Fibromatose der Plantarfaszie (Ledderhose-Kontraktur)
Die Fibromatose der Plantarfaszie, auch als Ledderhose-Kontraktur bezeichnet, ist eine gutartige, knotige Verdickung der Sehnenplatte der Fußsohle, bei der sich innerhalb dieser bindegewebigen Struktur einzelne oder mehrere derbe, tastbare Knoten bilden, die durch eine übermäßige, jedoch nicht bösartige Vermehrung von Bindegewebszellen entstehen. Die Erkrankung ist eng mit der wesentlich bekannteren Dupuytren-Kontraktur der Handinnenfläche verwandt, bei der ein vergleichbarer Krankheitsprozess die Sehnenplatte der Hand betrifft, wobei beide Erkrankungen gemeinsam bei einem Teil der Betroffenen auftreten können. Im Unterschied zur Dupuytren-Kontraktur, die häufig zu einer zunehmenden Beugekontraktur der Finger führt, bleibt die Ledderhose-Kontraktur bei den meisten Betroffenen auf die tastbaren Knoten selbst begrenzt, ohne zu einer vergleichbar ausgeprägten Funktionseinschränkung des Fußes zu führen.
Ursachen
Die genaue Ursache der Fibromatose der Plantarfaszie ist nicht abschließend geklärt, wobei eine erbliche Veranlagung eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielt, da sie gehäuft gemeinsam mit der eng verwandten Dupuytren-Kontraktur sowie familiär gehäuft auftritt. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen, und das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich an. Bestimmte Begleiterkrankungen, insbesondere Diabetes mellitus sowie chronischer Alkoholkonsum, sowie eine vorausgegangene wiederholte mechanische Belastung der Fußsohle werden als zusätzliche, das Erkrankungsrisiko erhöhende Faktoren diskutiert, wobei der genaue Mechanismus dieser Risikoerhöhung nicht vollständig verstanden ist.
Symptome
Die Fibromatose der Plantarfaszie äußert sich durch einen oder mehrere derbe, unter der Haut tastbare Knoten im Bereich der Fußsohle, die sich überwiegend im mittleren Anteil der Sehnenplatte entwickeln und bei den meisten Betroffenen langsam über Monate bis Jahre an Größe zunehmen. Während die Knoten bei einem Teil der Betroffenen keinerlei Beschwerden verursachen und lediglich zufällig ertastet werden, können sie bei anderen Betroffenen, insbesondere beim Stehen oder Gehen auf hartem Untergrund, zu einem deutlichen Druckschmerz führen. Im Unterschied zur Dupuytren-Kontraktur der Hand entwickelt sich bei der Ledderhose-Kontraktur nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen eine tatsächliche Kontraktur mit Funktionseinschränkung der Zehen.
Diagnostik
Die Diagnose der Fibromatose der Plantarfaszie wird überwiegend klinisch anhand des charakteristischen Tastbefundes der derben, in der Sehnenplatte der Fußsohle gelegenen Knoten gestellt, wobei eine sorgfältige Anamnese nach einer möglicherweise bereits bestehenden Dupuytren-Kontraktur der Hand sowie nach einer familiären Häufung der Erkrankung die Diagnose zusätzlich unterstützt. Eine Ultraschalluntersuchung der Fußsohle kann die genaue Lage sowie Ausdehnung der Knoten innerhalb der Sehnenplatte zusätzlich verdeutlichen und zur Abgrenzung von anderen, seltener bösartigen Weichteiltumoren beitragen. Bei untypischem oder rasch wachsendem Befund kann eine Gewebeprobe zur endgültigen Diagnosesicherung sowie zum sicheren Ausschluss einer bösartigen Erkrankung entnommen werden.
Behandlung
Bei geringen, keine Beschwerden verursachenden Knoten ist häufig keine spezifische Behandlung notwendig, sondern eine abwartende Verlaufsbeobachtung ausreichend. Bei bestehenden Druckschmerzen können druckentlastende Schuheinlagen, die den betroffenen Bereich der Fußsohle gezielt aussparen, zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden beitragen. Bei ausgeprägten, stark schmerzhaften Knoten kann eine örtliche Injektionsbehandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten erwogen werden, während bei besonders hartnäckigen, die Lebensqualität erheblich beeinträchtigenden Verläufen eine operative Entfernung der betroffenen Knoten als letzte Behandlungsoption zur Verfügung steht, wobei diese Operation aufgrund eines erhöhten Risikos für ein erneutes Auftreten der Erkrankung sorgfältig abgewogen werden sollte.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf der Fibromatose der Plantarfaszie ist meist langsam fortschreitend über Jahre, wobei die Knoten bei einem erheblichen Teil der Betroffenen über lange Zeit stabil bleiben oder nur sehr langsam an Größe zunehmen, ohne dass eine tatsächliche Funktionseinschränkung des Fußes entsteht. Nach einer operativen Entfernung der Knoten besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten der Erkrankung an derselben oder benachbarter Stelle, weshalb eine operative Behandlung nur bei ausgeprägten, konservativ nicht ausreichend beherrschbaren Beschwerden empfohlen wird. Eine regelmäßige Verlaufskontrolle wird empfohlen, um ein mögliches Fortschreiten der Erkrankung sowie eine gegebenenfalls begleitend auftretende Dupuytren-Kontraktur der Hand rechtzeitig zu erfassen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Fibromatose der Plantarfaszie (Ledderhose-Kontraktur): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Mit welcher anderen Erkrankung ist die Ledderhose-Kontraktur eng verwandt?
Mit der Dupuytren-Kontraktur der Handinnenfläche, beide Erkrankungen können gemeinsam auftreten.
Führt die Erkrankung immer zu einer Funktionseinschränkung?
Nein, im Unterschied zur Dupuytren-Kontraktur entwickelt sich nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen eine tatsächliche Kontraktur.
Wie kann Druckschmerzen beim Gehen begegnet werden?
Mit druckentlastenden Schuheinlagen, die den betroffenen Bereich der Fußsohle gezielt aussparen.
Warum wird eine Operation nur zurückhaltend empfohlen?
Weil nach operativer Entfernung ein deutlich erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten der Erkrankung besteht.
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