Zentrale Perforation des Trommelfells
Die zentrale Perforation des Trommelfells bezeichnet ein umschriebenes Loch innerhalb der zentralen, von einem verbliebenen Trommelfellrand vollständig umgebenen Fläche des Trommelfells und stellt eine der häufigsten Formen der Trommelfellperforation dar, die überwiegend als Folge einer durchgemachten akuten oder chronischen Mittelohrentzündung entsteht. Im Unterschied zu randständigen Perforationen, bei denen der knöcherne Trommelfellrand mit betroffen ist und die mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegendere Folgeerkrankungen verbunden sind, gilt die zentrale Perforation als die insgesamt gutartigere Verlaufsform mit einer besseren Ausgangslage für eine spontane Abheilung sowie ein günstigeres operatives Ergebnis, sofern ein operativer Verschluss notwendig wird. Das Ausmaß der durch die zentrale Perforation verursachten Hörminderung sowie der erhöhten Infektanfälligkeit des Mittelohrs hängt maßgeblich von der Größe des vorliegenden Defekts ab.
Ursachen
Die zentrale Perforation des Trommelfells entsteht überwiegend als direkte Folge einer akuten Mittelohrentzündung, bei der sich im Mittelohr angesammeltes, unter Druck stehendes Sekret einen Weg durch das Trommelfell bahnt, sowie als Folge einer chronisch bestehenden Mittelohrentzündung, bei der die anhaltende Entzündungsreaktion die zentrale Trommelfellfläche allmählich schädigt und zu einem bleibenden Defekt führt. Seltener entsteht eine zentrale Perforation durch ein direktes Trauma des Trommelfells, etwa durch eine unsachgemäße Reinigung des Gehörgangs mit spitzen Gegenständen, oder als Folge eines plötzlichen Druckausgleichs, etwa bei einem kräftigen Schlag auf das Ohr. Eine wiederholt auftretende oder unzureichend ausgeheilte Mittelohrentzündung erhöht das Risiko, dass sich ein zunächst kleiner Trommelfelldefekt nicht spontan verschließt, sondern zu einer dauerhaften Perforation wird.
Symptome
Die zentrale Perforation des Trommelfells äußert sich durch eine Hörminderung, deren Ausmaß maßgeblich von der Größe des vorliegenden Defekts abhängt, sowie durch eine erhöhte Anfälligkeit für wiederkehrende Mittelohrentzündungen, da über die Perforation Wasser sowie Keime aus dem Gehörgang in das eigentlich geschützte Mittelohr eindringen können. Viele Betroffene bemerken zudem, dass insbesondere beim Duschen oder Baden eingedrungenes Wasser über den bestehenden Trommelfelldefekt einen Ausfluss sowie ein unangenehmes Druckgefühl im betroffenen Ohr auslösen kann. Bei einer frischen, unmittelbar nach einer durchgemachten Mittelohrentzündung entstandenen Perforation können zusätzlich Ohrensausen sowie ein vorübergehendes Schwindelgefühl auftreten, die sich mit der Abheilung der zugrunde liegenden Entzündung meist wieder zurückbilden.
Diagnostik
Die Diagnose der zentralen Perforation des Trommelfells wird durch eine mikroskopische Untersuchung des Trommelfells gestellt, bei der sich der umschriebene, zentral gelegene Defekt mit einem vollständig erhaltenen umgebenden Trommelfellrand direkt darstellen lässt. Eine Hörprüfung ermittelt das genaue Ausmaß der durch die Perforation verursachten Hörminderung und liefert wichtige Informationen für die weitere Behandlungsplanung. Eine sorgfältige Beurteilung der Größe sowie der genauen Lage der Perforation innerhalb der zentralen Trommelfellfläche ist von Bedeutung, um die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Abheilung einzuschätzen sowie gegebenenfalls die Notwendigkeit einer operativen Behandlung zu beurteilen.
Behandlung
Kleinere zentrale Perforationen des Trommelfells, insbesondere solche, die unmittelbar nach einer akuten Mittelohrentzündung entstanden sind, verschließen sich bei einem erheblichen Teil der Betroffenen innerhalb weniger Wochen von selbst, weshalb zunächst eine abwartende Verlaufsbeobachtung unter Vermeidung von Wassereintritt in das betroffene Ohr empfohlen wird. Größere oder dauerhaft bestehende Perforationen, die sich nicht spontan verschließen und mit einer spürbaren Hörminderung oder wiederholten Mittelohrentzündungen einhergehen, werden durch eine operative Rekonstruktion des Trommelfells behandelt, bei der der bestehende Defekt mit körpereigenem Gewebe verschlossen wird. Bis zu einer möglichen operativen Behandlung sollten Betroffene das Eindringen von Wasser in das betroffene Ohr konsequent vermeiden, um weitere Mittelohrentzündungen zu verhindern.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der zentralen Perforation des Trommelfells ist insgesamt günstig, da sich kleinere Defekte bei einem erheblichen Teil der Betroffenen innerhalb weniger Wochen spontan verschließen und auch eine operative Rekonstruktion bei größeren, dauerhaft bestehenden Perforationen in der überwiegenden Mehrheit der Fälle zu einem stabilen Verschluss sowie einer deutlichen Verbesserung des Hörvermögens führt. Eine unbehandelt belassene, dauerhaft bestehende Perforation birgt jedoch das Risiko wiederholter Mittelohrentzündungen sowie einer im Verlauf fortschreitenden Hörminderung, weshalb bei ausbleibendem spontanem Verschluss eine rechtzeitige operative Behandlung empfohlen wird. Nach erfolgreicher operativer Rekonstruktion des Trommelfells ist die langfristige Prognose für das Hörvermögen sowie die Infektanfälligkeit des betroffenen Ohrs sehr gut.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Zentrale Perforation des Trommelfells: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wodurch entsteht eine zentrale Trommelfellperforation meist?
Überwiegend als direkte Folge einer akuten oder chronischen Mittelohrentzündung.
Verschließen sich kleinere Perforationen von selbst?
Ja, bei einem erheblichen Teil der Betroffenen innerhalb weniger Wochen, insbesondere nach einer akuten Mittelohrentzündung.
Was sollten Betroffene bis zur Abheilung vermeiden?
Das Eindringen von Wasser in das betroffene Ohr, etwa beim Duschen oder Baden.
Wie werden größere, dauerhaft bestehende Perforationen behandelt?
Durch eine operative Rekonstruktion des Trommelfells mit körpereigenem Gewebe.
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