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Orthopädie & Bewegungsapparat

Spondylitis hyperostotica (Forestier-Ott-Krankheit)

Die Spondylitis hyperostotica, nach ihren Erstbeschreibern auch als Forestier-Ott-Krankheit oder diffuse idiopathische Skeletthyperostose bezeichnet, ist eine überwiegend ältere Menschen betreffende Erkrankung, bei der es zu einer fortschreitenden, überschießenden Verknöcherung der vorderen sowie seitlichen Bänder der Wirbelsäule kommt, wodurch sich benachbarte Wirbelkörper im Verlauf zunehmend durch brückenartige Knochenauswüchse miteinander verbinden. Diese fortschreitende Verknöcherung führt zu einer zunehmenden Steifigkeit sowie Bewegungseinschränkung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte, wobei die Erkrankung im Unterschied zu entzündlichen Erkrankungen der Wirbelsäule nicht auf einer tatsächlichen Entzündungsreaktion, sondern auf einer eigenständigen, überschießenden Knochenbildung beruht. Die Spondylitis hyperostotica betrifft überwiegend Männer im höheren Lebensalter und tritt häufig gemeinsam mit anderen Stoffwechselerkrankungen, insbesondere Diabetes mellitus sowie Übergewicht, auf.

Ursachen

Die genaue Ursache der Spondylitis hyperostotica ist nicht abschließend geklärt, wobei die Erkrankung gehäuft gemeinsam mit bestimmten Stoffwechselerkrankungen, insbesondere Diabetes mellitus, Übergewicht sowie erhöhten Blutfettwerten, auftritt, was auf einen möglichen Zusammenhang zwischen gestörten Stoffwechselvorgängen sowie der überschießenden Knochenbildung hindeutet. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen, und das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich an. Eine erbliche Veranlagung wird ebenfalls diskutiert, da die Erkrankung gelegentlich innerhalb betroffener Familien gehäuft auftritt, wobei der genaue zugrunde liegende Mechanismus der überschießenden Bandverknöcherung nicht vollständig verstanden ist.

Symptome

Die Spondylitis hyperostotica äußert sich durch eine langsam über viele Jahre fortschreitende Steifigkeit sowie Bewegungseinschränkung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte, die überwiegend die Brustwirbelsäule betrifft und sich insbesondere morgens nach dem Aufstehen sowie nach längeren Ruhephasen deutlich verstärkt. Viele Betroffene bemerken einen dumpfen, meist mäßig ausgeprägten Rückenschmerz, der jedoch deutlich weniger im Vordergrund steht als die zunehmende Bewegungseinschränkung selbst. Bei ausgeprägter Verknöcherung im Bereich der Halswirbelsäule können zusätzlich Schluckbeschwerden auftreten, wenn die brückenartigen Knochenauswüchse von vorne auf die benachbart verlaufende Speiseröhre drücken.

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Diagnostik

Die Diagnose der Spondylitis hyperostotica wird durch eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule gestellt, bei der sich die charakteristischen, brückenartigen Knochenauswüchse entlang der vorderen sowie seitlichen Wirbelsäulenbänder direkt darstellen lassen, die mehrere benachbarte Wirbelkörper miteinander verbinden. Im Unterschied zu entzündlichen Erkrankungen der Wirbelsäule zeigt eine Blutuntersuchung bei der Spondylitis hyperostotica keine erhöhten Entzündungswerte, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal darstellt. Eine gezielte Untersuchung auf begleitende Stoffwechselerkrankungen, insbesondere eine Blutzuckerbestimmung sowie eine Blutfettanalyse, wird bei Diagnosestellung empfohlen, da diese Erkrankungen gehäuft gemeinsam mit der Spondylitis hyperostotica auftreten.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung, die die bereits eingetretene Verknöcherung der Wirbelsäulenbänder rückgängig machen könnte, existiert nicht, weshalb sich die Behandlung der Spondylitis hyperostotica auf eine symptomatische Linderung der Beschwerden sowie den Erhalt der verbliebenen Beweglichkeit konzentriert. Eine gezielte physiotherapeutische Behandlung mit regelmäßigen Bewegungsübungen kann die verbliebene Beweglichkeit der Wirbelsäule bestmöglich erhalten sowie einer weiteren Versteifung entgegenwirken. Bei bestehenden Schmerzen werden entzündungshemmende sowie schmerzlindernde Medikamente eingesetzt. Eine konsequente Behandlung begleitender Stoffwechselerkrankungen, insbesondere eines bestehenden Diabetes mellitus sowie Übergewichts, wird ebenfalls empfohlen, auch wenn ein direkter Einfluss auf das Fortschreiten der Wirbelsäulenverknöcherung nicht sicher belegt ist.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der Spondylitis hyperostotica ist langsam, jedoch stetig über viele Jahre fortschreitend, wobei sich die Steifigkeit sowie Bewegungseinschränkung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte im Laufe der Zeit allmählich verstärkt. Trotz der fortschreitenden Verknöcherung bleibt die Erkrankung bei den meisten Betroffenen mit einer insgesamt guten Lebensqualität vereinbar, da schwerwiegende Komplikationen, abgesehen von gelegentlichen Schluckbeschwerden bei ausgeprägter Beteiligung der Halswirbelsäule, selten sind. Eine regelmäßige physiotherapeutische Betreuung sowie eine konsequente Behandlung begleitender Stoffwechselerkrankungen werden zur langfristigen Erhaltung der bestmöglichen Beweglichkeit sowie Lebensqualität empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welche Wirbelsäulenabschnitte sind am häufigsten betroffen?

Überwiegend die Brustwirbelsäule.

Mit welchen Stoffwechselerkrankungen tritt die Spondylitis hyperostotica gehäuft gemeinsam auf?

Insbesondere Diabetes mellitus, Übergewicht sowie erhöhte Blutfettwerte.

Wodurch unterscheidet sich die Erkrankung von einer echten Wirbelsäulenentzündung?

Eine Blutuntersuchung zeigt im Unterschied zu entzündlichen Erkrankungen keine erhöhten Entzündungswerte.

Welche seltene Komplikation kann bei Beteiligung der Halswirbelsäule auftreten?

Schluckbeschwerden durch Druck der Knochenauswüchse auf die Speiseröhre.

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