Querlage
Die Querlage bezeichnet eine seltene, regelwidrige Lage des ungeborenen Kindes im Mutterleib, bei der die Längsachse des kindlichen Körpers quer zur Längsachse der Gebärmutter verläuft, sodass sich weder der Kopf noch das Gesäß des Kindes am unteren Ende der Gebärmutter in Richtung des Geburtskanals befindet. Diese Lage steht im Gegensatz zur weit überwiegenden Mehrheit der Schwangerschaften, bei denen sich das Kind gegen Ende der Schwangerschaft in eine Längslage mit dem Kopf voran einstellt, die eine normale, vaginale Geburt ermöglicht. Eine Querlage, die auch zum Zeitpunkt der Entbindung fortbesteht, macht angesichts der fehlenden Möglichkeit einer sicheren vaginalen Geburt fast immer eine Entbindung mittels Kaiserschnitt notwendig.
Ursachen
Die Querlage entsteht durch verschiedene Faktoren, die dem Kind eine ausreichende Bewegungsfreiheit geben oder die übliche, kopfvorangehende Einstellung erschweren, wobei zu den häufigsten Ursachen eine Mehrlingsschwangerschaft, eine ungewöhnlich große Menge an Fruchtwasser, eine bereits mehrfach gedehnte Gebärmutterwand nach mehreren vorausgegangenen Schwangerschaften sowie eine Fehlbildung der Gebärmutter oder ein tief sitzendes Wachstumshindernis, insbesondere eine Placenta praevia, zählen. Auch eine Frühgeburtlichkeit, bei der sich das Kind noch nicht in die übliche, kopfvorangehende Position eingestellt hat, geht häufig mit einer Querlage einher, die sich im weiteren Verlauf der Schwangerschaft jedoch häufig noch von selbst in eine Längslage verändert.
Symptome
Die Querlage verursacht bei der Mutter in aller Regel keine eigenen Beschwerden, wobei sich der auffällige, quer über den Bauch verbreiterte sowie in seiner Höhe geringere Fruchtwasserstand bei der äußeren Untersuchung durch eine erfahrene Fachperson feststellen lässt. Bei einer bereits während der Wehentätigkeit fortbestehenden Querlage besteht ein erhebliches Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung mit nachfolgendem Vorfall der Nabelschnur oder eines kindlichen Körperteils, insbesondere eines Arms, in den Geburtskanal, was einen akuten, notfallmäßig zu behandelnden Zustand darstellt.
Diagnostik
Die Diagnose der Querlage wird durch eine äußere Tastuntersuchung des schwangeren Bauches sowie durch eine Ultraschalluntersuchung gestellt, die die genaue Lage des kindlichen Körpers innerhalb der Gebärmutter zuverlässig darstellt. Diese Untersuchung wird routinemäßig im Rahmen der regelmäßigen Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen, insbesondere gegen Ende der Schwangerschaft, durchgeführt, um eine mögliche Querlage rechtzeitig vor dem errechneten Geburtstermin zu erkennen sowie die weitere Geburtsplanung entsprechend anzupassen.
Behandlung
Die Behandlung der Querlage besteht bei einer noch vor dem Geburtstermin festgestellten Fehllage zunächst in dem Versuch einer äußeren Wendung, bei der eine erfahrene Fachperson durch gezielten, sanften Druck von außen auf den Bauch der schwangeren Frau versucht, das Kind manuell in eine Längslage mit dem Kopf voran zu drehen. Bleibt diese Wendung erfolglos oder wird die Querlage erst während der bereits eingesetzten Wehentätigkeit festgestellt, ist eine Entbindung mittels Kaiserschnitt fast immer notwendig, da eine vaginale Geburt bei fortbestehender Querlage mit einem erheblichen Risiko für Mutter sowie Kind verbunden wäre. Bei einem vorzeitigen Blasensprung mit Nabelschnur- oder Armvorfall ist ein unverzüglicher Notfall-Kaiserschnitt lebensrettend.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Querlage ist bei einer rechtzeitig erkannten sowie angemessen geplanten Entbindung mittels Kaiserschnitt für Mutter sowie Kind sehr gut, wobei die überwiegende Mehrheit der betroffenen Kinder ohne Komplikationen zur Welt kommt. Eine erfolgreiche äußere Wendung kann bei einem Teil der Betroffenen eine anschließende vaginale Geburt ermöglichen, wobei die Erfolgsaussichten dieser Wendung von mehreren Faktoren, insbesondere der Fruchtwassermenge sowie der Anzahl vorausgegangener Schwangerschaften, abhängen. Eine unbehandelt während der Geburt fortbestehende Querlage stellt dagegen eine erhebliche Gefahr sowohl für die Mutter als auch für das Kind dar, weshalb eine rechtzeitige Diagnosestellung sowie Geburtsplanung von entscheidender Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Querlage: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was bedeutet Querlage?
Die Längsachse des Kindes verläuft quer zur Längsachse der Gebärmutter, statt sich mit dem Kopf zum Geburtskanal auszurichten.
Welche Faktoren begünstigen eine Querlage?
Mehrlingsschwangerschaft, viel Fruchtwasser, mehrfache vorausgegangene Schwangerschaften sowie Fehlbildungen der Gebärmutter.
Was wird zur Korrektur vor der Geburt versucht?
Eine äußere Wendung, bei der das Kind von außen manuell in eine Längslage gedreht wird.
Wie wird eine bei der Geburt fortbestehende Querlage entbunden?
Fast immer mittels Kaiserschnitt, da eine vaginale Geburt nicht sicher möglich ist.
Weiterlesen
Hypoplastisches Rechtsherzsyndrom
Ein seltener, schwerer angeborener Herzfehler mit einer hochgradig unterentwickelten rechten Herzhälfte, der eine unverzügliche Behandlung unmittelbar nach der Geburt sowie eine mehrstufige operative Versorgung erfordert.
Weiterlesen →Kinder & JugendlicheOffener Ductus arteriosus
Eine der häufigsten angeborenen Herzfehlbildungen, bei der sich eine für den vorgeburtlichen Kreislauf notwendige Gefäßverbindung nach der Geburt nicht regelrecht verschließt.
Weiterlesen →Kinder & JugendlicheKoarktation der Aorta
Eine angeborene Einengung der Hauptschlagader, die zu einem erhöhten Blutdruck in der oberen Körperhälfte sowie einer unzureichenden Durchblutung der unteren Körperhälfte führt sowie eine gezielte Behandlung erfordert.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.