Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Vergiftungen

Vergiftung durch Fibrinolytika und Fibrinolyse-Hemmer

Fibrinolytika wie Alteplase lösen Blutgerinnsel bei Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolie auf. Fibrinolyse-Hemmer wie Tranexamsäure verhindern deren Abbau und werden bei Blutungen eingesetzt. Beide greifen tief in die Blutgerinnung ein. Über- oder Fehldosierungen sind seltene, aber ernste Notfälle.

Ursachen

Ursachen bei Fibrinolytika sind zu hohe Dosis, Anwendung trotz Gegenanzeigen, Kombination mit weiteren Gerinnungshemmern und frische Verletzungen oder Operationen. Bei Fibrinolyse-Hemmern sind zu hohe Dosen oder Anwendung bei Nierenschwäche Ursachen.

Symptome

Bei Fibrinolytika treten Blutungen auf: aus Einstichstellen, Zahnfleisch, Nase, im Urin, Stuhl oder gefährlich im Gehirn mit Kopfschmerz, Verwirrtheit und Lähmungen. Bei Fibrinolyse-Hemmern kommen Übelkeit, Schwindel, Sehstörungen, Krampfanfälle und Gerinnsel mit Thrombosen oder Embolien vor.

Anzeige

Diagnostik

Es werden Blutbild, Gerinnung, Fibrinogen, Blutdruck und neurologischer Zustand überwacht. Bei Verdacht auf Hirnblutung wird eine Computertomografie durchgeführt.

Behandlung

Bei Blutungen wird das Medikament sofort gestoppt, der Notruf 112 alarmiert und Druck auf äußere Blutungen ausgeübt. In der Klinik werden Gerinnungsfaktoren, Fibrinogen, Plasma und bei Bedarf Fibrinolyse-Hemmer gegeben. Bei Gerinnselbildung durch Hemmer werden Gerinnsel behandelt und Krämpfe kontrolliert.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Behandlung lassen sich viele Blutungen beherrschen. Hirnblutungen können bleibende Schäden hinterlassen. Vorbeugend werden Gegenanzeigen sorgfältig geprüft und Dosis nach Gewicht und Nierenfunktion angepasst.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Warum sind Fibrinolytika riskant?

Sie lösen Gerinnsel auf und können dabei auch gewünschte Blutstillung verhindern.

Wann drohen Blutungen im Gehirn?

Bei Überdosierung, hohem Blutdruck oder gleichzeitiger Gabe weiterer Gerinnungshemmer.

Was bewirken Fibrinolyse-Hemmer?

Sie stoppen Blutungen, können bei Überdosierung aber Gerinnsel fördern.

Was tun bei Blutung unter Therapie?

Notruf 112 wählen und äußere Blutungen durch Druck stillen.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen