Vergiftung durch Malariamittel
Malariamittel wie Chloroquin und Hydroxychloroquin werden zur Vorbeugung und Behandlung der Malaria sowie bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Sie haben nur einen geringen Sicherheitsabstand zwischen wirksamer und gefährlicher Dosis. Eine Überdosierung wirkt rasch auf Herz und Gehirn und kann bereits nach kurzer Zeit lebensbedrohlich werden, besonders bei Kindern, bei denen schon wenige Tabletten gefährlich sein können.
Ursachen
Vergiftungen entstehen durch versehentliche Einnahme von Tabletten durch Kinder, Verwechslung, zu hohe Dosierung oder absichtliche Überdosierung. Da die Mittel für Reisen und Rheumatherapie zu Hause aufbewahrt werden, sind sie leicht zugänglich. Die Wirkstoffe werden schnell aufgenommen und lagern sich im Gewebe an, weshalb die Wirkung anhalten kann.
Symptome
Innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden treten Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Ohrensausen, Unruhe oder Schläfrigkeit auf. Danach folgen Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen, Verlängerung der Herzleitungszeiten, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und ein Absinken des Kaliumspiegels im Blut. Der Verlauf kann sich rasch verschlechtern.
Diagnostik
Bei Verdacht gilt jede Einnahme über der üblichen Dosis als potenziell gefährlich. Es erfolgen kontinuierliche EKG-Überwachung, Kontrolle von Kreislauf und Atmung, Bestimmung der Blutsalze, besonders des Kaliums, sowie des Blutzuckers und der Säure-Basen-Lage. Das Giftinformationszentrum berät bei der Einschätzung.
Behandlung
Erste Hilfe: Sofort Notruf 112 wählen, Verpackung bereithalten, kein Erbrechen auslösen, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage und Wiederbelebung bei Kreislaufstillstand. Die Behandlung erfolgt intensivmedizinisch mit Sicherung der Atemwege und gegebenenfalls Beatmung, Kreislaufunterstützung, Behandlung von Krampfanfällen und Herzrhythmusstörungen, sorgfältigem Ausgleich der Blutsalze und, wenn früh möglich, Aktivkohle. Die Therapie richtet sich nach Kreislauf- und Herzzustand.
Verlauf und Prognose
Die Vergiftung ist ernst, die Prognose hängt von der aufgenommenen Menge und der Schnelligkeit der Behandlung ab. Bei rechtzeitiger intensivmedizinischer Versorgung überleben viele Betroffene ohne bleibende Schäden. Vorbeugend gehören Malariamittel und alle Medikamente kindersicher weggeschlossen, und Reiseapotheken sollten außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Vergiftungen: Erste Hilfe und Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum sind Malariamittel bei Überdosierung so gefährlich?
Weil sie nur einen geringen Sicherheitsabstand haben und rasch Herz und Gehirn schädigen können.
Wie schnell ist zu handeln?
Sofort, denn die Beschwerden können innerhalb von Minuten bis Stunden lebensbedrohlich werden, deshalb den Notruf 112 wählen.
Sind Kinder besonders gefährdet?
Ja, bei Kindern können schon wenige Tabletten eine schwere Vergiftung verursachen.
Wie kann ich vorbeugen?
Alle Medikamente, auch Reisemedikamente, kindersicher und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
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