AED: Wo hängt ein Defibrillator und wer darf ihn benutzen?
Ein AED ist so gebaut, dass Ungeübte ihn sicher vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes einsetzen können. Offen bleibt oft, wo Geräte hängen und ob ein Betrieb eines bereithalten muss. Die Antworten stützen sich auf die Leitlinien 2025 und auf die DGUV.
Wer darf einen AED benutzen?
Jeder. Laut den Leitlinien 2025 sollen alle Laien und medizinischen Fachkräfte ermutigt werden, einen AED zu verwenden. Die Beschilderung eines Geräts soll darauf hinweisen, dass es von jedermann benutzt werden kann und dass dafür keine Schulung erforderlich ist. Auch die DGUV stellt fest, dass Laien mit einem AED Erste Hilfe leisten können.
Wie wird ein AED bedient?
Die Leitlinien beschreiben es so: Der AED wird eingeschaltet (manche Geräte schalten sich beim Öffnen automatisch ein), die Elektrodenpads werden wie abgebildet auf die nackte Brust geklebt, und die akustischen und visuellen Anweisungen des Geräts werden befolgt. Während das Gerät den Herzrhythmus analysiert, darf niemand die Person berühren; das gilt auch, wenn ein Schock empfohlen wird. Vollautomatische Geräte geben den Schock selbst ab, bei halbautomatischen drückt die helfende Person den Auslöseknopf. Danach wird sofort mit der Herzdruckmassage weitergemacht. Sind mehrere Helfende da, läuft die Herzdruckmassage weiter, während die Pads aufgeklebt werden.
Kann mit einem AED etwas falsch gemacht werden?
Die Leitlinie stuft das Risiko für Helfende durch einen versehentlichen Schock als gering ein. Das Gerät führt durch Sprach- oder Bildanweisungen und gibt nur dann einen Schock ab, wenn er empfohlen wird. Zur Gesamtabfolge siehe Wiederbelebung Schritt für Schritt.
Wo hängt ein AED, und wie wird er gefunden?
Einen bundesweit einheitlichen Standortnachweis gibt es nach Darstellung des DGUV-Forums bislang nicht: Es existieren teils Apps, die nahe Geräte anzeigen, sie bilden die Verfügbarkeit aber nicht vollständig ab; ein einheitliches Register ist gewünscht, aber nicht umgesetzt. Die Leitlinien 2025 empfehlen deshalb, Standorte deutlich zu beschildern, AEDs bei den örtlichen Rettungsdiensten zu registrieren und mit AED-Registern sowie Ersthelferprogrammen zu verknüpfen. Der Rettungsdienst soll Anrufende zum nächsten AED führen können. Wer den Notruf wählt, kann also auch nach dem nächsten Gerät fragen.
Wie soll ein AED aufgestellt werden?
Die Leitlinien nennen: gut sichtbar, die Box unverschlossen und an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zugänglich. Orte mit hohem Personenaufkommen wie Flughäfen, Einkaufszentren und Bahnhöfe sollen leicht öffentlich zugängliche Geräte haben; Gemeinden sind angeregt, Geräte in öffentlichen Räumen aufzustellen, besonders an Orten mit häufigeren Kreislaufstillständen.
Welche Rolle hat die Rettungsleitstelle beim AED?
Sobald die Wiederbelebung läuft, soll die Leitstelle nach einem AED oder Defibrillator vor Ort fragen. Ist keiner da und sind mehrere Personen anwesend, soll sie jemanden zum nächsten Gerät leiten. Steht das Gerät bei der Person, leitet sie an, es zu aktivieren und den Anweisungen zu folgen. Wo Ersthelfersysteme eingerichtet sind, schickt sie registrierte Ersthelfende aus der Gemeinde und lässt einen AED in der Nähe holen.
Was passiert nach dem ersten Schock?
Die meisten Geräte weisen zur Herzdruckmassage an und fordern nach einer festgelegten Zeitspanne erneut zu einer Rhythmusanalyse auf. Bis der Rettungsdienst übernimmt, werden die Anweisungen des Geräts weiter befolgt. Wird kein Schock empfohlen, beginnt sofort wieder die Herzdruckmassage.
Was sagt die Leitlinie zur Sicherheit?
Neben dem geringen Risiko durch einen versehentlichen Schock nennt die Leitlinie das Risiko einer Verletzung der Helfenden bei der Wiederbelebung und das Infektionsrisiko als gering. Helfende sollen auf die eigene Sicherheit, die der Person und die aller Umstehenden achten.
Muss ein Betrieb einen AED haben?
Nach der DGUV besteht keine gesetzliche Pflicht, einen AED zu beschaffen. Die Anschaffung soll aber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden. Dabei berücksichtigt der Betrieb unter anderem Belegschaftsgröße, Altersstruktur, Publikumsverkehr, Gefährdungen und die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Betriebliche Ersthelfer werden durch ihre Aus- und Fortbildung auch über die Handhabung des AED informiert. Wie viele Ersthelfer ein Betrieb braucht, zeigt der Ersthelfer-Rechner.
Wer zahlt die Schulung am AED?
Eine separate AED-Schulung gehört nicht zu den drei Formaten, deren Lehrgangsgebühr der Unfallversicherungsträger für benannte Ersthelfer übernimmt. Einzelheiten stehen unter Kosten & Abrechnung. Teams, die die Geräteschulung im Betrieb wünschen, können einen Inhouse-Kurs anfragen.
Quellen & Fundstellen
- GRC: Reanimation 2025 – Leitlinien kompakt — Abschnitt AED: Bedienung, Standorte, Beschilderung, Registrierung
- DGUV, Fachbereich Erste Hilfe: AED — Laien können mit einem AED Erste Hilfe leisten
- DGUV forum 3/2024: Einsatz von AEDs im Betrieb — Keine gesetzliche Pflicht; Prüfung in der Gefährdungsbeurteilung; Standortübersicht
- DGUV Information 204-010 — Automatisierte Defibrillation im Rahmen der betrieblichen Ersten Hilfe
Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Im Zweifel gilt der jeweils aktuelle Verordnungstext.
Häufige Fragen
Braucht man für den AED eine Schulung oder einen Nachweis?
Nein. Laien dürfen einen AED einsetzen; die Leitlinien 2025 verlangen, dass die Beschilderung darauf hinweist, dass keine Schulung erforderlich ist.
Ist ein AED im Betrieb Pflicht?
Nein, nach DGUV gibt es keine gesetzliche Pflicht. Die Anschaffung ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu prüfen.
Muss ich den AED anmelden oder registrieren, wenn wir einen aufstellen?
Die Leitlinien 2025 empfehlen, AEDs bei den örtlichen Rettungsdiensten zu registrieren und mit AED-Registern und Ersthelferprogrammen zu verknüpfen. Eine gesetzliche Pflicht dazu nennen die herangezogenen Quellen nicht.
Wo finde ich den nächsten AED?
Über die Beschilderung vor Ort, über Karten-Apps (mit lückenhaftem Bestand) oder über die Rettungsleitstelle am Notruf 112.
Weiterlesen
Betriebliche Ersthelfer: Wie viele braucht ein Betrieb?
Die Richtwerte aus der DGUV Vorschrift 1 — und warum „Pflicht“ und „Prozentwert“ nicht dasselbe sind.
Weiterlesen →RatgeberErste-Hilfe-Kurs in der Arbeitszeit: Freistellung und Lohnfortzahlung
Wer zahlt das Entgelt, wenn Beschäftigte für einen Erste-Hilfe-Lehrgang ausfallen — und was übernimmt der Unfallversicherungsträger? § 23 Abs. 2 und 3 SGB VII im Überblick.
Weiterlesen →RatgeberWann muss ich meinen Erste-Hilfe-Kurs auffrischen?
Führerschein, Betrieb, Lehrkraft — die Fristen unterscheiden sich. Ein Überblick plus Auffrischungs-Rechner.
Weiterlesen →Kurs gefunden?
Sieh dir die freien Termine an oder finde mit dem Kursfinder das passende Format.