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Vergiftungen

Vergiftung durch Antiparkinsonmittel und zentral wirkende Muskelrelaxanzien

Antiparkinsonmittel wie Levodopa, Dopaminagonisten und Anticholinergika sowie zentral wirkende Muskelrelaxanzien wie Baclofen oder Tizanidin wirken auf das Nervensystem. Die Beschwerden einer Überdosierung hängen stark vom Wirkstoff ab. Deshalb ist die genaue Bezeichnung des Präparats wichtig.

Ursachen

Ursachen sind zu hohe Dosierung, Verwechslung, Nierenschwäche mit verzögerter Ausscheidung besonders bei Baclofen, versehentliche Einnahme durch Kinder und absichtliche Überdosierung. Ältere Menschen reagieren besonders empfindlich.

Symptome

Bei Levodopa und Dopaminagonisten treten Unruhe, Halluzinationen, unwillkürliche Bewegungen, Übelkeit, Blutdruckschwankungen und Herzrhythmusstörungen auf. Anticholinergika wie Biperiden verursachen Fieber, trockene heiße Haut, weite Pupillen, Herzrasen und Verwirrtheit. Baclofen führt zu Muskelschlaffheit, Schläfrigkeit, Koma, Atemstillstand und Krampfanfällen.

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Diagnostik

Vorgeschichte, Wirkstoff und Menge werden erfragt. Atmung, Kreislauf, Bewusstsein, Temperatur, EKG, Nierenwerte und Blutsalze werden überwacht.

Behandlung

Bei Verdacht Notruf 112 oder Giftnotruf, stabile Seitenlage bei Bewusstseinsstörung, kein Erbrechen auslösen. In der Klinik werden Atmung, notfalls durch Beatmung, und Kreislauf gestützt, Aktivkohle bei frühem Eintreffen erwogen, Unruhe und Krämpfe behandelt. Bei Baclofen kann bei schwerer Nierenschwäche eine Blutwäsche helfen.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Behandlung erholen sich die meisten Betroffenen vollständig. Baclofen-Vergiftungen können mehrere Tage dauern. Vorbeugend werden Dosen an Nierenfunktion und Alter angepasst und Medikamente kindersicher verwahrt.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum ist die Wirkstoffbezeichnung wichtig?

Die Beschwerden unterscheiden sich stark zwischen den Wirkstoffgruppen.

Was ist bei Baclofen besonders?

Es kann Bewusstlosigkeit und Atemstillstand verursachen, vor allem bei Nierenschwäche.

Woran erkenne ich Anticholinergika-Wirkung?

An heißer trockener Haut, weiten Pupillen, Herzrasen und Verwirrtheit.

Was tun bei Verdacht?

Notruf 112 oder Giftnotruf und Packung bereithalten.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

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