Xerosis cutis (trockene Haut)
Xerosis cutis, im allgemeinen Sprachgebrauch als trockene Haut bezeichnet, beschreibt einen Zustand, bei dem die Haut ihre natürliche Fähigkeit verliert, ausreichend Feuchtigkeit zu speichern, was zu einer rauen, schuppigen und oft juckenden Hautoberfläche führt. Die Haut übernimmt normalerweise eine wichtige Barrierefunktion, indem sie den Körper vor dem übermäßigen Verlust von Feuchtigkeit schützt; ist diese Barrierefunktion gestört, kommt es zu einem verstärkten Wasserverlust über die Hautoberfläche, was die typischen Symptome der Trockenheit hervorruft. Trockene Haut ist ein weitverbreitetes Phänomen, das besonders häufig im höheren Lebensalter, in den kälteren Jahreszeiten sowie bei bestimmten begünstigenden Faktoren wie häufigem Waschen oder trockener Heizungsluft auftritt. In den meisten Fällen handelt es sich um eine harmlose, gut behandelbare Veränderung, die jedoch bei einem Teil der Betroffenen auch Ausdruck einer zugrunde liegenden Hauterkrankung oder allgemeinen Erkrankung sein kann.
Ursachen
Die häufigste Ursache trockener Haut ist eine altersbedingte Abnahme der körpereigenen Fett- und Feuchtigkeitsproduktion der Haut, weshalb Xerosis cutis besonders häufig bei älteren Menschen auftritt. Äußere Faktoren wie häufiges und langes Waschen oder Duschen mit heißem Wasser, der Gebrauch stark entfettender Seifen, trockene Heizungsluft im Winter sowie ein niedriger Luftfeuchtigkeitsgrad können die natürliche Hautbarriere zusätzlich schwächen und den Feuchtigkeitsverlust verstärken. Bestimmte Hauterkrankungen wie das atopische Ekzem oder die Schuppenflechte gehen häufig mit einer ausgeprägten Hauttrockenheit einher. Auch allgemeine Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Diabetes mellitus oder eine chronische Nierenerkrankung können trockene Haut als Begleiterscheinung verursachen. Bestimmte Medikamente sowie eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr können ebenfalls zur Entstehung trockener Haut beitragen.
Symptome
Trockene Haut zeigt sich typischerweise als raue, schuppende Hautoberfläche mit einer verminderten Elastizität, die sich oft straff und rissig anfühlt. Viele Betroffene berichten über ein unangenehmes Spannungsgefühl der Haut, insbesondere nach dem Waschen oder Duschen, sowie über Juckreiz, der bei ausgeprägter Trockenheit mitunter erheblich sein kann. Bei fortgeschrittener Trockenheit können sich feine, netzartige Risse in der Hautoberfläche bilden, die besonders an den Unterschenkeln, Armen und Händen auffällig werden können. Die Haut wirkt häufig blasser und weniger geschmeidig als gesunde Haut. Bei sehr ausgeprägter oder anhaltender Trockenheit kann sich in seltenen Fällen ein sogenanntes Exsikkationsekzem entwickeln, bei dem zusätzlich entzündliche, gerötete Hautveränderungen mit verstärktem Juckreiz auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose von Xerosis cutis wird in der Regel bereits durch die klinische Untersuchung der Haut gestellt, bei der das charakteristische Erscheinungsbild mit rauer, schuppender Oberfläche und verminderter Elastizität beurteilt wird. Eine ausführliche Anamnese, die Waschgewohnheiten, verwendete Pflegeprodukte, die Wohn- und Arbeitsumgebung sowie bestehende Grunderkrankungen erfasst, hilft dabei, mögliche begünstigende Faktoren zu identifizieren. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Hauterkrankung wie ein atopisches Ekzem oder eine Schuppenflechte wird gezielt nach weiteren, für diese Erkrankungen typischen Hautveränderungen gesucht. Bei ausgeprägter oder therapieresistenter Hauttrockenheit ohne erkennbare äußere Ursache können Blutuntersuchungen sinnvoll sein, um eine zugrunde liegende allgemeine Erkrankung wie eine Schilddrüsenunterfunktion auszuschließen.
Behandlung
Die Basis der Behandlung ist eine konsequente, rückfettende Hautpflege mit feuchtigkeitsspendenden und fettenden Cremes oder Salben, die regelmäßig, idealerweise mehrmals täglich, aufgetragen werden, um die natürliche Hautbarriere zu unterstützen und den Feuchtigkeitsverlust zu vermindern. Es wird empfohlen, das Waschen und Duschen zeitlich zu begrenzen, lauwarmes statt heißes Wasser zu verwenden und milde, wenig entfettende Reinigungsprodukte zu nutzen. Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in beheizten Innenräumen sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können die Beschwerden zusätzlich lindern. Bei begleitendem, ausgeprägtem Juckreiz können vorübergehend juckreizlindernde Medikamente eingesetzt werden. Liegt der trockenen Haut eine zugrunde liegende Erkrankung wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein atopisches Ekzem zugrunde, steht die gezielte Behandlung dieser Grunderkrankung im Vordergrund, um die Hauttrockenheit nachhaltig zu bessern.
Verlauf und Prognose
Trockene Haut lässt sich bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen durch eine konsequente, angepasste Hautpflege sowie die Vermeidung austrocknender äußerer Faktoren gut kontrollieren und deutlich bessern. Da die zugrunde liegende Ursache, insbesondere die altersbedingte Abnahme der Hautfett- und Feuchtigkeitsproduktion, meist fortbesteht, ist häufig eine dauerhafte, regelmäßige Hautpflege notwendig, um ein erneutes Auftreten der Beschwerden zu vermeiden. Bei trockener Haut im Rahmen einer zugrunde liegenden Erkrankung hängt der weitere Verlauf zusätzlich vom Erfolg der Behandlung dieser Grunderkrankung ab. Unbehandelt kann sich aus anhaltender, ausgeprägter Hauttrockenheit in seltenen Fällen ein Exsikkationsekzem mit zusätzlicher Entzündung der Haut entwickeln, weshalb eine frühzeitige, konsequente Hautpflege empfohlen wird.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Xerosis cutis (trockene Haut): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum bekommen ältere Menschen häufiger trockene Haut?
Weil die körpereigene Fett- und Feuchtigkeitsproduktion der Haut mit zunehmendem Alter natürlicherweise abnimmt, was die schützende Hautbarriere schwächt und den Feuchtigkeitsverlust begünstigt.
Welche Waschgewohnheiten begünstigen trockene Haut?
Häufiges und langes Waschen oder Duschen mit heißem Wasser sowie die Verwendung stark entfettender Seifen können die natürliche Hautbarriere schwächen und trockene Haut begünstigen oder verschlimmern.
Kann trockene Haut ein Zeichen einer anderen Erkrankung sein?
Ja, unter anderem eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Diabetes mellitus oder chronische Nierenerkrankungen können trockene Haut als Begleiterscheinung verursachen, weshalb bei ausgeprägter, unerklärter Trockenheit eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein kann.
Was ist ein Exsikkationsekzem?
Eine entzündliche Hautveränderung, die sich bei sehr ausgeprägter oder anhaltender Hauttrockenheit entwickeln kann, gekennzeichnet durch zusätzliche Rötung und verstärkten Juckreiz.
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