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Augen & Sehkraft

Verbliebener (alter) amagnetischer intraokularer Fremdkörper

Ein verbliebener, alter amagnetischer intraokularer Fremdkörper bezeichnet ein nichtmagnetisches Teilchen, das im Rahmen einer zurückliegenden, durchdringenden Verletzung des Auges in das Augeninnere gelangt ist und dort über einen längeren Zeitraum verblieben ist, ohne dass die Verletzung ursprünglich vollständig ärztlich abgeklärt oder der Fremdkörper entfernt wurde. Im Unterschied zu magnetischen, meist eisenhaltigen Fremdkörpern, deren Folgeschäden vor allem durch die schleichende Freisetzung von Eisenbestandteilen entstehen, bestehen amagnetische Fremdkörper aus Materialien wie Glas, Kunststoff, Stein oder bestimmten Metallen, die nicht magnetisch sind und deren langfristige Auswirkungen auf das Augengewebe stärker von der jeweiligen Materialbeschaffenheit sowie einer möglichen mechanischen Reizung des umliegenden Gewebes abhängen.

Ursachen

Die Ursache ist stets eine zurückliegende, durchdringende Verletzung des Auges, bei der ein kleines, nichtmagnetisches Teilchen mit hoher Geschwindigkeit in das Augeninnere eingedrungen ist, etwa Glassplitter bei einem Unfall, Steinsplitter bei Bauarbeiten oder Kunststoffpartikel bei bestimmten industriellen Tätigkeiten ohne ausreichenden Augenschutz. Da die Eintrittsstelle eines solchen Fremdkörpers häufig sehr klein und die anfänglichen Beschwerden mitunter gering sind, wird die Verletzung nicht immer sofort bemerkt oder ärztlich abgeklärt, sodass der Fremdkörper über einen längeren Zeitraum unentdeckt im Auge verbleiben kann, bevor er durch von ihm ausgehende Folgeschäden auffällt.

Symptome

Ein länger im Auge verbliebener amagnetischer Fremdkörper kann je nach Materialbeschaffenheit zu unterschiedlichen Beschwerden führen. Inerte, gut verträgliche Materialien wie bestimmte Glassorten können über lange Zeit ohne relevante Beschwerden im Auge toleriert werden, während andere Materialien, insbesondere pflanzliche oder organische Fremdkörper, eine anhaltende Entzündungsreaktion mit Rötung, Schmerzen und zunehmender Sehverschlechterung hervorrufen können. Bei mechanisch reizenden Fremdkörpern kann es zudem zu einer schleichenden Schädigung umliegender Strukturen kommen, die sich durch eine allmählich fortschreitende Trübung des Sehvermögens bemerkbar macht.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine ausführliche augenärztliche Untersuchung, bei der zunächst eine sorgfältige Anamnese nach zurückliegenden Augenverletzungen erhoben wird, auch wenn diese bereits längere Zeit zurückliegen. Eine bildgebende Untersuchung, meist mittels Computertomographie, ermöglicht bei den meisten amagnetischen Materialien den zuverlässigen Nachweis sowie die genaue Lokalisation des Fremdkörpers im Augeninneren, wobei bestimmte Materialien wie manche Kunststoffe schwerer darzustellen sein können als andere. Im Unterschied zu magnetischen Fremdkörpern kann bei sicher amagnetischem Material unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Magnetresonanztomographie zur genaueren Darstellung eingesetzt werden.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Materialbeschaffenheit sowie dem Ausmaß der durch den Fremdkörper verursachten Beschwerden. Bei gut verträglichen, inerten Materialien ohne relevante Beschwerden kann unter regelmäßiger augenärztlicher Kontrolle zunächst eine abwartende Haltung vertretbar sein, sofern der Fremdkörper keine Anzeichen einer fortschreitenden Reizung oder Schädigung des umliegenden Gewebes zeigt. Bei Fremdkörpern mit anhaltender Entzündungsreaktion, mechanischer Reizung oder fortschreitender Sehverschlechterung ist eine operative Entfernung notwendig, um eine weitere Schädigung des Auges zu verhindern. Begleitend wird das bereits geschädigte Augengewebe im Rahmen des Eingriffs sorgfältig untersucht und, soweit möglich, versorgt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose hängt entscheidend von der Materialbeschaffenheit des Fremdkörpers sowie vom Ausmaß einer bereits eingetretenen Gewebeschädigung ab. Gut verträgliche, inerte Fremdkörper können über Jahre ohne relevante Beschwerden im Auge verbleiben, während reizende oder mechanisch schädigende Materialien im Laufe der Zeit zu einer fortschreitenden Beeinträchtigung der Sehfunktion führen können, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt werden. Wird ein problematischer Fremdkörper rechtzeitig erkannt und entfernt, bevor eine ausgeprägte Schädigung eingetreten ist, kann ein weiterer Sehverlust meist erfolgreich verhindert werden. Eine augenärztliche Abklärung nach jeder Verletzung mit möglicher Beteiligung von Fremdkörpermaterial ist daher von großer Bedeutung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich ein amagnetischer von einem magnetischen Fremdkörper?

Amagnetische Fremdkörper bestehen aus nichtmagnetischen Materialien wie Glas, Kunststoff oder Stein, deren Folgeschäden vor allem von der Materialbeschaffenheit und einer möglichen mechanischen Reizung abhängen, statt von der schleichenden Freisetzung von Eisenbestandteilen.

Muss jeder amagnetische Fremdkörper entfernt werden?

Nicht zwingend — gut verträgliche, inerte Materialien können unter regelmäßiger Kontrolle mitunter über Jahre ohne relevante Beschwerden im Auge toleriert werden.

Warum ist die genaue Materialbeschaffenheit wichtig?

Sie bestimmt maßgeblich, ob der Fremdkörper eine anhaltende Entzündungsreaktion oder mechanische Schädigung verursacht und ob eine Entfernung notwendig wird.

Kann bei diesem Fremdkörpertyp eine Magnetresonanztomographie durchgeführt werden?

Bei sicher amagnetischem Material kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Magnetresonanztomographie zur genaueren Darstellung eingesetzt werden, anders als bei magnetischen Fremdkörpern.

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