Ja, sie stellen den Galleabfluss wieder her und lindern dadurch Gelbsucht und Juckreiz deutlich, auch wenn der Tumor selbst nicht entfernt werden kann.

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