Dehiszenz einer geburtshilflichen Dammwunde
Nach einem Dammriss oder Dammschnitt wird die Wunde genäht und heilt im Wochenbett in der Regel innerhalb weniger Wochen ab. Bei einer Dehiszenz einer geburtshilflichen Dammwunde weichen die Wundränder dagegen ganz oder teilweise wieder auseinander. Das ist unangenehm und schmerzhaft, aber meist gut behandelbar. Wichtig ist, sie rechtzeitig zu erkennen und die Wundheilung durch Hygiene und Entlastung zu unterstützen.
Ursachen
Häufigste Ursache ist eine Infektion der Wunde, die das Gewebe schwächt. Auch Blutergüsse unter der Naht, zu große Spannung, etwa durch starkes Pressen oder Verstopfung, sowie eine ausgedehnte Verletzung mit schlecht durchblutetem Gewebe können die Naht öffnen. Begünstigend wirken Diabetes, Rauchen, Übergewicht, eine geschwächte Abwehr und mangelnde Wundhygiene.
Symptome
Betroffene bemerken zunehmende Schmerzen im Dammbereich, ein Klaffen der Wunde beim Waschen oder Spiegeln, Ausfluss aus der Wunde, mitunter mit unangenehmem Geruch, sowie Rötung und Schwellung. Beim Sitzen, Gehen und Stuhlgang verstärken sich die Beschwerden. Bei begleitender Infektion können Fieber und Krankheitsgefühl hinzukommen.
Diagnostik
Die Diagnose stellt die Untersuchung der Wunde. Beurteilt werden Ausdehnung, Tiefe, Wundbelag, Zeichen einer Entzündung und die Beteiligung von Schließmuskel oder Darmwand, die gesondert geprüft wird. Bei Verdacht auf eine Infektion können ein Abstrich und Blutuntersuchungen mit Entzündungswerten erfolgen.
Behandlung
Die Wunde wird gereinigt, häufig mit Sitzbädern und sorgfältiger Hygiene, Schmerzmittel und Stuhlregulierung entlasten. Bei Infektion sind Antibiotika notwendig, die mit dem Stillen vereinbar sind. Kleine, saubere Dehiszenzen dürfen oft von selbst durch Granulation abheilen. Bei größeren Defekten kann nach Abklingen der Entzündung eine erneute Naht erfolgen; Blutergüsse oder Eiter werden entlastet.
Verlauf und Prognose
Die Prognose ist in der Regel gut. Die Wunde heilt meist innerhalb einiger Wochen, teilweise mit einer breiteren Narbe. Bei anhaltenden Schmerzen, Problemen beim Stuhlhalt oder beim Geschlechtsverkehr sollte später eine Kontrolle erfolgen, gegebenenfalls mit Beckenbodentraining oder weiterer Abklärung.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Wochenbett: Ablauf, Beschwerden, Betreuung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, dass die Naht aufgegangen ist?
Durch zunehmende Schmerzen, ein sichtbares Klaffen der Wundränder und Sekret aus der Wunde.
Muss die Wunde immer neu genäht werden?
Nein, kleine und saubere Wunden heilen häufig von selbst, größere Defekte werden erst nach Abklingen einer Infektion erneut vernäht.
Was kann ich selbst tun?
Auf sorgfältige Hygiene achten, Sitzbäder nutzen, Verstopfung vermeiden und Beschwerden frühzeitig ärztlich oder von der Hebamme ansehen lassen.
Kann ich weiter stillen?
Ja, notwendige Antibiotika werden so gewählt, dass Stillen weiterhin möglich ist.
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