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Augen & Sehkraft

Chronische entzündliche Affektionen der Orbita

Die Orbita, die knöcherne Augenhöhle, enthält neben dem Augapfel selbst zahlreiche weitere Strukturen wie die äußeren Augenmuskeln, Nerven, Blutgefäße und Fettgewebe. Während die akute Entzündung der Orbita meist rasch mit ausgeprägten Beschwerden einsetzt, verlaufen chronische entzündliche Affektionen der Orbita deutlich schleichender und über einen längeren Zeitraum, wobei sich die entzündliche Veränderung des Gewebes innerhalb der Augenhöhle häufig erst allmählich bemerkbar macht. Diese langanhaltende oder wiederkehrende Entzündung kann im Verlauf zu einer zunehmenden Vermehrung des Gewebevolumens innerhalb der Augenhöhle und in der Folge zu einer allmählich fortschreitenden Verdrängung des Augapfels nach vorne führen.

Ursachen

Chronische entzündliche Affektionen der Orbita können durch verschiedene zugrunde liegende Erkrankungen ausgelöst werden. Eine häufige Ursache ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der das körpereigene Abwehrsystem auch das Gewebe innerhalb der Augenhöhle angreift und zu einer langanhaltenden Entzündungsreaktion mit Vermehrung des Binde- und Fettgewebes führt. Auch bestimmte, seltenere entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes, die mehrere Organsysteme gleichzeitig betreffen können, sowie chronische, unzureichend ausgeheilte Infektionen im Bereich der Augenhöhle oder der angrenzenden Nasennebenhöhlen können eine chronische Entzündung der Orbita unterhalten.

Symptome

Betroffene bemerken häufig eine allmählich zunehmende Vorwölbung des Augapfels, die sich über Wochen bis Monate entwickelt und von den Betroffenen selbst mitunter erst spät bemerkt wird, da sich das äußere Erscheinungsbild nur langsam verändert. Begleitend können ein Druckgefühl hinter dem Auge, eine Einschränkung der Augenbeweglichkeit mit entsprechenden Doppelbildern sowie eine chronische Reizung der Augenoberfläche durch die veränderte Lidstellung auftreten. In ausgeprägteren Fällen kann die zunehmende Raumforderung innerhalb der Augenhöhle auch den Sehnerv unter Druck setzen und zu einer Beeinträchtigung der Sehschärfe führen.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine kombinierte augenärztliche Untersuchung, bei der das Ausmaß der Vorwölbung des Augapfels sowie die Beweglichkeit der Augen genau erfasst werden. Eine bildgebende Untersuchung der Augenhöhle, meist mittels Computertomographie oder Magnetresonanztomographie, zeigt die charakteristische Vermehrung des Gewebevolumens innerhalb der Orbita und liefert wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Schilddrüsenerkrankung erfolgt zusätzlich eine internistisch-endokrinologische Untersuchung mit Bestimmung der Schilddrüsenwerte und entsprechender Antikörper.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einer autoimmun bedingten Schilddrüsenerkrankung als Auslöser steht zunächst die Einstellung der Schilddrüsenfunktion im Vordergrund, ergänzt durch entzündungshemmende Medikamente in Phasen ausgeprägter Entzündungsaktivität. Bei anderen zugrunde liegenden entzündlichen Erkrankungen kommen ebenfalls gezielt entzündungshemmende und das Immunsystem regulierende Medikamente zum Einsatz. Bei einer ausgeprägten, den Sehnerv gefährdenden Raumforderung innerhalb der Augenhöhle kann in seltenen, schweren Fällen ein operativer Eingriff notwendig werden, um den Druck auf den Sehnerv zu entlasten.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf chronischer entzündlicher Affektionen der Orbita ist meist langwierig und kann sich über Monate bis Jahre erstrecken, wobei Phasen ausgeprägterer Entzündungsaktivität mit ruhigeren Phasen abwechseln können. Bei rechtzeitiger Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, insbesondere einer gut eingestellten Schilddrüsenerkrankung, lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung in den meisten Fällen erfolgreich begrenzen. Eine bereits eingetretene, ausgeprägte Vorwölbung des Augapfels kann jedoch auch nach erfolgreicher Behandlung der zugrunde liegenden Entzündung teilweise bestehen bleiben, sodass regelmäßige augenärztliche Verlaufskontrollen wichtig bleiben.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich diese Form von der akuten Orbitaentzündung?

Sie verläuft deutlich schleichender über einen längeren Zeitraum, während die akute Form meist rasch mit ausgeprägten Beschwerden einsetzt.

Welche Grunderkrankung ist eine häufige Ursache?

Eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der das Abwehrsystem auch das Gewebe innerhalb der Augenhöhle angreift, ist eine häufige Ursache.

Warum bemerken Betroffene die Veränderung oft erst spät?

Weil sich die Vorwölbung des Augapfels über Wochen bis Monate nur allmählich entwickelt und das äußere Erscheinungsbild sich langsam verändert.

Wann ist ein operativer Eingriff notwendig?

Nur in seltenen, schweren Fällen, wenn eine ausgeprägte Raumforderung innerhalb der Augenhöhle den Sehnerv gefährdet und entlastet werden muss.

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