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Innere Medizin

Aktinomykose

Die Aktinomykose ist eine seltene, chronisch verlaufende bakterielle Infektion, die durch fadenförmige Bakterien der Gattung Actinomyces verursacht wird, die trotz ihres Namens und ihres pilzähnlichen Wachstumsmusters tatsächlich zu den Bakterien zählen. Diese Bakterien gehören zur normalen Mundflora vieler gesunder Menschen und verursachen dort in der Regel keine Beschwerden, können jedoch nach einer Verletzung der Schleimhautbarriere, etwa im Rahmen einer Zahnextraktion oder einer anderen Verletzung im Mund- und Kieferbereich, in tiefere Gewebeschichten eindringen und dort eine langsam fortschreitende, chronische Entzündung mit charakteristischer Gewebeverhärtung verursachen. Die Erkrankung betrifft am häufigsten den Bereich von Gesicht und Hals, kann jedoch auch andere Körperregionen betreffen.

Ursachen

Die Aktinomykose entsteht durch Bakterien der Gattung Actinomyces, die normalerweise als Bestandteil der gesunden Mundflora vorkommen, ohne Beschwerden zu verursachen. Erst wenn die natürliche Schleimhautbarriere durchbrochen wird, etwa im Rahmen einer Zahnextraktion, einer anderen zahnärztlichen Behandlung, einer Verletzung im Mund- und Kieferbereich oder einer schlecht sitzenden Zahnprothese, können die Bakterien in tiefere Gewebeschichten eindringen und dort eine chronische Infektion auslösen. Da die Bakterien für ihr Wachstum eine sauerstoffarme Umgebung bevorzugen, siedeln sie sich besonders gerne in bereits geschädigtem, schlecht durchblutetem Gewebe an. Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr sowie einer unzureichenden Mundhygiene tragen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung dieser Erkrankung.

Symptome

Die Aktinomykose äußert sich durch eine langsam, über Wochen bis Monate fortschreitende, meist schmerzarme Verhärtung des betroffenen Gewebes, die am häufigsten im Bereich des Unterkiefers oder Halses auftritt. Im weiteren Verlauf kann sich die Verhärtung zu einem Abszess entwickeln, der schließlich zur Hautoberfläche durchbricht und dort eine oder mehrere kleine, chronisch nässende Fistelöffnungen bildet, aus denen ein charakteristisches, gelbliches, körnchenartiges Sekret austreten kann. Begleitend können ein leichtes Krankheitsgefühl sowie eine mäßige Schwellung der betroffenen Region bestehen, wobei ausgeprägtes Fieber untypisch ist. Aufgrund des langsamen, meist schmerzarmen Verlaufs wird die Erkrankung von Betroffenen häufig erst nach Wochen bis Monaten bemerkt oder zunächst für eine andere, häufigere Erkrankung gehalten.

Diagnostik

Die Diagnose der Aktinomykose wird durch eine mikrobiologische Untersuchung des charakteristischen, körnchenartigen Sekrets aus einer Fistelöffnung oder einer entnommenen Gewebeprobe gestellt, in der die typischen, fadenförmigen Bakterienstrukturen nachgewiesen werden können. Eine bildgebende Untersuchung, etwa eine Computertomographie der betroffenen Region, hilft, das Ausmaß der Gewebeausbreitung sowie eine mögliche Beteiligung benachbarter Knochenstrukturen zu beurteilen. Da sich das klinische Erscheinungsbild der Aktinomykose in seinem langsamen, verhärtenden Wachstumsmuster einer bösartigen Gewebeneubildung ähneln kann, ist eine sorgfältige Abgrenzung durch die mikrobiologische und feingewebliche Untersuchung von großer Bedeutung, um eine Fehldiagnose zu vermeiden.

Behandlung

Die Behandlung der Aktinomykose besteht in einer über mehrere Wochen bis Monate fortgesetzten, hochdosierten antibiotischen Behandlung, da die fadenförmige Wachstumsstruktur der Bakterien sowie die oft schlechte Durchblutung des betroffenen Gewebes eine besonders lange Behandlungsdauer erfordern, um die Infektion vollständig auszuheilen und ein Wiederaufflammen zu verhindern. Bei größeren Abszessen oder ausgedehnten Gewebeverhärtungen kann ergänzend eine operative Entlastung oder Entfernung des betroffenen Gewebes notwendig werden, um die Wirksamkeit der antibiotischen Behandlung zu unterstützen. Eine gute Mundhygiene sowie die Behandlung zugrunde liegender zahnärztlicher Probleme sind wichtiger Bestandteil der Gesamtbehandlung, um ein erneutes Eindringen der Bakterien zu verhindern.

Verlauf und Prognose

Bei konsequenter, ausreichend lang durchgeführter antibiotischer Behandlung ist die Prognose der Aktinomykose sehr gut, wobei die Erkrankung in den allermeisten Fällen vollständig ausheilt. Wird die Behandlung zu früh beendet, besteht ein erhöhtes Risiko für ein Wiederaufflammen der Infektion, da die schlecht durchbluteten, chronisch veränderten Gewebeareale von Antibiotika weniger gut erreicht werden können. Unbehandelt kann sich die Aktinomykose langsam über Wochen bis Monate ausbreiten und benachbarte Strukturen, einschließlich Knochen, in Mitleidenschaft ziehen. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente, ausreichend lange Behandlung sind daher entscheidend für eine vollständige Ausheilung ohne bleibende Gewebeschäden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum wird die Aktinomykose manchmal mit einem Tumor verwechselt?

Weil sich das klinische Erscheinungsbild in seinem langsamen, verhärtenden Wachstumsmuster einer bösartigen Gewebeneubildung ähneln kann, weshalb eine sorgfältige mikrobiologische und feingewebliche Abklärung zur sicheren Unterscheidung notwendig ist.

Warum dauert die Behandlung der Aktinomykose so lange?

Weil die fadenförmige Wachstumsstruktur der Bakterien sowie die oft schlechte Durchblutung des betroffenen Gewebes eine besonders lange, über mehrere Wochen bis Monate fortgesetzte antibiotische Behandlung erfordern, um die Infektion vollständig auszuheilen.

Wie kommt es typischerweise zur Ansteckung mit Aktinomykose?

Die Bakterien gehören zur normalen Mundflora und dringen erst nach einer Verletzung der Schleimhautbarriere, etwa im Rahmen einer Zahnextraktion oder einer anderen Verletzung im Mund- und Kieferbereich, in tiefere Gewebeschichten ein.

Woran erkennt man eine Aktinomykose äußerlich?

An einer langsam wachsenden, meist schmerzarmen Gewebeverhärtung, die sich später zu einem Abszess mit charakteristischen, chronisch nässenden Fistelöffnungen und gelblichem, körnchenartigem Sekret entwickeln kann.

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