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Vergiftungen

Eisenvergiftung

Eine Eisenvergiftung entsteht durch die Einnahme einer für den Körper zu hohen Menge eisenhaltiger Präparate, die häufig zur Behandlung von Blutarmut verschrieben werden. Sie zählt zu den häufigeren Ursachen schwerer, teils tödlicher Vergiftungen bei kleinen Kindern, die versehentlich Eisentabletten in großer Zahl einnehmen, da diese oft wie Süßigkeiten aussehen.

Ursachen

Bei Kindern entsteht die Vergiftung meist durch die versehentliche Einnahme mehrerer Eisentabletten, die für Erwachsene bestimmt sind und im Haushalt nicht ausreichend gesichert aufbewahrt wurden. Bei Erwachsenen kann eine Vergiftung durch eine absichtliche Überdosierung oder, seltener, durch eine versehentliche Fehldosierung entstehen. Bereits eine vergleichsweise geringe Menge Eisen pro Kilogramm Körpergewicht kann bei Kindern schwere Vergiftungserscheinungen auslösen.

Symptome

Die Vergiftung verläuft typischerweise in mehreren Phasen: Zunächst treten innerhalb weniger Stunden Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auf, die durch die direkte Reizwirkung des Eisens auf die Magen-Darm-Schleimhaut entstehen. Es folgt häufig eine trügerische, mehrstündige Phase scheinbarer Besserung, bevor sich im weiteren Verlauf ein schwerer Kreislaufschock, eine Übersäuerung des Blutes sowie eine Leberschädigung entwickeln können.

Diagnostik

Die Bestimmung des Eisenspiegels im Blut, idealerweise vier bis sechs Stunden nach der Einnahme, gibt Aufschluss über den Schweregrad der Vergiftung. Eine Röntgenaufnahme des Bauchraums kann bei Kindern noch im Magen-Darm-Trakt befindliche Tabletten sichtbar machen, da Eisentabletten röntgendicht sind. Zusätzliche Blutuntersuchungen erfassen das Ausmaß der Übersäuerung des Blutes sowie eine mögliche Leber- oder Nierenschädigung.

Behandlung

Bei rechtzeitiger Vorstellung und Nachweis noch nicht aufgenommener Tabletten im Magen-Darm-Trakt kann eine Darmspülung die weitere Aufnahme des Eisens vermindern; Aktivkohle ist hier im Unterschied zu vielen anderen Vergiftungen wirkungslos, da sie Eisen nicht bindet. Bei bedeutsam erhöhtem Eisenspiegel im Blut wird das spezifische Gegenmittel Deferoxamin über die Vene verabreicht, das Eisen bindet und seine Ausscheidung über die Nieren fördert. Bei schwerem Kreislaufschock ist eine intensivmedizinische Behandlung notwendig.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung mit Deferoxamin ist die Prognose einer Eisenvergiftung meist gut. Wird die trügerische Besserungsphase fehlgedeutet und die notwendige Behandlung oder Überwachung zu früh beendet, kann sich die Vergiftung in der Folge dramatisch verschlechtern, weshalb auch bei zunächst gebessertem Zustand eine ausreichend lange Überwachung notwendig ist. Unbehandelt kann eine schwere Eisenvergiftung bei Kindern tödlich verlaufen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum sind Eisentabletten für Kinder besonders gefährlich?

Weil sie oft wie Süßigkeiten aussehen und schon eine vergleichsweise geringe Menge pro Kilogramm Körpergewicht bei Kindern schwere Vergiftungserscheinungen auslösen kann.

Warum ist die scheinbare Besserung nach den ersten Symptomen trügerisch?

Weil sich nach dieser Phase im weiteren Verlauf ein schwerer Kreislaufschock und Organschäden entwickeln können, obwohl der Zustand zwischenzeitlich gebessert erscheint.

Hilft Aktivkohle bei einer Eisenvergiftung?

Nein, Aktivkohle bindet Eisen nicht und ist bei dieser Vergiftung im Unterschied zu vielen anderen wirkungslos.

Wie wirkt das Gegenmittel Deferoxamin?

Es bindet das Eisen im Blut und fördert dessen Ausscheidung über die Nieren, wodurch die giftige Eisenmenge im Körper reduziert wird.

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