Tourette-Syndrom
Das Tourette-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, unwillkürliche Bewegungen (motorische Tics) und Laute (vokale Tics) gekennzeichnet ist. Es beginnt meist im Kindesalter und kann sich im Verlauf des Lebens verändern.
Was Tics sind
Tics sind plötzliche, wiederholte Bewegungen oder Laute, die zwar für kurze Zeit willentlich unterdrückt werden können, dabei aber ein zunehmendes inneres Anspannungsgefühl erzeugen, das sich meist erst durch den Tic wieder löst.
Motorische und vokale Tics
Motorische Tics reichen von einfachem Blinzeln oder Zucken über komplexere Bewegungsabläufe, vokale Tics von einfachem Räuspern oder Grunzen bis zu komplexeren Lautäußerungen — die selteneren, vulgären Lautäußerungen, die oft mit dem Tourette-Syndrom assoziiert werden, treten tatsächlich nur bei einem kleineren Teil der Betroffenen auf.
Warum die Ausprägung stark schwankt
Art, Häufigkeit und Stärke der Tics können sich im Tages- und Jahresverlauf deutlich verändern, verstärken sich häufig bei Stress oder Aufregung und lassen oft bei konzentrierten Tätigkeiten nach.
Begleitende Auffälligkeiten
Bei einem Teil der Betroffenen treten zusätzlich ADHS, Zwangssymptome oder Verhaltensauffälligkeiten auf, die den Alltag mitunter stärker beeinträchtigen können als die Tics selbst.
Behandlung
Nicht jede Ausprägung braucht eine Behandlung — bei belastenden oder alltagseinschränkenden Tics kommen verhaltenstherapeutische Verfahren zur Tic-Kontrolle sowie, bei stärkerer Ausprägung, Medikamente infrage.
Quellen & weiterführende Stellen
- Tourette-Gesellschaft Deutschland — Tourette-Syndrom: Symptome, Verlauf, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Sind vulgäre Ausrufe typisch für das Tourette-Syndrom?
Nein, diese oft mit der Erkrankung assoziierten Lautäußerungen treten tatsächlich nur bei einem kleineren Teil der Betroffenen auf.
Kann man Tics komplett unterdrücken?
Nur für kurze Zeit — das Unterdrücken erzeugt ein zunehmendes inneres Anspannungsgefühl, das sich meist erst durch den Tic löst.
Muss das Tourette-Syndrom immer behandelt werden?
Nicht zwingend — die Behandlung richtet sich danach, wie stark die Tics den Alltag beeinträchtigen.
Verändern sich Tics im Laufe des Lebens?
Ja, Art, Häufigkeit und Stärke können sich im Zeit- und Lebensverlauf deutlich verändern.
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