Erstickung
Die Erstickung bezeichnet einen akuten, lebensbedrohlichen Zustand, bei dem die normale Sauerstoffaufnahme über die Atmung so erheblich behindert wird, dass Gehirn sowie andere lebenswichtige Organe innerhalb kurzer Zeit nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, was unbehandelt bereits nach wenigen Minuten zu bleibenden Hirnschäden sowie schließlich zum Tod führen kann. Eine solche Behinderung der Atmung kann durch verschiedenste Mechanismen entstehen, insbesondere durch eine Verlegung der Atemwege durch einen Fremdkörper, eine äußere Kompression des Halses oder Brustkorbs, das Eintauchen in Wasser oder eine Sauerstoffverdrängung durch andere Gase in der Umgebungsluft. Da die Erstickung innerhalb sehr kurzer Zeit lebensbedrohlich verläuft, entscheidet die Geschwindigkeit, mit der die zugrunde liegende Ursache erkannt sowie beseitigt wird, maßgeblich über das Überleben sowie das Ausmaß bleibender Schäden der betroffenen Person.
Ursachen
Die Erstickung kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher Mechanismen entstehen, wobei eine Verlegung der Atemwege durch einen eingeatmeten Fremdkörper, insbesondere bei Kleinkindern sowie älteren Menschen mit Schluckstörungen, zu den häufigsten Ursachen zählt. Eine äußere Kompression des Halses, etwa durch Strangulation, sowie eine Einengung des Brustkorbs, die die notwendige Atembewegung mechanisch verhindert, stellen weitere bedeutsame Ursachen dar. Das Eintauchen in Wasser ohne die Möglichkeit zur Atmung sowie ein Aufenthalt in einer Umgebung mit stark verminderter Sauerstoffkonzentration, etwa in engen, unbelüfteten Räumen mit einer erheblichen Anreicherung anderer Gase, können ebenfalls zu einer akuten Erstickung führen.
Symptome
Die Erstickung äußert sich zunächst durch eine ausgeprägte Atemnot mit panikartigem Bemühen der betroffenen Person, wieder ausreichend Luft zu bekommen, gefolgt von einer zunehmenden Blauverfärbung der Haut sowie der Lippen als Zeichen des fortschreitenden Sauerstoffmangels. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine zunehmende Bewusstseinstrübung bis hin zur vollständigen Bewusstlosigkeit, wobei sich bei anhaltendem, unbehandeltem Sauerstoffmangel innerhalb weniger Minuten ein Kreislaufstillstand einstellen kann. Bei einer Verlegung der Atemwege durch einen Fremdkörper zeigt die betroffene Person häufig charakteristische Zeichen wie ein Greifen zum eigenen Hals sowie eine völlige Unfähigkeit zu sprechen oder zu husten.
Diagnostik
Die Diagnose der Erstickung wird anhand des charakteristischen klinischen Erscheinungsbildes sowie der unmittelbaren Umstände des Ereignisses gestellt, wobei angesichts der akuten Lebensbedrohung keine Zeit für eine ausgedehnte weiterführende Diagnostik besteht, sondern unverzüglich lebensrettende Maßnahmen eingeleitet werden müssen. Nach erfolgreicher Wiederherstellung der Atmung wird eine umfassende Untersuchung zur Erfassung des Ausmaßes eines möglicherweise bereits eingetretenen Sauerstoffmangelschadens des Gehirns sowie anderer Organe durchgeführt, insbesondere mittels einer Bildgebung des Gehirns sowie einer Blutuntersuchung. Eine sorgfältige Abklärung der zugrunde liegenden Ursache ist wichtig, um eine gezielte weitere Behandlung sowie eine Vorbeugung erneuter Ereignisse zu ermöglichen.
Behandlung
Die Behandlung der Erstickung erfordert eine unverzügliche Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache, wobei bei einer Verlegung der Atemwege durch einen Fremdkörper gezielte Erste-Hilfe-Maßnahmen, insbesondere kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter sowie, falls diese nicht erfolgreich sind, gezielte Oberbauchkompressionen, angewendet werden, um den Fremdkörper aus den Atemwegen zu entfernen. Bei einer bereits eingetretenen Bewusstlosigkeit sowie fehlender eigener Atmung ist eine unverzügliche Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Herzdruckmassage sowie Beatmung notwendig, bis professionelle notfallmedizinische Hilfe eintrifft. Nach erfolgreicher Wiederherstellung der Atmung wird die betroffene Person intensivmedizinisch überwacht sowie behandelt, um einen möglicherweise bereits eingetretenen Sauerstoffmangelschaden bestmöglich zu begrenzen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Erstickung hängt entscheidend von der Dauer des Sauerstoffmangels sowie der Geschwindigkeit ab, mit der eine wirksame Behandlung eingeleitet wird, wobei bereits eine Unterbrechung der Sauerstoffversorgung von wenigen Minuten zu bleibenden, schweren Hirnschäden führen kann. Bei rechtzeitiger Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache sowie erfolgreicher Wiederbelebung ist bei einem Teil der Betroffenen eine vollständige Erholung ohne bleibende Schäden möglich, während bei einer länger andauernden Unterbrechung der Sauerstoffversorgung ein erhebliches Risiko für bleibende neurologische Schäden oder den Tod besteht. Eine rasche Erkennung der Gefahrensituation sowie die sofortige Einleitung geeigneter Erste-Hilfe-Maßnahmen durch anwesende Personen sind daher von entscheidender Bedeutung für die langfristige Prognose.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Erstickung: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist eine häufige Ursache der Erstickung?
Eine Verlegung der Atemwege durch einen eingeatmeten Fremdkörper, insbesondere bei Kleinkindern sowie älteren Menschen.
Welche charakteristischen Zeichen zeigt eine Person mit verlegten Atemwegen?
Ein Greifen zum eigenen Hals sowie eine völlige Unfähigkeit zu sprechen oder zu husten.
Was ist die erste Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem Fremdkörper in den Atemwegen?
Kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter, gegebenenfalls gefolgt von Oberbauchkompressionen.
Warum ist die Zeit bei einer Erstickung so entscheidend?
Weil bereits wenige Minuten Sauerstoffmangel zu bleibenden Hirnschäden führen können.
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