Wirbelsäulenverletzung
Eine Verletzung der Wirbelsäule kann nach Stürzen aus der Höhe, Verkehrsunfällen oder Sprüngen ins flache Wasser auftreten und im schlimmsten Fall das Rückenmark schädigen. Unnötiges Bewegen kann eine vorhandene Verletzung verschlimmern, deshalb gilt besondere Vorsicht.
Warnzeichen
Starke Rücken- oder Nackenschmerzen nach einem entsprechenden Unfallhergang, Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen in Armen oder Beinen, Bewegungsunfähigkeit. Auch ohne diese Zeichen sollte bei einem Unfallhergang mit hoher Krafteinwirkung (Sturz aus der Höhe, Kopfsprung, Hochgeschwindigkeitsunfall) an eine mögliche Wirbelsäulenverletzung gedacht werden.
Grundregel: möglichst nicht bewegen
Notruf 112. Die Person nach Möglichkeit in der vorgefundenen Position belassen und beruhigend zusprechen, sie zum Stillhalten anhalten. Kopf und Nacken, sofern möglich, mit den Händen oder gepolsterten Gegenständen leicht stabilisieren, ohne Zug oder Druck auszuüben.
Wann trotzdem bewegt werden muss
Bei fehlender normaler Atmung oder wenn unmittelbare Lebensgefahr (z. B. durch Feuer) besteht, hat die Rettung des Lebens Vorrang vor der theoretischen Rückenschonung — dann möglichst mit mehreren Helfenden achsengerecht drehen oder bergen, um die Wirbelsäule so gut wie möglich in einer Linie zu halten.
Quellen & weiterführende Stellen
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten) — Vorgehen bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Darf ich einen Fahrradhelm nach einem Sturz abnehmen?
Nur, wenn er die Atemwege blockiert oder eine Reanimation nötig wird — sonst möglichst in Ruhe lassen und das professionelle Abnehmen dem Rettungsdienst überlassen.
Was, wenn die Person unbedingt aufstehen will?
Ruhig, aber bestimmt zum Liegenbleiben auffordern und erklären, warum — Schmerz und Adrenalin lassen Betroffene die Schwere einer möglichen Verletzung oft unterschätzen.
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