Betreuung der Mutter bei festgestellter oder vermuteter Lage- und Einstellungsanomalie des Fetus
Die Betreuung der Mutter bei festgestellter oder vermuteter Lage- und Einstellungsanomalie des Fetus bezeichnet die gezielte schwangerschaftsbegleitende Überwachung, die einsetzt, sobald im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge eine von der üblichen, für die Geburt günstigen Kopflage abweichende Position des Kindes festgestellt oder vermutet wird. Diese besondere Betreuung findet bereits vor Beginn der eigentlichen Geburt statt und unterscheidet sich damit von der Behandlung eines während der Geburt selbst auftretenden Geburtshindernisses durch eine solche Anomalie, da hier zunächst die Beobachtung, Beratung und gegebenenfalls vorbereitende Planung im Vordergrund steht.
Ursachen
Eine von der üblichen Kopflage abweichende Position des Kindes, etwa eine Beckenendlage oder eine Querlage, kann verschiedene Ursachen haben, darunter eine relative Enge oder besondere Form der Gebärmutter, eine ungewöhnliche Lage der Plazenta, eine überdurchschnittliche oder unterdurchschnittliche Fruchtwassermenge sowie bestimmte Besonderheiten des Kindes selbst. Bei einem erheblichen Teil der betroffenen Schwangerschaften findet sich jedoch keine eindeutig fassbare Ursache für die abweichende Lage, und viele Kinder drehen sich im Laufe der weiteren Schwangerschaft noch von selbst in die übliche Kopflage.
Symptome
Eine Lage- oder Einstellungsanomalie des Kindes verursacht bei der Mutter in der Regel keine eigenen, spezifischen körperlichen Beschwerden und wird meist im Rahmen der routinemäßigen Untersuchung des Bauches sowie einer Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaftsvorsorge festgestellt. Manche Frauen berichten über ein subjektiv unterschiedliches Bewegungsmuster des Kindes im Vergleich zu einer üblichen Kopflage, dies ist jedoch kein zuverlässiges Anzeichen und ersetzt nicht die ärztliche Untersuchung.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine Untersuchung des Bauches, bei der die geübte Untersucherin oder der Untersucher die Lage des Kindes ertasten kann, sowie durch eine Ultraschalluntersuchung, die eine zuverlässige Bestätigung der genauen kindlichen Position ermöglicht. Da sich die Lage des Kindes insbesondere in den mittleren Schwangerschaftswochen noch häufig ändert, wird eine festgestellte Lageanomalie in der Regel im Verlauf der Schwangerschaft durch weitere Kontrolluntersuchungen erneut überprüft, bevor endgültige Entscheidungen für die Geburtsplanung getroffen werden.
Behandlung
Wird eine Lageanomalie bereits vor der Geburt festgestellt, stehen verschiedene Möglichkeiten der Betreuung zur Verfügung. Bei einer Beckenendlage kann in bestimmten Situationen ein äußerer Wendungsversuch angeboten werden, bei dem von außen behutsam versucht wird, das Kind durch die Bauchdecke hindurch in die übliche Kopflage zu drehen. Gelingt eine solche Wendung nicht oder ist sie nicht möglich, wird gemeinsam mit der werdenden Mutter der voraussichtlich sicherste Geburtsmodus besprochen, wobei je nach individueller Situation sowohl eine besonders sorgfältig begleitete vaginale Geburt als auch eine geplante Schnittentbindung infrage kommen kann.
Verlauf und Prognose
Ein erheblicher Teil der zunächst festgestellten Lageanomalien bildet sich im weiteren Verlauf der Schwangerschaft von selbst zurück, da sich viele Kinder bis zur Geburt noch in die übliche Kopflage drehen. Bleibt eine Lageanomalie bis zur Geburt bestehen, ist bei einer sorgfältigen, individuell geplanten Betreuung und Wahl des geeigneten Geburtsmodus die Prognose für Mutter und Kind in aller Regel gut. Eine engmaschige Begleitung durch die geburtshilfliche Betreuung trägt wesentlich dazu bei, die für die jeweilige Situation sicherste Vorgehensweise rechtzeitig festzulegen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Schwangerschaftsvorsorge: Ablauf und Untersuchungen
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich diese Betreuung von einem Geburtshindernis?
Diese Betreuung setzt bereits vor Beginn der eigentlichen Geburt ein und umfasst Beobachtung, Beratung und Planung, während ein Geburtshindernis eine bereits während der Geburt selbst auftretende Komplikation bezeichnet.
Drehen sich Kinder mit Lageanomalie oft noch von selbst?
Ja, ein erheblicher Teil der zunächst festgestellten Lageanomalien bildet sich im weiteren Verlauf der Schwangerschaft von selbst zurück.
Was ist ein äußerer Wendungsversuch?
Ein Verfahren, bei dem von außen behutsam versucht wird, das Kind bei einer Beckenendlage durch die Bauchdecke hindurch in die übliche Kopflage zu drehen.
Muss bei bestehender Lageanomalie immer eine Schnittentbindung erfolgen?
Nicht zwangsläufig, je nach individueller Situation kann sowohl eine besonders sorgfältig begleitete vaginale Geburt als auch eine geplante Schnittentbindung infrage kommen.
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