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Innere Medizin

Spontaner Spannungspneumothorax

Der spontane Spannungspneumothorax ist eine besonders bedrohliche Verlaufsform eines Pneumothorax, bei dem sich ohne äußere Verletzung Luft im Pleuraspalt zwischen Lunge und Brustwand ansammelt und durch einen Ventilmechanismus mit jedem Atemzug weiter zunimmt, ohne wieder entweichen zu können. Dieser fortschreitende Druckaufbau führt nicht nur zu einem zunehmenden Kollaps der betroffenen Lunge, sondern verdrängt zusätzlich das Herz sowie die großen, herznahen Blutgefäße zur gesunden Seite, wodurch die Herzfunktion und der Blutrückfluss zum Herzen erheblich beeinträchtigt werden. Im Unterschied zum spontanen, unkomplizierten Pneumothorax stellt der Spannungspneumothorax einen akut lebensbedrohlichen medizinischen Notfall dar, der ohne sofortige Behandlung innerhalb weniger Minuten zu einem tödlichen Kreislaufversagen führen kann.

Ursachen

Der spontane Spannungspneumothorax entsteht meist als Komplikation eines zunächst einfachen spontanen Pneumothorax, bei dem sich eine kleine, oberflächlich gelegene Lungenblase entleert und Luft in den Pleuraspalt eindringt. Entsteht dabei ein Ventilmechanismus, bei dem Luft zwar in den Pleuraspalt eindringen, jedoch nicht mehr entweichen kann, kommt es mit jedem Atemzug zu einer weiteren Druckzunahme im Brustkorb. Besonders gefährdet für einen spontanen Pneumothorax mit möglicher Entwicklung eines Spannungspneumothorax sind große, schlanke, junge Menschen mit oberflächlich gelegenen Lungenblasen ohne erkennbare zugrunde liegende Lungenerkrankung, sowie Menschen mit bestehenden Lungenerkrankungen wie einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit, bei denen sich das Risiko einer solchen Komplikation zusätzlich erhöht. Rauchen stellt einen bedeutsamen zusätzlichen Risikofaktor dar.

Symptome

Der spontane Spannungspneumothorax äußert sich durch eine plötzlich einsetzende, rasch fortschreitende, schwere Atemnot sowie stechende, einseitige Brustschmerzen, die sich innerhalb kurzer Zeit dramatisch verschlechtern. Betroffene zeigen zunehmend Zeichen einer bedrohlichen Kreislaufinstabilität mit niedrigem Blutdruck, einem raschen, oft schwach tastbaren Puls sowie gestauten Halsvenen, die durch den zunehmenden Druck auf das Herz und die herznahen Gefäße entstehen. Die Haut kann sich aufgrund des zunehmenden Sauerstoffmangels bläulich verfärben. Bei fortschreitender Erkrankung kommt es zu einer zunehmenden Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit, wenn der Kreislauf durch den steigenden Druck im Brustkorb nicht mehr ausreichend aufrechterhalten werden kann. Ohne sofortige Behandlung entwickelt sich innerhalb weniger Minuten ein lebensbedrohlicher Herz-Kreislauf-Stillstand.

Diagnostik

Die Diagnose des spontanen Spannungspneumothorax wird aufgrund der akuten Lebensbedrohlichkeit primär klinisch gestellt, ohne dass zeitraubende bildgebende Untersuchungen abgewartet werden dürfen. Charakteristische Untersuchungsbefunde sind ein aufgehobenes Atemgeräusch auf der betroffenen Seite, ein hypersonorer, also überblähter Klopfschall über dem Brustkorb sowie eine zur gesunden Seite verlagerte Luftröhre, die bei der körperlichen Untersuchung getastet werden kann. Eine Ultraschalluntersuchung am Krankenbett kann bei Verfügbarkeit rasch und ohne Zeitverzug zur Diagnosesicherung beitragen. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs darf bei begründetem klinischem Verdacht auf einen Spannungspneumothorax die notfallmäßige Behandlung keinesfalls verzögern, da bereits wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden können.

Behandlung

Die Behandlung des spontanen Spannungspneumothorax stellt einen absoluten medizinischen Notfall dar, bei dem umgehend, noch bevor eine bildgebende Bestätigung der Diagnose vorliegt, eine sofortige Entlastung des Überdrucks im Brustkorb erfolgen muss. Dies geschieht meist durch das rasche Einführen einer Nadel oder eines Katheters in den betroffenen Pleuraspalt, wodurch die überschüssige Luft entweichen kann und sich der Druck im Brustkorb umgehend verringert, was zu einer sofortigen, deutlichen Besserung des Kreislaufzustands führt. Im Anschluss an diese notfallmäßige Erstversorgung wird eine reguläre Thoraxdrainage gelegt, um die vollständige Entfaltung der betroffenen Lunge zu gewährleisten und ein erneutes Auftreten der Druckerhöhung zu verhindern. Eine engmaschige intensivmedizinische Überwachung schließt sich in der Regel an.

Verlauf und Prognose

Bei sofortiger Erkennung und umgehender notfallmäßiger Druckentlastung ist die Prognose des spontanen Spannungspneumothorax gut, wobei sich der Kreislaufzustand der Betroffenen meist unmittelbar nach der Entlastung deutlich bessert. Wird die Erkrankung jedoch nicht rechtzeitig erkannt oder verzögert sich die notfallmäßige Behandlung, verläuft der Spannungspneumothorax aufgrund des rasch fortschreitenden Kreislaufversagens häufig tödlich. Nach überstandener Erkrankung besteht ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten eines Pneumothorax, insbesondere wenn die zugrunde liegende Ursache, etwa oberflächlich gelegene Lungenblasen, nicht weiter abgeklärt und gegebenenfalls behandelt wird. Bei wiederholtem Auftreten wird häufig eine operative Behandlung zur dauerhaften Vorbeugung weiterer Episoden empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist ein Spannungspneumothorax lebensbedrohlicher als ein einfacher Pneumothorax?

Weil ein Ventilmechanismus dazu führt, dass Luft in den Pleuraspalt eindringen, jedoch nicht mehr entweichen kann, wodurch sich der Druck stetig erhöht und Herz sowie große Gefäße zunehmend beeinträchtigt werden.

Woran erkennt man einen Spannungspneumothorax klinisch?

An einem aufgehobenen Atemgeräusch, einem überblähten Klopfschall auf der betroffenen Seite sowie einer zur gesunden Seite verlagerten Luftröhre, kombiniert mit rascher Kreislaufverschlechterung.

Muss vor der Behandlung eine Röntgenaufnahme abgewartet werden?

Nein, bei begründetem klinischem Verdacht muss die notfallmäßige Druckentlastung sofort erfolgen, ohne die Behandlung durch eine bildgebende Untersuchung zu verzögern.

Was passiert bei der notfallmäßigen Behandlung?

Es wird rasch eine Nadel oder ein Katheter in den betroffenen Pleuraspalt eingeführt, wodurch die überschüssige Luft entweichen kann und sich der Druck im Brustkorb umgehend verringert.

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