Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Weitere Notfälle

Candida auris

Candida auris ist ein Hefepilz, der 2009 erstmals aus einem menschlichen Ohr beschrieben wurde und seitdem in vielen Ländern in Krankenhäusern aufgetreten ist. Er ist für Fachleute schwer zu erkennen, überlebt lange auf Oberflächen und ist häufig gegen Antimykotika der Gruppen Triazole und Echinocandine sowie teils gegen weitere Mittel unempfindlich. Für Gesunde ist er meist harmlos, bei schwer kranken Menschen kann er jedoch gefährliche Infektionen hervorrufen.

Ursachen

Der Pilz besiedelt vor allem die Haut, aber auch Ohren, Achseln, Leisten und Schleimhäute und wird über Hände, Geräte und Flächen weitergegeben. Risikofaktoren sind lange Aufenthalte auf Intensivstationen, zentrale Venenkatheter, Beatmung, Operationen, Diabetes, geschwächte Abwehr und vorangegangene Antibiotika- oder Pilzbehandlungen. Ausbrüche sind aus Kliniken und Pflegeeinrichtungen berichtet worden.

Symptome

Die Besiedlung verursacht keine Beschwerden. Eine Infektion äußert sich meist als Fieber und Schüttelfrost, die trotz Antibiotika bestehen bleiben, bei Blutbahninfektionen mit Kreislaufproblemen. Weitere Infektionsorte sind Wunden, Ohren, Harnwege oder Bauchraum. Da die Symptome unspezifisch sind, fällt die Infektion oft spät auf.

Anzeige

Diagnostik

Der Nachweis erfolgt durch Anzucht aus Blut, Wundabstrich, Urin oder Hautabstrichen und benötigt spezielle Methoden, weil der Pilz mit einfachen Testverfahren mit anderen Candida-Arten verwechselt werden kann. Ein Resistenztest zeigt, welche Antimykotika noch wirken. Bei Ausbrüchen werden Kontaktpersonen und Umgebung gezielt untersucht.

Behandlung

Zur Behandlung von Infektionen werden meist Echinocandine eingesetzt, bei Resistenz stehen weitere Wirkstoffe zur Verfügung, die eine erfahrene infektiologische Betreuung erfordern. Infizierte Katheter werden entfernt. Besiedlung wird nicht mit Medikamenten behandelt, kann aber durch Hautreinigung mit Antiseptika beeinflusst werden. Die Hygiene ist ein wesentlicher Teil der Behandlung.

Verlauf und Prognose

Bei Gesunden bleibt die Besiedlung folgenlos. Bei Schwerkranken sind Blutbahninfektionen gefährlich, weil sie spät erkannt werden und Resistenzen die Auswahl wirksamer Mittel einschränken. Konsequente Händedesinfektion, Flächendesinfektion mit gegen den Pilz wirksamen Mitteln, Schutzkleidung und Isolierung von Betroffenen helfen, Ausbrüche zu verhindern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Was ist Candida auris?

Ein oft mehrfach resistenter Hefepilz, der in Kliniken auftritt und bei Schwerkranken schwere Infektionen verursachen kann.

Warum ist er schwer zu erkennen?

Weil er mit einfachen Testverfahren leicht mit anderen Candida-Arten verwechselt wird und spezielle Labormethoden braucht.

Sind Gesunde gefährdet?

Für Gesunde ist der Pilz meist harmlos, gefährdet sind vor allem Menschen mit schwerer Erkrankung und geschwächter Abwehr.

Wie wird die Ausbreitung verhindert?

Durch Händedesinfektion, wirksame Flächendesinfektion, Schutzkleidung und Isolierung von Betroffenen in Kliniken.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen