Zinnvergiftung
Die Zinnvergiftung betrifft vor allem bestimmte organische Zinnverbindungen, die in Schiffsanstrichen zur Bewuchsverhinderung sowie als Stabilisatoren in manchen Kunststoffen eingesetzt werden. Während metallisches Zinn selbst kaum giftig ist, können bestimmte organische Zinnverbindungen das Nervensystem schädigen.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Die Vergiftung entsteht meist durch Hautkontakt oder Einatmen bei der beruflichen Herstellung oder Verarbeitung organischer Zinnverbindungen, etwa in der Schiffsanstrichindustrie oder Kunststoffherstellung. Seltener kommt es zu einer Aufnahme über kontaminierte Lebensmittel oder Verpackungen.
Symptome
Je nach aufgenommener Zinnverbindung können Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit sowie, bei stärkerer Belastung, neurologische Beschwerden wie Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen auftreten. Hautkontakt kann zudem örtliche Reizungen verursachen.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte mit Angaben zur Exposition sowie den Nachweis von Zinn im Blut oder Urin. Bei neurologischen Beschwerden werden zusätzlich gezielte Untersuchungen des Nervensystems durchgeführt.
Behandlung
Die wichtigste Maßnahme ist die sofortige Beendigung der weiteren Exposition sowie, bei Hautkontakt, ein gründliches Waschen der betroffenen Stellen. Bei ausgeprägten neurologischen Beschwerden ist eine intensivmedizinische Überwachung und unterstützende Behandlung erforderlich.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Beendigung der Exposition und leichteren Beschwerden ist die Prognose meist gut. Bei ausgeprägter neurologischer Beteiligung kann der Verlauf jedoch ernster sein und eine längere Erholungszeit erfordern.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist metallisches Zinn giftig?
Nein, metallisches Zinn selbst ist kaum giftig, problematisch sind bestimmte organische Zinnverbindungen.
Wo kommen giftige Zinnverbindungen vor?
Unter anderem in Schiffsanstrichen und als Stabilisatoren in manchen Kunststoffen.
Welches Organsystem kann bei stärkerer Vergiftung betroffen sein?
Das Nervensystem, mit Beschwerden wie Verwirrtheit oder Krampfanfällen.
Was ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme?
Die sofortige Beendigung der weiteren Exposition.
Weiterlesen
Vergiftung durch Mineralokortikoide und deren Antagonisten
Störungen durch Überdosierung von Fludrocortison oder Spironolacton, die Kalium- und Natriumhaushalt, Blutdruck und Herzrhythmus beeinflussen.
Weiterlesen →VergiftungenVergiftung durch Appetitzügler
Überdosierung oder Missbrauch von Mitteln zur Gewichtsabnahme mit anregender Wirkung, die Herzrasen, Bluthochdruck, Unruhe, Krampfanfälle und Herzrhythmusstörungen verursachen kann.
Weiterlesen →VergiftungenVergiftung durch Antidiarrhoika
Überdosierung von Durchfallmitteln wie Loperamid, die Verstopfung, Darmlähmung, Herzrhythmusstörungen und bei Kindern eine gefährliche Atemdämpfung auslösen kann.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.