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Verdauung & Magen-Darm

Zysten der Mundregion

Zysten der Mundregion sind gutartige, von einer eigenen Gewebehülle umschlossene Hohlräume, die mit Flüssigkeit oder halbfestem Material gefüllt sind und sich im Bereich des Kiefers oder der Mundschleimhaut entwickeln können. Sie entstehen entweder als Folge einer entzündlichen Erkrankung, meist ausgehend von einem abgestorbenen Zahnnerv, oder auf entwicklungsbedingter Grundlage, wenn während der Zahn- und Kieferentwicklung eingeschlossenes Gewebe im Laufe der Zeit einen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum bildet. Zysten der Mundregion wachsen meist sehr langsam und verursachen über lange Zeit keine Beschwerden, weshalb sie häufig zufällig bei einer routinemäßigen zahnärztlichen Röntgenuntersuchung entdeckt werden, können bei fortschreitendem Wachstum jedoch benachbarte Zähne verdrängen und den umgebenden Kieferknochen zunehmend verdrängen.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer Zyste der Mundregion ist eine chronische Entzündung an der Wurzelspitze eines abgestorbenen Zahnes, bei der sich über Monate bis Jahre aus dem entzündlichen Gewebe allmählich ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum entwickelt, eine sogenannte radikuläre Zyste. Entwicklungsbedingte Zysten entstehen, wenn Reste von Gewebe, das während der normalen Zahn- und Kieferentwicklung angelegt wurde, im Kiefer eingeschlossen bleiben und sich im Laufe der Zeit zu einem Hohlraum umwandeln, wie es etwa bei Zysten im Zusammenhang mit nicht durchgebrochenen Zähnen der Fall sein kann. Seltener entstehen Zysten der Mundschleimhaut durch eine Verletzung oder einen Verschluss einer kleinen Speicheldrüse, wodurch sich der produzierte Speichel im umliegenden Gewebe ansammelt und einen kleinen, flüssigkeitsgefüllten Knoten bildet.

Symptome

Zysten der Mundregion verursachen in ihrem frühen Wachstumsstadium in der Regel keine Beschwerden und werden daher häufig zufällig bei einer routinemäßigen zahnärztlichen Röntgenuntersuchung entdeckt. Erst bei fortschreitendem Wachstum kann eine sichtbare oder tastbare Schwellung im betroffenen Kiefer- oder Schleimhautbereich auftreten, die meist schmerzlos ist, solange keine zusätzliche Entzündung hinzukommt. Bei ausgeprägterem Wachstum können benachbarte Zähne verdrängt oder gelockert werden, was zu einer veränderten Zahnstellung führen kann. Kommt es zu einer bakteriellen Infektion der Zyste, können zusätzlich Schmerzen, eine Rötung sowie eine akute Schwellung des betroffenen Bereichs auftreten. Zysten der Mundschleimhaut, die von kleinen Speicheldrüsen ausgehen, zeigen sich meist als weiche, bläulich durchscheinende, schmerzlose Knötchen an der Lippen- oder Wangeninnenseite.

Diagnostik

Die Diagnose einer Zyste der Mundregion wird durch eine zahnärztliche Untersuchung sowie eine Röntgenuntersuchung des betroffenen Kieferbereichs gestellt, bei der sich die Zyste typischerweise als scharf begrenzter, dunkler, rundlicher Bereich im Kieferknochen darstellt. Bei radikulären Zysten lässt sich häufig der ursächliche, abgestorbene Zahn identifizieren, von dessen Wurzelspitze die Zyste ausgeht. Bei größeren oder unklaren Befunden kann eine dreidimensionale Bildgebung mittels digitaler Volumentomographie zusätzliche Informationen über die genaue Ausdehnung der Zyste und ihr Verhältnis zu benachbarten Strukturen liefern. Zur endgültigen Diagnosesicherung sowie zum Ausschluss selteneren, ernsteren Veränderungen wird das entnommene Zystengewebe nach der operativen Entfernung feingeweblich untersucht.

Behandlung

Die Behandlung einer Zyste der Mundregion besteht in der Regel in ihrer operativen Entfernung, wobei bei einer radikulären Zyste in der Regel gleichzeitig entweder eine Wurzelbehandlung des ursächlichen Zahnes oder, wenn dieser nicht erhaltungswürdig ist, dessen Entfernung erfolgt, um die zugrunde liegende Entzündungsquelle zu beseitigen. Bei sehr großen Zysten kann anstelle einer vollständigen Entfernung zunächst eine Eröffnung der Zyste mit anschließender, über längere Zeit fortgesetzter Druckentlastung erfolgen, um den Hohlraum allmählich zu verkleinern, bevor eine endgültige operative Entfernung durchgeführt wird. Kleine, oberflächliche Speicheldrüsenzysten der Mundschleimhaut werden meist einfach chirurgisch entfernt. Nach jeder operativen Entfernung ist eine feingewebliche Untersuchung des entnommenen Gewebes wichtig, um andere, seltenere Veränderungen sicher auszuschließen.

Verlauf und Prognose

Nach vollständiger operativer Entfernung einer Zyste der Mundregion sowie, bei radikulären Zysten, Behandlung des ursächlichen Zahnes ist die Prognose in der Regel sehr gut, wobei sich der entstandene Knochendefekt im Laufe der folgenden Monate meist gut wieder auffüllt. Bleibt eine Zyste unbehandelt, kann sie über Jahre langsam weiterwachsen und dabei zunehmend benachbarte Zähne verdrängen sowie den umgebenden Kieferknochen schwächen, was das Risiko für Komplikationen wie eine bakterielle Infektion oder, in seltenen Fällen bei sehr ausgedehnten Zysten, eine erhöhte Bruchanfälligkeit des Kiefers erhöhen kann. Eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle mit Röntgenuntersuchung trägt dazu bei, Zysten der Mundregion frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln, bevor größere Beschwerden entstehen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum verursachen Zysten der Mundregion lange Zeit keine Beschwerden?

Weil sie meist sehr langsam über Jahre wachsen und in ihrem frühen Stadium weder Schmerzen noch eine sichtbare Schwellung verursachen, weshalb sie häufig erst bei einer routinemäßigen Röntgenuntersuchung entdeckt werden.

Was ist eine radikuläre Zyste?

Die häufigste Form einer Kieferzyste, die durch eine chronische Entzündung an der Wurzelspitze eines abgestorbenen Zahnes entsteht und sich über Monate bis Jahre aus dem entzündlichen Gewebe allmählich entwickelt.

Muss bei einer radikulären Zyste immer der zugehörige Zahn entfernt werden?

Nicht zwangsläufig, häufig kann der Zahn durch eine Wurzelbehandlung erhalten werden, um die zugrunde liegende Entzündungsquelle zu beseitigen; nur wenn der Zahn nicht erhaltungswürdig ist, wird er zusammen mit der Zyste entfernt.

Sind Zysten der Mundregion bösartig?

Nein, es handelt sich um gutartige Veränderungen. Nach der operativen Entfernung wird das Gewebe dennoch feingeweblich untersucht, um seltenere, ernstere Veränderungen sicher auszuschließen.

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