Erkrankungen des Tränenapparates
Der Tränenapparat des Auges besteht aus der tränenbildenden Drüse sowie dem ableitenden Tränenwegsystem, das die Tränenflüssigkeit vom Auge in die Nasenhöhle transportiert. Störungen dieses Systems können sich sowohl als vermehrter Tränenfluss durch eine Abflussbehinderung als auch als trockenes Auge durch eine unzureichende Tränenproduktion äußern.
Veröffentlicht: 7. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Eine Verstopfung der ableitenden Tränenwege, häufig angeboren bei Säuglingen oder altersbedingt bei Erwachsenen, führt zu einem Rückstau der Tränenflüssigkeit und vermehrtem Tränenfluss. Eine Entzündung des Tränensacks kann diese Verstopfung begleiten oder verursachen. Eine unzureichende Tränenproduktion, etwa durch eine Erkrankung der Tränendrüse oder im Rahmen bestimmter Autoimmunerkrankungen, führt hingegen zu einem trockenen, gereizten Auge.
Symptome
Bei einer Abflussbehinderung der Tränenwege tränt das betroffene Auge auffällig, teils begleitet von einer sichtbaren Schwellung im inneren Augenwinkel bei einer Tränensackentzündung, die druckschmerzhaft sein und Ausfluss verursachen kann. Ein trockenes Auge äußert sich durch ein Fremdkörpergefühl, Brennen, Rötung sowie, paradoxerweise, gelegentlich verstärktem Tränenfluss als Reaktion auf die Reizung.
Diagnostik
Eine augenärztliche Untersuchung mit Spülung der Tränenwege kann eine Verstopfung nachweisen und deren Lokalisation eingrenzen. Bei Verdacht auf ein trockenes Auge werden spezielle Tests durchgeführt, die die Menge und Qualität der produzierten Tränenflüssigkeit messen.
Behandlung
Eine verstopfte Tränenwegsentwicklung bei Säuglingen bildet sich häufig im ersten Lebensjahr von selbst zurück, unterstützt durch eine sanfte Massage; bleibt die Verstopfung bestehen, kann eine kleine Sondierung der Tränenwege helfen. Bei Erwachsenen mit anhaltender Verstopfung kann eine operative Schaffung eines neuen Abflusswegs notwendig werden. Ein trockenes Auge wird mit künstlichen Tränenersatzmitteln behandelt.
Verlauf und Prognose
Bei Säuglingen mit angeborener Tränenwegsverstopfung ist die Prognose sehr gut, die meisten Fälle bessern sich von selbst oder nach einer kleinen Sondierung. Bei Erwachsenen mit chronischer Verstopfung oder einem trockenen Auge sind die Beschwerden mit geeigneter Behandlung meist gut kontrollierbar, auch wenn eine dauerhafte Behandlung notwendig sein kann.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Muss die Tränenwegsverstopfung bei Säuglingen immer behandelt werden?
Nicht sofort, sie bildet sich häufig im ersten Lebensjahr von selbst zurück, unterstützt durch eine sanfte Massage der betroffenen Region.
Warum tränt ein trockenes Auge manchmal verstärkt?
Weil die Reizung durch die unzureichende Grundbefeuchtung reflexartig eine vermehrte, aber qualitativ schlechtere Tränenproduktion auslösen kann.
Wie wird ein trockenes Auge behandelt?
Mit künstlichen Tränenersatzmitteln, die die fehlende natürliche Tränenflüssigkeit ergänzen.
Wann ist eine Operation der Tränenwege notwendig?
Bei Erwachsenen mit anhaltender, durch konservative Maßnahmen nicht behebbarer Verstopfung der Tränenwege.
Weiterlesen
Chronische Iridozyklitis
Über einen langen Zeitraum anhaltende oder wiederholt auftretende Entzündung der Regenbogenhaut und des Ziliarkörpers, die oft schleichender verläuft als die akute Form, jedoch aufgrund ihrer Dauer ein erhöhtes Risiko für bleibende Augenschäden birgt.
Weiterlesen →Augen & SehkraftAkute allergische Konjunktivitis
Plötzlich einsetzende, allergisch bedingte Entzündung der Bindehaut mit ausgeprägtem Juckreiz, Rötung und tränenden Augen, die typischerweise im Zusammenhang mit dem Kontakt zu Allergenen wie Pollen, Tierhaaren oder Hausstaub auftritt.
Weiterlesen →Augen & SehkraftChronische Entzündung der Tränenwege
Über einen langen Zeitraum bestehende oder wiederholt auftretende Entzündung der ableitenden Tränenwege, meist infolge einer Verengung, die zu anhaltendem Tränenfluss sowie einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen im Bereich des Tränensacks führt.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.