Darminfektion durch enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)
Die Darminfektion durch enterohämorrhagische Escherichia coli, kurz EHEC, ist eine bakterielle Darminfektion, die durch ein spezielles, giftstoffbildendes E.-coli-Bakterium ausgelöst wird. Sie zeichnet sich durch oft blutigen Durchfall aus und kann in einem kleinen Teil der Fälle, besonders bei Kindern, ein sogenanntes hämolytisch-urämisches Syndrom mit akutem Nierenversagen nach sich ziehen.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Die Ansteckung erfolgt meist über unzureichend erhitztes Rindfleisch, rohe Milchprodukte, kontaminiertes Gemüse oder Wasser, seltener über direkten Kontakt zu infizierten Tieren oder Menschen. Die Bakterien bilden im Darm ein Gift, das die Darmschleimhaut schädigt und in schweren Fällen auch andere Organe wie die Nieren angreifen kann.
Symptome
Typisch sind zunächst wässrige, dann häufig blutige Durchfälle mit starken Bauchkrämpfen, meist ohne hohes Fieber. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen, besonders bei Kindern, kann sich einige Tage nach Beginn der Durchfälle ein hämolytisch-urämisches Syndrom mit Blutarmut, Blutungsneigung und Nierenversagen entwickeln, das eine akute Notfallsituation darstellt.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis der EHEC-Bakterien beziehungsweise ihrer Gifte in einer Stuhlprobe. Bei Verdacht auf ein hämolytisch-urämisches Syndrom werden zusätzlich Blut- und Nierenwerte engmaschig kontrolliert, um eine beginnende Nierenschädigung frühzeitig zu erkennen.
Behandlung
Im Vordergrund steht der Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts, eine antibiotische Behandlung wird bei EHEC-Infektionen in der Regel vermieden, da sie das Risiko eines hämolytisch-urämischen Syndroms erhöhen kann. Bei Entwicklung eines hämolytisch-urämischen Syndroms ist eine intensivmedizinische Behandlung, mitunter mit Blutwäsche, erforderlich.
Verlauf und Prognose
Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig. Entwickelt sich ein hämolytisch-urämisches Syndrom, ist der Verlauf ernster und erfordert eine intensive Behandlung, wobei sich die Nierenfunktion bei den meisten Betroffenen mit rechtzeitiger Behandlung wieder erholt.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum wird bei EHEC meist kein Antibiotikum gegeben?
Weil Antibiotika das Risiko für die Entwicklung eines hämolytisch-urämischen Syndroms erhöhen können.
Was ist ein hämolytisch-urämisches Syndrom?
Eine seltene, aber schwere Komplikation mit Blutarmut, Blutungsneigung und akutem Nierenversagen, die vor allem Kinder betreffen kann.
Wie kann man sich vor EHEC schützen?
Durch gründliches Durchgaren von Fleisch, den Verzicht auf rohe Milchprodukte und sorgfältige Handhygiene.
Worauf sollte bei Kindern mit blutigem Durchfall besonders geachtet werden?
Auf Zeichen wie verminderte Urinausscheidung, Blässe oder Müdigkeit, die auf ein beginnendes hämolytisch-urämisches Syndrom hinweisen können, und dann rasch ärztliche Hilfe zu suchen.
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