Sichelzellenanämie
Die Sichelzellenanämie ist eine erbliche Erkrankung des roten Blutfarbstoffs, bei der sich rote Blutkörperchen unter bestimmten Bedingungen sichelförmig verformen. Diese verformten Zellen können kleine Blutgefäße verstopfen und sehr schmerzhafte Krisen auslösen.
Wie die Erkrankung entsteht
Durch eine erbliche Veränderung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) verformen sich rote Blutkörperchen bei Sauerstoffmangel zu einer sichelartigen Form, statt ihre normale, runde Gestalt zu behalten — diese Sichelzellen sind weniger elastisch und können kleine Gefäße verstopfen.
Wer betroffen ist
Die Erkrankung wird von beiden Elternteilen vererbt und kommt weltweit besonders häufig in Regionen vor, in denen Malaria verbreitet ist oder war — da die Genveränderung im Träger-Zustand einen gewissen Schutz vor Malaria bietet.
Typische Beschwerden
Wiederkehrende, oft sehr starke Schmerzkrisen durch verstopfte Blutgefäße, chronische Blutarmut mit Müdigkeit und Blässe, erhöhte Infektanfälligkeit sowie im Verlauf mögliche Organschäden durch wiederholte Durchblutungsstörungen.
Was eine Schmerzkrise auslösen kann
Sauerstoffmangel, etwa durch große Höhe oder Flugreisen, Kälte, Austrocknung, Infektionen oder starke körperliche Anstrengung können eine schmerzhafte Sichelzellkrise begünstigen — deshalb lernen Betroffene, solche Auslöser möglichst zu vermeiden.
Behandlung
Eine Heilung im engeren Sinne ist bislang nur durch eine Stammzelltransplantation bei geeigneten Betroffenen möglich; im Alltag stehen Schmerzbehandlung während einer Krise, vorbeugende Medikamente, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und das Vermeiden bekannter Auslöser im Vordergrund.
Quellen & weiterführende Stellen
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten) — Sichelzellenanämie: Ursachen, Symptome, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Sichelzellenanämie ansteckend?
Nein, es handelt sich um eine erblich bedingte Erkrankung, keine Infektion.
Was löst eine Schmerzkrise aus?
Sauerstoffmangel, Kälte, Austrocknung, Infektionen oder starke körperliche Anstrengung können eine Krise begünstigen.
Kann Sichelzellenanämie geheilt werden?
Eine Heilung ist bislang nur durch eine Stammzelltransplantation bei geeigneten Betroffenen möglich, ansonsten steht die Behandlung der Symptome im Vordergrund.
Warum ist die Erkrankung in manchen Regionen häufiger?
Weil die Genveränderung im Träger-Zustand einen gewissen Schutz vor Malaria bietet, weshalb sie sich in Malaria-Regionen häufiger erhalten hat.
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