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Vergiftungen

Digitalisvergiftung

Eine Digitalisvergiftung entsteht durch eine für den Körper zu hohe Menge an Herzglykosiden wie Digoxin, die zur Behandlung bestimmter Herzrhythmusstörungen und Herzschwächeformen eingesetzt werden. Da die therapeutisch wirksame Dosis dieser Medikamente nur knapp unterhalb der giftigen Dosis liegt, kann bereits eine vergleichsweise geringe Überschreitung, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion, zu einer gefährlichen Vergiftung führen.

Ursachen

Eine Vergiftung entsteht meist nicht durch eine einmalige, bewusste Überdosierung, sondern schleichend bei Patienten, die das Medikament dauerhaft einnehmen und bei denen sich der Wirkstoff im Körper anreichert, etwa durch eine sich verschlechternde Nierenfunktion, Austrocknung oder einen niedrigen Kaliumspiegel im Blut. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können den Digoxinspiegel im Blut unbeabsichtigt ansteigen lassen. Seltener liegt eine einmalige, absichtliche Überdosierung vor.

Symptome

Frühe Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen sowie Sehstörungen mit einer charakteristischen gelb-grünlichen Farbwahrnehmung. Im Vordergrund der eigentlichen Gefährdung stehen jedoch verschiedenste Herzrhythmusstörungen, die von einem verlangsamten bis zu einem gefährlich unregelmäßigen Herzschlag reichen können. Ältere Patienten mit bereits geschwächtem Herzen sind besonders gefährdet für schwere, lebensbedrohliche Verläufe.

Diagnostik

Ein Elektrokardiogramm ist entscheidend, um die Art und den Schweregrad der Herzrhythmusstörung zu erfassen. Die Bestimmung des Digoxinspiegels im Blut bestätigt die Vergiftung, wobei der gemessene Wert immer zusammen mit den klinischen Symptomen bewertet werden muss, da nicht jeder erhöhte Spiegel zwangsläufig zu Beschwerden führt. Zusätzlich werden die Nierenfunktion und der Kaliumspiegel im Blut überprüft, da beide die Behandlung wesentlich beeinflussen.

Behandlung

Bei leichteren Vergiftungen kann das Absetzen des Medikaments zusammen mit einer engmaschigen Überwachung ausreichen. Bei schweren Vergiftungen mit gefährlichen Herzrhythmusstörungen wird ein spezifisches Gegenmittel, aus Antikörperfragmenten gegen Digoxin bestehend, über die Vene verabreicht, das den Wirkstoff im Blut rasch und wirksam neutralisiert. Begleitend wird ein gestörter Kaliumspiegel im Blut vorsichtig korrigiert, da dessen falsche Behandlung die Herzrhythmusstörung verschlimmern kann.

Verlauf und Prognose

Mit dem gezielten Einsatz des Gegenmittels bessern sich die meisten schweren Digitalisvergiftungen innerhalb weniger Stunden deutlich. Unbehandelt kann eine schwere Vergiftung, insbesondere bei bereits herzkranken oder älteren Patienten, tödlich verlaufen. Nach einer überstandenen Vergiftung wird die Digoxin-Dosierung sorgfältig überprüft und an die individuelle Nierenfunktion angepasst, um ein erneutes Auftreten zu verhindern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum entsteht eine Digitalisvergiftung oft schleichend?

Weil sich der Wirkstoff bei dauerhafter Einnahme im Körper anreichern kann, etwa bei nachlassender Nierenfunktion, ohne dass die Dosis bewusst erhöht wurde.

Welche Sehstörung ist für diese Vergiftung typisch?

Eine charakteristische gelb-grünliche Farbwahrnehmung, die frühzeitig auf eine beginnende Vergiftung hinweisen kann.

Gibt es ein Gegenmittel?

Ja, spezielle Antikörperfragmente gegen Digoxin können den Wirkstoff im Blut rasch neutralisieren und werden bei schweren Vergiftungen eingesetzt.

Warum ist der Kaliumspiegel bei dieser Vergiftung so wichtig?

Weil ein gestörter Kaliumspiegel die Herzrhythmusstörung verschlimmern kann und daher bei der Behandlung besonders vorsichtig korrigiert werden muss.

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