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Frauengesundheit

Fehl- und Mangelernährung in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an zahlreichen Nährstoffen, da der mütterliche Körper nicht nur die eigenen Bedürfnisse, sondern zusätzlich das Wachstum und die Entwicklung des ungeborenen Kindes decken muss. Als Fehl- und Mangelernährung in der Schwangerschaft wird eine unzureichende oder unausgewogene Nährstoffversorgung bezeichnet, die entweder durch eine insgesamt zu geringe Nahrungszufuhr oder durch eine einseitige, bestimmte wichtige Nährstoffe vernachlässigende Ernährung entstehen kann. Eine solche Mangelversorgung kann sowohl die Gesundheit der Mutter, etwa durch eine ausgeprägte Blutarmut oder eine verminderte Knochendichte, als auch die kindliche Entwicklung, beispielsweise durch ein vermindertes Geburtsgewicht oder Fehlbildungen, beeinträchtigen, weshalb eine ausreichende und ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft von großer Bedeutung ist.

Ursachen

Eine Fehl- oder Mangelernährung in der Schwangerschaft kann durch eine insgesamt unzureichende Nahrungsaufnahme entstehen, etwa im Rahmen ausgeprägter Übelkeit und Erbrechens in der Frühschwangerschaft, das die Nahrungsaufnahme über Wochen erheblich einschränken kann, oder durch eine einseitige Ernährungsweise, die bestimmte für die Schwangerschaft besonders wichtige Nährstoffe wie Folsäure, Eisen, Jod oder Kalzium vernachlässigt. Soziale und wirtschaftliche Faktoren, ein eingeschränkter Zugang zu ausgewogener Ernährung sowie bestimmte Essstörungen können ebenfalls zu einer unzureichenden Nährstoffversorgung während der Schwangerschaft beitragen. Auch Erkrankungen des Verdauungssystems, die die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung beeinträchtigen, können trotz ausreichender Nahrungszufuhr zu einer Mangelversorgung führen.

Symptome

Die Symptome einer Fehl- oder Mangelernährung in der Schwangerschaft hängen von der genauen Art des Nährstoffmangels ab. Ein Eisenmangel äußert sich häufig durch ausgeprägte Müdigkeit, Blässe und eine verminderte Belastbarkeit, ein Folsäuremangel kann ebenfalls zu einer Blutarmut führen und ist zusätzlich mit einem erhöhten Risiko für bestimmte kindliche Fehlbildungen des Nervensystems verbunden. Eine allgemein unzureichende Kalorienzufuhr kann sich durch eine unzureichende, den Schwangerschaftswochen nicht entsprechende Gewichtszunahme der Mutter sowie durch ein vermindertes Wachstum des ungeborenen Kindes bemerkbar machen, das bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen auffällt. Bei ausgeprägtem Mangel können zusätzlich Konzentrationsstörungen, eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie Veränderungen von Haut, Haaren und Nägeln auftreten.

Diagnostik

Die Diagnose einer Fehl- oder Mangelernährung wird durch eine sorgfältige Ernährungsanamnese sowie durch regelmäßige Gewichtskontrollen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge gestellt. Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Eisen-, Folsäure-, Vitamin- und weiteren relevanten Nährstoffwerten geben Aufschluss über bestehende Mängel und werden bei entsprechendem Verdacht gezielt veranlasst. Eine Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung des kindlichen Wachstums hilft, eine mögliche Auswirkung einer mütterlichen Mangelversorgung auf die kindliche Entwicklung frühzeitig zu erkennen. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Essstörung oder eine Erkrankung des Verdauungssystems als Ursache der Mangelversorgung wird eine entsprechende weiterführende Abklärung eingeleitet.

Behandlung

Die Behandlung einer Fehl- oder Mangelernährung in der Schwangerschaft besteht in erster Linie in einer gezielten Ernährungsberatung, die auf eine ausgewogene, den erhöhten Bedarf der Schwangerschaft berücksichtigende Ernährung abzielt. Bei nachgewiesenem Mangel bestimmter Nährstoffe, insbesondere Eisen, Folsäure oder Jod, wird eine gezielte Nahrungsergänzung empfohlen, wobei bestimmte Nährstoffe wie Folsäure und Jod bereits vorbeugend während der gesamten Schwangerschaft eingenommen werden sollten. Bei ausgeprägter Übelkeit und Erbrechen in der Frühschwangerschaft, die die Nahrungsaufnahme erheblich einschränken, kommen gezielte Maßnahmen zur Linderung dieser Beschwerden zum Einsatz. Liegt der Mangelversorgung eine zugrunde liegende Essstörung oder Erkrankung zugrunde, wird diese begleitend behandelt, um eine langfristige Verbesserung der Nährstoffversorgung zu erreichen.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Erkennung und gezielter Behandlung eines Nährstoffmangels lässt sich die Versorgung von Mutter und Kind in der Regel deutlich verbessern, wobei bereits eingetretene kindliche Entwicklungsverzögerungen je nach Ausmaß und Zeitpunkt der Behandlung unterschiedlich gut aufgeholt werden können. Eine unbehandelte, ausgeprägte und lang anhaltende Mangelernährung während der Schwangerschaft kann das Risiko für ein vermindertes Geburtsgewicht, eine Frühgeburt sowie bestimmte kindliche Entwicklungsstörungen erhöhen und auch die mütterliche Gesundheit über die Schwangerschaft hinaus beeinträchtigen. Eine ausgewogene Ernährung sowie die empfohlene, gezielte Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel während der gesamten Schwangerschaft tragen wesentlich dazu bei, eine Mangelversorgung von vornherein zu vermeiden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Welche Nährstoffe sind in der Schwangerschaft besonders wichtig?

Insbesondere Folsäure, Eisen, Jod und Kalzium, da der Bedarf an diesen Nährstoffen während der Schwangerschaft deutlich ansteigt und ein Mangel sowohl die mütterliche Gesundheit als auch die kindliche Entwicklung beeinträchtigen kann.

Kann starke Übelkeit in der Frühschwangerschaft zu einer Mangelernährung führen?

Ja, ausgeprägte Übelkeit und Erbrechen können die Nahrungsaufnahme über Wochen erheblich einschränken und dadurch eine unzureichende Nährstoffversorgung begünstigen, weshalb bei starken Beschwerden eine gezielte Behandlung wichtig ist.

Warum wird Folsäure vorbeugend eingenommen?

Weil ein Folsäuremangel mit einem erhöhten Risiko für bestimmte kindliche Fehlbildungen des Nervensystems verbunden ist und eine vorbeugende Einnahme bereits vor und während der frühen Schwangerschaft dieses Risiko deutlich senken kann.

Woran erkennt man, ob das Kind durch eine Mangelversorgung beeinträchtigt ist?

Durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge, bei denen das kindliche Wachstum beurteilt und mit den für die jeweilige Schwangerschaftswoche üblichen Werten verglichen wird.

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