Vergiftung durch Antiallergika und Antiemetika
Antihistaminika gegen Allergien und Antiemetika gegen Übelkeit und Erbrechen, etwa Dimenhydrinat, Diphenhydramin oder Metoclopramid, sind frei erhältlich oder häufig verschrieben. Manche wirken zusätzlich beruhigend und entfalten bei Überdosierung Effekte auf Gehirn und Herz. Kleinkinder sind besonders gefährdet.
Ursachen
Ursachen sind versehentliche Einnahme durch Kinder, zu hohe Dosierung, Kombination mehrerer Präparate mit gleichem Wirkstoff, absichtliche Überdosierung und Missbrauch wegen der berauschenden Wirkung.
Symptome
Typisch sind Schläfrigkeit, Schwindel, trockener Mund, weite Pupillen, Herzrasen, Harnverhalt und Fieber. Bei hohen Dosen kommen Erregung, Halluzinationen, Krampfanfälle, Koma und Herzrhythmusstörungen hinzu. Metoclopramid kann Muskelkrämpfe im Gesicht und Nacken sowie Unruhe auslösen.
Diagnostik
Es werden Vorgeschichte, Wirkstoff und Dosis erfragt. EKG mit QT-Zeit, Temperatur, Kreislauf, Blutzucker und Blutsalze werden überwacht.
Behandlung
Bei Verdacht Notruf 112 oder Giftnotruf, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage, Wiederbelebung bei Kreislaufstillstand. In der Klinik werden Atmung, Kreislauf und Herzrhythmus überwacht, Aktivkohle bei früher Ankunft gegeben, Krampfanfälle mit passenden Mitteln behandelt und bei Bedarf Magnesium und weitere Maßnahmen für den Herzrhythmus eingesetzt.
Verlauf und Prognose
Die Mehrzahl verläuft nach Beobachtung folgenlos. Gefährlich sind Krampfanfälle und Herzrhythmusstörungen. Vorbeugend werden Medikamente kindersicher verwahrt, Dosierungen eingehalten und Doppelverwendungen vermieden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Vergiftungen: Erste Hilfe und Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Sind rezeptfreie Präparate ungefährlich?
Nein, auch sie können bei Überdosierung schwere Vergiftungen verursachen.
Warum sind Kinder gefährdet?
Schon kleine Mengen können bei ihnen Krämpfe und Herzrhythmusstörungen auslösen.
Was sind Warnzeichen?
Starke Schläfrigkeit oder Erregung, Herzrasen, weite Pupillen und Krampfanfälle.
Was tun bei Verdacht?
Notruf 112 oder Giftnotruf anrufen und die Packung bereithalten.
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