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Kinder & Jugendliche

Wachstumsschmerzen

Wachstumsschmerzen sind wiederkehrende, meist abends oder nachts auftretende Schmerzen in den Beinen bei ansonsten gesunden Kindern, typischerweise im Vorschul- und frühen Grundschulalter. Der Name ist irreführend, da ein direkter Zusammenhang mit dem tatsächlichen Körperwachstum wissenschaftlich nicht belegt ist. Die Diagnose wird durch den Ausschluss anderer, ernsterer Ursachen gestellt und ist insgesamt eine sehr häufige, harmlose Beschwerde des Kindesalters.

Ursachen

Die genaue Ursache ist unbekannt. Diskutiert werden eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit, muskuläre Überlastung durch die typische hohe Bewegungsaktivität im Kindesalter sowie mögliche Zusammenhänge mit vorübergehenden Veränderungen der Knochendichte während Wachstumsphasen, ein eindeutiger Nachweis für Letzteres fehlt jedoch. Es besteht keine erkennbare Verbindung zwischen der Häufigkeit oder Stärke der Schmerzen und der tatsächlichen Wachstumsgeschwindigkeit des Kindes.

Symptome

Typisch sind wiederkehrende, meist beidseitige Schmerzen in den Ober- oder Unterschenkeln, gelegentlich auch in den Armen, die vor allem abends oder in der Nacht auftreten und morgens vollständig verschwunden sind. Die betroffenen Kinder sind tagsüber beschwerdefrei und in ihrer körperlichen Aktivität nicht eingeschränkt. Wichtige Warnzeichen, die gegen einfache Wachstumsschmerzen sprechen, sind einseitige Schmerzen, Schwellung, Rötung, Fieber, ein Hinken am Tag oder anhaltende Schmerzen am Morgen.

Diagnostik

Da es keinen spezifischen Test für Wachstumsschmerzen gibt, wird die Diagnose durch eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung gestellt, die andere Ursachen wie Verletzungen, Entzündungen, Infektionen oder seltener bösartige Erkrankungen des Knochens ausschließt. Bei typischem Beschwerdemuster ohne die genannten Warnzeichen ist meist keine weiterführende Bildgebung oder Blutuntersuchung notwendig, bei Unsicherheit oder untypischem Verlauf werden diese jedoch gezielt eingesetzt.

Behandlung

Eine spezifische Behandlung ist nicht notwendig, da die Beschwerden harmlos sind und von selbst wieder vergehen. Sanftes Massieren der schmerzenden Beine, Wärmeanwendungen und beruhigende Zuwendung durch die Eltern lindern die Beschwerden bei den meisten Kindern. Bei stärkeren Schmerzen kann gelegentlich ein Schmerzmittel in altersgerechter Dosierung gegeben werden, eine regelmäßige oder langfristige Schmerzmitteleinnahme ist jedoch nicht angezeigt.

Verlauf und Prognose

Wachstumsschmerzen treten typischerweise über Monate bis wenige Jahre in wiederkehrenden Episoden auf und verschwinden meist bis zum Ende des Grundschulalters vollständig, ohne bleibende Folgen zu hinterlassen. Die Prognose ist ausgezeichnet, sofern die genannten Warnzeichen für ernstere Ursachen fehlen. Eltern sollten bei neu auftretenden, untypischen Beschwerden wie Schwellung oder Fieber dennoch stets ärztlichen Rat einholen, um andere Ursachen sicher auszuschließen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Haben Wachstumsschmerzen wirklich etwas mit Wachstum zu tun?

Ein direkter wissenschaftlicher Nachweis für einen Zusammenhang mit dem tatsächlichen Körperwachstum fehlt, der Name hat sich aber umgangssprachlich für dieses typische Beschwerdemuster eingebürgert.

Welche Warnzeichen sollten ärztlich abgeklärt werden?

Einseitige Schmerzen, Schwellung, Rötung, Fieber, ein Hinken am Tag oder anhaltende Schmerzen am Morgen sind untypisch für Wachstumsschmerzen und sollten untersucht werden.

Braucht mein Kind eine Röntgenaufnahme?

Bei typischem Beschwerdemuster ohne Warnzeichen ist dies meist nicht notwendig, bei Unsicherheit entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt im Einzelfall.

Wie lange dauern Wachstumsschmerzen an?

Sie treten meist über Monate bis wenige Jahre in wiederkehrenden Episoden auf und verschwinden in der Regel bis zum Ende des Grundschulalters von selbst.

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