Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Augen & Sehkraft

Akute Entzündung der Orbita

Die akute Entzündung der Orbita, der knöchernen Augenhöhle, ist eine rasch einsetzende, potenziell ernste Entzündung des Gewebes innerhalb dieser Struktur, die den Augapfel sowie die zugehörigen Muskeln, Nerven und Blutgefäße umgibt. Die Entzündung entsteht am häufigsten durch eine Ausbreitung einer Infektion aus den benachbarten Nasennebenhöhlen, die anatomisch eng an die Orbita angrenzen. Aufgrund der unmittelbaren räumlichen Nähe der Orbita zum Gehirn sowie zu wichtigen Blutgefäßen im Kopfbereich stellt eine akute Orbitaentzündung eine ernstzunehmende Erkrankung dar, die eine rasche medizinische Abklärung und Behandlung erfordert, um eine Ausbreitung der Entzündung auf umliegende, lebenswichtige Strukturen zu verhindern.

Ursachen

Die häufigste Ursache der akuten Orbitaentzündung ist die Ausbreitung einer bakteriellen Infektion aus den benachbarten Nasennebenhöhlen, insbesondere den Siebbeinzellen, die durch eine dünne knöcherne Wand von der Orbita getrennt sind. Auch Infektionen im Bereich der Augenlider, der Zähne oder nach Verletzungen und Operationen im Gesichtsbereich können sich auf die Orbita ausbreiten und eine akute Entzündung auslösen. Bei Kindern tritt diese Erkrankung besonders häufig im Zusammenhang mit akuten Nasennebenhöhlenentzündungen auf, da die knöcherne Trennwand zwischen Nasennebenhöhlen und Orbita bei ihnen noch dünner und durchlässiger für eine Infektionsausbreitung ist als bei Erwachsenen.

Symptome

Die akute Entzündung der Orbita äußert sich typischerweise durch eine rasch zunehmende, schmerzhafte Schwellung und Rötung der Augenlider sowie des Gewebes um das Auge, häufig begleitet von deutlichem Fieber und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. Charakteristisch für eine tiefer liegende Beteiligung der Orbita selbst, im Unterschied zu einer oberflächlicheren Entzündung der Augenlider, sind ein Hervortreten des Augapfels, eine eingeschränkte Beweglichkeit des Auges sowie Doppelbilder, die durch die entzündungsbedingte Beeinträchtigung der Augenmuskeln entstehen. Bei fortschreitender Entzündung kann es zudem zu einer Beeinträchtigung der Sehschärfe kommen, was auf eine ernste, umgehend behandlungsbedürftige Situation hinweist.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine umgehende augenärztliche und häufig zusätzlich hals-nasen-ohrenärztliche Untersuchung, bei der das Ausmaß der Schwellung, die Beweglichkeit des Auges sowie die Sehschärfe sorgfältig erfasst werden. Eine bildgebende Untersuchung, meist eine Computertomographie der Orbita und der Nasennebenhöhlen, ist wichtiger Bestandteil der Abklärung, um das Ausmaß der Entzündung, eine mögliche Abszessbildung sowie den Ausgangspunkt der Infektion darzustellen. Diese bildgebende Diagnostik ist auch entscheidend, um eine tiefer liegende, die Orbita betreffende Entzündung von einer oberflächlicheren Entzündung der Augenlider ohne Orbitabeteiligung zu unterscheiden, da sich die Behandlung und Dringlichkeit deutlich unterscheiden.

Behandlung

Die Behandlung der akuten Orbitaentzündung erfordert aufgrund des Risikos einer Ausbreitung auf das Gehirn oder die umliegenden Blutgefäße in der Regel eine umgehende stationäre Aufnahme sowie eine intensive intravenöse antibiotische Behandlung. Bei Nachweis einer Abszessbildung im Bereich der Orbita oder der Nasennebenhöhlen kann zusätzlich ein chirurgischer Eingriff zur Entlastung und Drainage notwendig werden. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde ist bei der Behandlung dieser Erkrankung von zentraler Bedeutung, um sowohl die Infektion selbst als auch mögliche Auswirkungen auf die Sehkraft und umliegende Strukturen bestmöglich zu behandeln.

Verlauf und Prognose

Mit rascher, konsequenter Diagnostik und Behandlung ist die Prognose der akuten Orbitaentzündung insgesamt gut, die überwiegende Mehrheit der Betroffenen erreicht mit intensiver antibiotischer Behandlung eine vollständige Ausheilung ohne bleibende Beeinträchtigung. Wird die Erkrankung jedoch nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, besteht ein erhebliches Risiko für schwerwiegende Komplikationen, etwa eine dauerhafte Beeinträchtigung der Sehkraft, eine Ausbreitung der Infektion auf das Gehirn oder eine Thrombose wichtiger Blutgefäße im Kopfbereich, die lebensbedrohlich verlaufen kann. Aufgrund dieses erheblichen Risikopotenzials ist eine umgehende medizinische Abklärung bei entsprechenden Symptomen von großer Bedeutung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Warum ist eine akute Orbitaentzündung so gefährlich?

Aufgrund der unmittelbaren Nähe der Orbita zum Gehirn und zu wichtigen Blutgefäßen besteht ein Risiko für schwerwiegende Komplikationen wie eine Ausbreitung der Infektion auf das Gehirn.

Woran erkennt man, dass die Orbita selbst betroffen ist, nicht nur die Augenlider?

Typische Anzeichen einer Orbitabeteiligung sind ein Hervortreten des Augapfels, eingeschränkte Augenbeweglichkeit, Doppelbilder sowie eine mögliche Sehverschlechterung.

Warum sind Kinder besonders häufig betroffen?

Bei Kindern ist die knöcherne Trennwand zwischen Nasennebenhöhlen und Orbita noch dünner, wodurch sich Infektionen aus den Nasennebenhöhlen leichter auf die Orbita ausbreiten können.

Ist eine stationäre Behandlung immer notwendig?

Ja, aufgrund des erheblichen Komplikationsrisikos ist bei einer akuten Orbitaentzündung in der Regel eine umgehende stationäre Aufnahme mit intravenöser antibiotischer Behandlung notwendig.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen