Ektasie der Ductus lactiferi
Die Ektasie der Ductus lactiferi, auch Milchgangsektasie genannt, ist eine gutartige Erweiterung der großen, unmittelbar hinter der Brustwarze liegenden Milchgänge der Brust, die häufig mit einer Verdickung der Gangwände und einer Ansammlung von eingedicktem Sekret im Gangsystem einhergeht. Sie tritt am häufigsten bei Frauen in den Jahren um die Wechseljahre auf, wenn sich das Drüsengewebe der Brust hormonell bedingt zurückzubilden beginnt und die Milchgänge sich strukturell verändern. Die Erkrankung ist eine der häufigeren Ursachen für einen nicht mit einer Schwangerschaft in Zusammenhang stehenden Ausfluss aus der Brustwarze und kann gelegentlich von einer begleitenden, nicht bakteriellen Entzündung des umliegenden Gewebes begleitet sein. Obwohl die Symptome zunächst beunruhigend wirken können, handelt es sich in aller Regel um eine harmlose, altersbedingte Gewebeveränderung.
Ursachen
Die genaue Ursache der Ektasie der Ductus lactiferi ist nicht vollständig geklärt, sie wird jedoch als altersbedingte Involution, also Rückbildung, des Drüsengewebes der Brust im Zusammenhang mit den hormonellen Veränderungen der Wechseljahre verstanden. Mit fortschreitendem Alter verlieren die Wände der großen Milchgänge hinter der Brustwarze zunehmend an Elastizität, wodurch sich die Gänge erweitern und sich Sekret sowie abgeschilferte Zellen darin ansammeln können. Rauchen wird als ein Faktor diskutiert, der die Entstehung einer Milchgangsektasie begünstigen könnte, da Nikotin die Durchblutung und Struktur des Brustgewebes negativ beeinflusst. In selteneren Fällen kann eine begleitende Entzündung der Milchgangswände zur weiteren Erweiterung und Sekretansammlung beitragen.
Symptome
Das häufigste Symptom der Ektasie der Ductus lactiferi ist ein meist beidseitiger, gelblicher, grünlicher oder bräunlicher Ausfluss aus der Brustwarze, der spontan oder erst bei Druck auf die Brustwarze auftritt. Zusätzlich kann eine tastbare, strangartige Verhärtung hinter der Brustwarze bemerkt werden, die den erweiterten und verdickten Milchgängen entspricht. Bei manchen betroffenen Frauen kommt es zu einer Einziehung der Brustwarze, da sich die verkürzten und vernarbten Milchgänge nach innen ziehen. Gelegentlich entwickelt sich eine begleitende, nicht bakterielle Entzündung des umliegenden Gewebes mit Rötung, Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit im Bereich hinter der Brustwarze, die als periduktale Mastitis bezeichnet wird.
Diagnostik
Die Diagnose der Milchgangsektasie stützt sich zunächst auf die typische Kombination aus Brustwarzenausfluss, tastbarer Verhärtung hinter der Brustwarze und dem meist mittleren bis höheren Lebensalter der betroffenen Frau. Eine Ultraschalluntersuchung der Brust zeigt die charakteristische Erweiterung der Milchgänge und hilft, andere Ursachen eines Brustwarzenausflusses, etwa eine gutartige Papillomwucherung innerhalb der Milchgänge, abzugrenzen. Bei blutigem oder einseitigem Ausfluss aus der Brustwarze ist eine weiterführende Abklärung mittels Mammographie und gegebenenfalls einer speziellen Darstellung der Milchgänge notwendig, um seltenere, ernsthaftere Ursachen sicher auszuschließen. Eine zytologische Untersuchung des Sekrets kann ergänzend zur weiteren Einordnung beitragen.
Behandlung
Eine beschwerdearme Ektasie der Ductus lactiferi ohne auffälligen Untersuchungsbefund erfordert häufig keine spezifische Behandlung, sondern lediglich eine regelmäßige Verlaufskontrolle. Bei störendem Ausfluss oder wiederkehrender periduktaler Mastitis kann eine warme Kompresse zur Linderung der Beschwerden angewendet werden, bei einer bakteriellen Superinfektion wird eine antibiotische Behandlung notwendig. Bei anhaltenden, deutlich störenden Beschwerden, wiederkehrenden Entzündungen oder diagnostisch unklarem Befund kann in ausgewählten Fällen eine operative Entfernung der betroffenen Milchgänge erwogen werden. Rauchenden Frauen wird im Rahmen der Behandlung zum Rauchverzicht geraten, da dies die Beschwerden günstig beeinflussen kann.
Verlauf und Prognose
Die Ektasie der Ductus lactiferi hat als gutartige, altersbedingte Veränderung eine sehr gute Prognose und ist nicht mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. Die Beschwerden können über Jahre bestehen bleiben oder sich in ihrer Ausprägung verändern, häufig ohne wesentliche Zunahme. Eine begleitende periduktale Mastitis heilt bei rechtzeitiger Behandlung meist folgenlos aus, kann jedoch bei manchen Frauen wiederkehren. Da ein Ausfluss aus der Brustwarze, insbesondere wenn er blutig oder einseitig auftritt, auch andere, teils ernstere Ursachen haben kann, bleibt eine zeitnahe erste ärztliche Abklärung bei erstmaligem Auftreten wichtig, um die gutartige Diagnose sicher zu stellen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Ektasie der Ductus lactiferi: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist ein Ausfluss aus der Brustwarze immer besorgniserregend?
Nicht zwingend, ein beidseitiger, nicht blutiger Ausfluss bei einer Milchgangsektasie ist meist harmlos. Ein einseitiger oder blutiger Ausfluss sollte jedoch stets zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Wer ist am häufigsten von einer Milchgangsektasie betroffen?
Vor allem Frauen in den Jahren um die Wechseljahre, wenn sich das Drüsengewebe der Brust altersbedingt zurückzubilden beginnt.
Muss die Erkrankung immer operiert werden?
Nein, bei geringen Beschwerden genügt meist eine Verlaufskontrolle. Eine Operation wird nur bei anhaltenden, störenden Beschwerden oder unklarem Befund erwogen.
Kann Rauchen die Beschwerden verstärken?
Rauchen wird als begünstigender Faktor diskutiert, da es die Durchblutung und Struktur des Brustgewebes ungünstig beeinflussen kann. Ein Rauchverzicht wird daher empfohlen.
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