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Innere Medizin

Chronische Tubulointerstitielle Nephritis

Die chronische tubulointerstitielle Nephritis ist eine über Monate bis Jahre anhaltende Entzündung des Nierengewebes zwischen den harnbildenden Kanälchen, die zu einer fortschreitenden Vernarbung des Nierengewebes und einer schleichenden Verschlechterung der Nierenfunktion führt. Im Unterschied zur akuten Form entwickelt sie sich meist unbemerkt über einen längeren Zeitraum.

Ursachen

Häufige Ursachen sind eine langjährige Einnahme bestimmter Schmerzmittel, insbesondere in hoher, dauerhafter Dosierung, chronische Harnwegsinfektionen mit wiederholter Beteiligung des Nierengewebes, ein länger bestehender Rückfluss von Urin aus der Blase in die Nieren sowie bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Gicht. Auch eine anhaltende Bleibelastung oder bestimmte erbliche Nierenerkrankungen können ursächlich sein.

Symptome

Die Erkrankung verläuft über lange Zeit meist beschwerdefrei, da sich die Nierenfunktion nur langsam verschlechtert und der Körper dies zunächst gut kompensieren kann. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten Beschwerden wie vermehrtes nächtliches Wasserlassen, Bluthochdruck, Müdigkeit sowie Zeichen einer zunehmenden Nierenschwäche auf.

Diagnostik

Blutuntersuchungen zeigen im Verlauf eine schleichend abnehmende Nierenfunktion, eine Urinuntersuchung kann Hinweise auf die Beteiligung des Zwischengewebes liefern. Eine Ultraschalluntersuchung der Nieren zeigt häufig eine im Verlauf zunehmende Verkleinerung und Vernarbung des Nierengewebes. In unklaren Fällen kann eine Nierenbiopsie zur endgültigen Diagnosesicherung notwendig werden.

Behandlung

Im Vordergrund steht das konsequente Beheben oder Vermeiden der zugrunde liegenden Ursache, etwa das Absetzen schädigender Schmerzmittel, die Behandlung wiederkehrender Harnwegsinfektionen oder die Kontrolle einer zugrunde liegenden Gicht. Eine gute Einstellung des Blutdrucks ist wichtig, um das weitere Fortschreiten der Nierenschädigung zu verlangsamen. Bei bereits fortgeschrittener Nierenschwäche kann im Verlauf eine Dialysebehandlung notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Wird die zugrunde liegende Ursache frühzeitig erkannt und behoben, lässt sich das weitere Fortschreiten der Nierenschädigung häufig deutlich verlangsamen. Bleibt die Ursache über Jahre unerkannt oder unbehandelt, kann die Erkrankung bis zu einem dauerhaften Nierenversagen fortschreiten, das eine Dialysebehandlung oder Nierentransplantation erforderlich macht. Regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion sind bei bekannten Risikofaktoren wichtig, um eine Verschlechterung frühzeitig zu erkennen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum bleibt die Erkrankung lange unbemerkt?

Weil sich die Nierenfunktion nur langsam verschlechtert und der Körper dies zunächst gut kompensieren kann, sodass Beschwerden erst im fortgeschrittenen Stadium auftreten.

Welche Medikamente können die Erkrankung auslösen?

Vor allem bestimmte Schmerzmittel bei langjähriger, hoher Dosierung.

Kann man das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten?

Bei frühzeitiger Erkennung und Behebung der zugrunde liegenden Ursache lässt sich das Fortschreiten häufig deutlich verlangsamen.

Was passiert bei fortgeschrittener Erkrankung?

Es kann zu einem dauerhaften Nierenversagen kommen, das eine Dialysebehandlung oder Nierentransplantation erforderlich macht.

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