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Symptome

Anurie und Oligurie

Die Oligurie bezeichnet eine deutlich verminderte, die Anurie eine nahezu vollständig fehlende Harnausscheidung und stellen beide ein ernstzunehmendes Warnzeichen einer zugrunde liegenden Funktionsstörung der Nieren, einer unzureichenden Durchblutung der Nieren oder einer Behinderung des Harnabflusses aus den ableitenden Harnwegen dar. Da die Nieren für die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten sowie überschüssiger Flüssigkeit aus dem Körper unerlässlich sind, führt eine anhaltende Oligurie oder Anurie unbehandelt rasch zu einer gefährlichen Ansammlung harnpflichtiger Substanzen sowie einer Überwässerung des Körpers, was innerhalb weniger Tage lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Sowohl Oligurie als auch Anurie erfordern daher stets eine rasche, gezielte ärztliche Abklärung der zugrunde liegenden Ursache, um eine geeignete Behandlung möglichst frühzeitig einleiten zu können.

Ursachen

Oligurie sowie Anurie können durch drei grundsätzlich unterschiedliche Mechanismen verursacht werden, die sich in ihrer weiteren Behandlung erheblich voneinander unterscheiden: eine unzureichende Durchblutung der ansonsten gesunden Nieren, etwa im Rahmen eines erheblichen Flüssigkeitsmangels, eines starken Blutverlusts oder eines Kreislaufversagens, eine direkte Schädigung des Nierengewebes selbst durch verschiedenste Erkrankungen sowie Giftstoffe, oder eine Behinderung des Harnabflusses aus den ableitenden Harnwegen, etwa durch einen Harnstein oder eine vergrößerte Prostata. Diese Einteilung in eine vor den Nieren, in den Nieren selbst oder nach den Nieren gelegene Ursache ist für die weitere diagnostische Abklärung sowie die gezielte Behandlung von zentraler Bedeutung. Bei kritisch kranken Menschen, insbesondere im Rahmen einer schweren Infektion oder nach einer größeren Operation, treten Oligurie sowie Anurie besonders häufig auf.

Symptome

Das führende Symptom sowohl der Oligurie als auch der Anurie ist die deutlich verminderte beziehungsweise nahezu vollständig fehlende Harnausscheidung, die von den Betroffenen selbst oder im Rahmen einer pflegerischen beziehungsweise ärztlichen Überwachung bemerkt wird. Bei anhaltender Beschwerdedauer entwickeln sich im Verlauf weitere Symptome, die durch die zunehmende Ansammlung harnpflichtiger Substanzen sowie überschüssiger Flüssigkeit im Körper verursacht werden, insbesondere Übelkeit, Erbrechen, zunehmende Schwellungen der Beine sowie im fortgeschrittenen Stadium eine zunehmende Atemnot durch eine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Bei sehr ausgeprägten, unbehandelten Verläufen kann es zusätzlich zu Bewusstseinsstörungen sowie schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen kommen, die durch die begleitende Störung des Elektrolythaushalts verursacht werden.

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Diagnostik

Die Diagnostik bei Oligurie sowie Anurie zielt vorrangig darauf ab, die zugrunde liegende Ursache einer der drei möglichen Kategorien zuzuordnen, wobei eine sorgfältige Untersuchung des Flüssigkeits- sowie Kreislaufstatus, eine Blutuntersuchung der Nierenwerte sowie des Elektrolythaushalts sowie eine Ultraschalluntersuchung der Nieren sowie der ableitenden Harnwege die wichtigsten diagnostischen Schritte darstellen. Die Ultraschalluntersuchung ist dabei von besonderer Bedeutung, da sie eine Behinderung des Harnabflusses durch einen aufgestauten Harnleiter oder eine aufgestaute Nierenbeckenkelchsystem direkt sichtbar machen kann. Eine genaue Bilanzierung der Flüssigkeitsaufnahme sowie -ausscheidung liefert zusätzliche wichtige Informationen für die weitere Behandlungsplanung.

Behandlung

Die Behandlung von Oligurie sowie Anurie richtet sich ausschließlich nach der identifizierten zugrunde liegenden Ursachenkategorie, wobei bei einer unzureichenden Durchblutung der Nieren eine gezielte Wiederherstellung eines ausreichenden Flüssigkeits- sowie Kreislaufvolumens im Vordergrund steht. Bei einer direkten Schädigung des Nierengewebes selbst richtet sich die Behandlung nach der jeweils zugrunde liegenden spezifischen Erkrankung, wobei bei einem erheblichen Ausmaß der Nierenfunktionsstörung eine vorübergehende oder dauerhafte Blutwäsche notwendig werden kann. Bei einer Behinderung des Harnabflusses aus den ableitenden Harnwegen steht die unverzügliche Beseitigung dieses Abflusshindernisses, etwa durch die Entfernung eines Harnsteins oder die Einlage eines Harnleiterkatheters, im Vordergrund der Behandlung.

Verlauf und Prognose

Die Prognose bei Oligurie sowie Anurie hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache sowie der Geschwindigkeit ab, mit der eine geeignete Behandlung eingeleitet wird, wobei eine durch eine Behinderung des Harnabflusses verursachte Anurie bei rechtzeitiger Beseitigung des Abflusshindernisses in aller Regel eine gute Prognose mit vollständiger Wiederherstellung der Nierenfunktion aufweist. Eine durch eine direkte Schädigung des Nierengewebes verursachte, ausgeprägte Nierenfunktionsstörung kann dagegen zu einer bleibenden Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen, die im schwersten Fall eine dauerhafte Blutwäsche erforderlich machen kann. Eine unbehandelte, anhaltende Oligurie oder Anurie ist mit einer erheblichen Sterblichkeit verbunden, weshalb eine rasche Diagnosestellung sowie Behandlung von entscheidender Bedeutung für die Prognose ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Oligurie und Anurie?

Oligurie bezeichnet eine deutlich verminderte, Anurie eine nahezu vollständig fehlende Harnausscheidung.

Welche drei Ursachenkategorien werden unterschieden?

Eine unzureichende Nierendurchblutung, eine direkte Schädigung des Nierengewebes sowie eine Behinderung des Harnabflusses.

Welche Untersuchung ist besonders wichtig zur Ursachenklärung?

Eine Ultraschalluntersuchung der Nieren sowie der ableitenden Harnwege.

Was steht bei einem Abflusshindernis der Harnwege im Vordergrund?

Die unverzügliche Beseitigung des Abflusshindernisses, etwa durch Entfernung eines Harnsteins.

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