Hantavirus-Infektion
Hantaviren sind eine Gruppe von Viren, die von bestimmten Nagetierarten, insbesondere Rötelmäusen, auf den Menschen übertragen werden können. In Europa verläuft die Erkrankung meist als eine Nierenbeteiligung mit unterschiedlichem Schweregrad, während in anderen Weltregionen auch schwere Lungenverläufe vorkommen. Das Auftreten von Hantavirus-Infektionen in Deutschland schwankt je nach Nagetierbestand von Jahr zu Jahr teils erheblich.
Ursachen
Die Übertragung erfolgt meist durch das Einatmen von virushaltigem Staub, der durch getrockneten Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere entsteht, etwa beim Reinigen von Schuppen, Kellern oder Gartenhäuschen mit Nagetierbefall. Seltener kann eine Ansteckung auch durch einen direkten Biss eines infizierten Tieres erfolgen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet bei den in Europa vorkommenden Hantavirus-Typen praktisch nicht statt.
Symptome
Die in Europa vorherrschende Verlaufsform beginnt meist mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber, starken Kopf- und Rückenschmerzen sowie Sehstörungen, gefolgt von einer vorübergehenden Beeinträchtigung der Nierenfunktion, die sich in verminderter Urinausscheidung äußern kann. Die meisten europäischen Verläufe sind mild bis mäßig ausgeprägt, schwere Nierenschäden mit Dialysepflicht kommen jedoch vor. Die in anderen Weltregionen vorkommenden Hantavirus-Typen können stattdessen eine schwere, potenziell lebensbedrohliche Lungenbeteiligung verursachen.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch den Nachweis spezifischer Antikörper gegen Hantaviren im Blut gestellt. Ergänzend werden die Nierenfunktion und weitere Blutwerte kontrolliert, um das Ausmaß der Nierenbeteiligung einzuschätzen. Eine sorgfältige Anamnese nach möglichem Kontakt mit Nagetierausscheidungen, etwa bei Garten- oder Reinigungsarbeiten in befallenen Bereichen, unterstützt die Verdachtsdiagnose.
Behandlung
Eine spezifische, gegen das Virus gerichtete Behandlung existiert nicht. Die Therapie ist unterstützend und richtet sich nach den Beschwerden, bei ausgeprägter Nierenfunktionseinschränkung kann vorübergehend eine Dialysebehandlung notwendig werden. Bei den in Europa vorkommenden Formen erholt sich die Nierenfunktion bei den meisten Betroffenen innerhalb von Wochen weitgehend, weshalb die Behandlung überwiegend abwartend-unterstützend erfolgt.
Verlauf und Vorbeugung
Die europäische Verlaufsform heilt bei den allermeisten Betroffenen folgenlos aus, auch wenn die Erholung der Nierenfunktion mehrere Wochen dauern kann. Zur Vorbeugung wird empfohlen, beim Reinigen von möglicherweise durch Nagetiere kontaminierten Räumen Staubentwicklung zu vermeiden, etwa durch vorheriges Befeuchten der betroffenen Flächen, sowie Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe zu tragen. Die Bekämpfung von Nagetierbefall in Wohnbereichen senkt das Ansteckungsrisiko zusätzlich.
Quellen & weiterführende Stellen
- Robert Koch-Institut — Hantavirus-Erkrankung: RKI-Ratgeber
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kann man sich bei einem Nagetierbiss mit Hantavirus anstecken?
Ja, wenn auch seltener als über eingeatmeten, kontaminierten Staub; ein direkter Biss eines infizierten Tieres kann das Virus ebenfalls übertragen.
Ist Hantavirus von Mensch zu Mensch übertragbar?
Bei den in Europa vorkommenden Typen praktisch nicht, die Übertragung erfolgt nahezu ausschließlich über Kontakt zu infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen.
Warum schwankt die Zahl der Fälle von Jahr zu Jahr so stark?
Weil die Häufigkeit eng mit der Populationsdichte der Rötelmaus zusammenhängt, die wiederum von Nahrungsangebot wie Bucheckern und Klimabedingungen abhängt.
Wie kann man sich beim Aufräumen von Schuppen oder Kellern schützen?
Staubentwicklung vermeiden, betroffene Flächen vor dem Kehren befeuchten und Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe tragen, um das Einatmen kontaminierten Staubs zu verhindern.
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