Wolhynisches Fieber (Fünftagefieber)
Das Wolhynische Fieber, auch Fünftagefieber genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, verursacht durch Bartonella quintana und übertragen durch die Kleiderlaus. Historisch bekannt wurde die Erkrankung durch große Ausbrüche unter Soldaten im Ersten Weltkrieg, heute tritt sie vor allem bei Menschen ohne feste Unterkunft und eingeschränkte Möglichkeit zu Körper- und Kleidungshygiene auf, wo Läusebefall begünstigt wird.
Ursachen
Der Erreger wird über den Kot infizierter Kleiderläuse übertragen, die sich besonders bei seltenem Kleidungswechsel und beengten Lebensverhältnissen ausbreiten. Menschen ohne feste Unterkunft, mit eingeschränktem Zugang zu Hygieneeinrichtungen oder in Flüchtlingslagern tragen ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Läusebefall und damit für diese Erkrankung.
Symptome
Kennzeichnend sind wiederkehrende Fieberschübe, die typischerweise etwa fünf Tage andauern und sich mit fieberfreien Phasen abwechseln können, begleitet von Kopf-, Muskel- und Knochenschmerzen, insbesondere in den Schienbeinen. Viele Verläufe sind mild und selbstlimitierend, bei einem Teil der Betroffenen, besonders bei chronischer, unbehandelter Infektion, kann sich der Erreger jedoch an den Herzklappen ansiedeln und eine Endokarditis verursachen.
Diagnostik
Die Diagnose kann durch den Nachweis des Erregers oder seines Erbguts im Blut sowie durch spezifische Antikörpertests gestützt werden. Da die Anzucht des Bakteriums im Labor besonders langwierig und anspruchsvoll ist, kommen zunehmend molekulare Testverfahren zum Einsatz. Bei Verdacht auf eine Herzklappenbeteiligung wird zusätzlich eine Echokardiografie durchgeführt.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika über mehrere Wochen, wobei die genaue Dauer und Wirkstoffkombination sich danach richtet, ob eine reine Fieberinfektion oder bereits eine Beteiligung der Herzklappen vorliegt, da letztere eine deutlich längere Behandlung erfordert. Parallel zur Behandlung ist die konsequente Beseitigung eines bestehenden Läusebefalls wichtig, um eine erneute Ansteckung und eine Weiterverbreitung zu verhindern.
Verlauf und Vorbeugung
Die reine Fieberform heilt mit oder auch ohne Behandlung häufig folgenlos aus, kann jedoch unbehandelt in eine chronische Infektion mit dem Risiko einer Herzklappenbeteiligung übergehen. Zur Vorbeugung sind eine Verbesserung der Hygienebedingungen sowie die gezielte Bekämpfung von Läusebefall bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen entscheidend, weshalb entsprechende Programme in der Wohnungslosenhilfe eine wichtige Rolle spielen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Robert Koch-Institut — Wolhynisches Fieber: RKI-Ratgeber
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum heißt die Erkrankung Fünftagefieber?
Weil die charakteristischen Fieberschübe typischerweise etwa fünf Tage andauern, auch wenn der Gesamtverlauf mit mehreren solchen Episoden deutlich länger sein kann.
Wer ist heute besonders gefährdet?
Vor allem Menschen ohne feste Unterkunft mit eingeschränktem Zugang zu Körper- und Kleidungshygiene, bei denen ein Läusebefall begünstigt wird.
Kann eine unbehandelte Infektion das Herz schädigen?
Ja, bei chronischem Verlauf kann sich der Erreger an den Herzklappen ansiedeln und eine Endokarditis verursachen, die eine deutlich intensivere und längere Behandlung erfordert.
Wie lässt sich einer Ansteckung vorbeugen?
Regelmäßiger Kleidungswechsel, Körperhygiene und die konsequente Bekämpfung von Läusebefall senken das Ansteckungsrisiko erheblich.
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