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Innere Medizin

Stimmlippenknötchen

Stimmlippenknötchen sind gutartige, meist beidseitig und symmetrisch an vergleichbarer Stelle am freien Rand der Stimmlippen gelegene, kleine Gewebsverdickungen, die als direkte Folge einer wiederholten, übermäßigen mechanischen Beanspruchung der Stimme entstehen. Sie gehören zu den häufigsten Ursachen einer anhaltenden Heiserkeit bei Menschen, die ihre Stimme beruflich oder in der Freizeit besonders intensiv einsetzen, etwa Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Sängerinnen und Sänger oder Kinder mit besonders lautem Sprechverhalten. Anders als der meist einseitige Stimmlippenpolyp entwickeln sich Knötchen typischerweise an genau der Stelle der Stimmlippe, an der beim Sprechen der stärkste mechanische Kontakt zwischen den beiden Stimmlippen entsteht, weshalb sie sich fast immer spiegelbildlich auf beiden Seiten ausbilden.

Ursachen

Stimmlippenknötchen entstehen durch eine wiederholte, über längere Zeit anhaltende mechanische Überbelastung der Stimme, bei der die Stimmlippen an der Stelle des stärksten Kontakts während der Stimmbildung wiederholt gereizt werden, wodurch sich das Gewebe an dieser Stelle verdickt. Eine ungünstige, oft unbewusst gepresste Sprechtechnik mit übermäßigem Kraftaufwand begünstigt die Entstehung von Knötchen zusätzlich, da hierbei die mechanische Belastung der Stimmlippen deutlich erhöht ist. Besonders betroffen sind Berufsgruppen mit intensivem stimmlichem Einsatz ohne ausreichende stimmtechnische Schulung sowie Kinder, die häufig sehr laut sprechen oder schreien. Auch begleitende Faktoren wie eine chronische Reizung der Atemwege durch Rauchen, Allergien oder eine Refluxerkrankung können die Anfälligkeit der Stimmlippenschleimhaut für die Entstehung von Knötchen erhöhen.

Symptome

Das führende Symptom von Stimmlippenknötchen ist eine über Wochen bis Monate anhaltende, im Tagesverlauf und mit zunehmender Stimmbelastung schlimmer werdende Heiserkeit mit einer rauen, teils behauchten Stimmqualität. Betroffene bemerken häufig eine zunehmende Anstrengung beim Sprechen sowie eine deutlich verminderte stimmliche Belastbarkeit, insbesondere bei lautem Sprechen oder Singen. Die Tonhöhe der Stimme kann sich verändern, häufig in Richtung einer tieferen, rauen Stimmlage. Bei Kindern fällt häufig eine anhaltende, insbesondere abends verstärkte Heiserkeit ohne begleitende Infektzeichen auf, die von den Eltern oft zunächst auf einen einfachen Infekt zurückgeführt wird.

Diagnostik

Die Diagnose von Stimmlippenknötchen wird durch eine Kehlkopfspiegelung gestellt, bei der sich die charakteristischen, meist symmetrisch an vergleichbarer Stelle gelegenen, kleinen Gewebsverdickungen am Rand beider Stimmlippen darstellen lassen. Eine sorgfältige Anamnese zur beruflichen und privaten Stimmbelastung sowie zu möglichen begünstigenden Faktoren wie Rauchen oder Refluxbeschwerden liefert wichtige ergänzende Hinweise. Eine logopädische Stimmdiagnostik hilft dabei, ungünstige Sprechgewohnheiten zu identifizieren, die zur Entstehung der Knötchen beigetragen haben. Eine feingewebliche Untersuchung ist bei dem typischen, gutartigen Erscheinungsbild in der Regel nicht notwendig, wird jedoch bei untypischem Befund oder ausbleibender Besserung trotz konsequenter Therapie in Erwägung gezogen.

Behandlung

Die Behandlung von Stimmlippenknötchen erfolgt in erster Linie konservativ durch eine gezielte logopädische Stimmtherapie, in der eine schonende, effiziente Sprechtechnik erlernt wird, um die mechanische Belastung der Stimmlippen zu reduzieren. Diese Therapie ist bei den meisten, insbesondere frisch entstandenen Knötchen sehr erfolgreich und führt häufig innerhalb weniger Monate zu einer deutlichen Rückbildung der Gewebsverdickungen und einer Besserung der Stimmqualität. Eine operative Entfernung wird nur in ausgewählten, therapieresistenten Fällen erwogen, insbesondere bei älteren, bereits verhärteten Knötchen, die sich durch Stimmtherapie allein nicht mehr ausreichend zurückbilden. Begleitend wird die konsequente Behandlung begünstigender Faktoren wie Rauchen oder einer Refluxerkrankung empfohlen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose von Stimmlippenknötchen ist bei konsequenter logopädischer Behandlung sehr gut, wobei sich die Mehrzahl der Knötchen, insbesondere bei Kindern und bei frühzeitigem Behandlungsbeginn, innerhalb weniger Monate vollständig zurückbildet. Wird die zugrunde liegende Stimmüberlastung nicht angegangen, können sich die Knötchen über Jahre verfestigen und zunehmend therapieresistent werden, sodass eine operative Entfernung notwendig wird. Nach erfolgreicher Behandlung, sei es konservativ oder operativ, ist eine dauerhafte Stimmschulung wichtig, um ein erneutes Auftreten zu verhindern, insbesondere bei Personen mit fortbestehender beruflicher Stimmbelastung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Wer ist besonders häufig von Stimmlippenknötchen betroffen?

Menschen mit intensivem stimmlichem Einsatz wie Lehrkräfte, Sängerinnen und Sänger sowie Kinder mit besonders lautem Sprechverhalten.

Muss bei Stimmlippenknötchen immer operiert werden?

Nein, die meisten Knötchen bilden sich unter konsequenter logopädischer Stimmtherapie innerhalb weniger Monate zurück. Eine Operation ist nur bei therapieresistenten Fällen notwendig.

Warum treten Knötchen meist beidseitig auf?

Weil sie sich an der Stelle der Stimmlippen entwickeln, an der beim Sprechen der stärkste mechanische Kontakt zwischen beiden Stimmlippen besteht, was auf beiden Seiten gleichermaßen zutrifft.

Können Kinder von Stimmlippenknötchen betroffen sein?

Ja, insbesondere bei Kindern mit häufig lautem Sprech- oder Schreiverhalten, wobei sich die Knötchen bei ihnen unter logopädischer Therapie meist besonders gut zurückbilden.

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