Schwangerschaft bei liegendem Intrauterinpessar
Das Intrauterinpessar, umgangssprachlich Spirale genannt, gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden, dennoch kommt es in seltenen Fällen zu einer Schwangerschaft, obwohl das Pessar noch in der Gebärmutter liegt. Eine Schwangerschaft bei liegendem Intrauterinpessar ist eine Ausnahmesituation, die eine zügige Abklärung erfordert, da das Pessar sowohl den Ort der Einnistung als auch den weiteren Schwangerschaftsverlauf beeinflussen und mit erhöhten Risiken für Mutter und Kind verbunden sein kann.
Ursachen
Eine Schwangerschaft trotz Spirale kann entstehen, wenn das Pessar aus seiner richtigen Lage verrutscht ist, teilweise oder vollständig ausgestoßen wurde oder die Verhütungswirkung nachgelassen hat, etwa nach Ablauf der vorgesehenen Liegedauer. Auch bei korrekt sitzendem Pessar ist die Verhütungssicherheit nicht absolut, sodass in seltenen Fällen dennoch eine Befruchtung und Einnistung stattfinden kann. Bemerkenswert ist, dass unter den wenigen Schwangerschaften trotz Spirale der Anteil an Eileiterschwangerschaften erhöht ist, da das Pessar vor allem die Einnistung in der Gebärmutter selbst erschwert.
Symptome
Betroffene bemerken zunächst die typischen Anzeichen einer beginnenden Schwangerschaft, etwa das Ausbleiben der Regelblutung, Übelkeit oder Spannungsgefühle in der Brust. Unterbauchschmerzen, Schmierblutungen oder ein plötzlicher Schmerz auf einer Seite des Unterbauchs sind Warnzeichen, die an eine Eileiterschwangerschaft oder eine drohende Fehlgeburt denken lassen und umgehend ärztlich abgeklärt werden sollten. Bei einer im Verlauf entstehenden Infektion können Fieber und übelriechender Ausfluss hinzutreten.
Diagnostik
Nach einem positiven Schwangerschaftstest erfolgt zeitnah eine Ultraschalluntersuchung, um zu klären, ob sich die Schwangerschaft in der Gebärmutter befindet, wie das Pessar im Verhältnis zur Fruchtanlage liegt und ob die Schwangerschaft intakt ist. Ein Ausschluss einer Eileiterschwangerschaft hat höchste Priorität. Zusätzlich wird auf Zeichen einer Infektion oder einer Blutung geachtet, und die Lage der Rückholfäden des Pessars wird beurteilt, da sie für das weitere Vorgehen entscheidend ist.
Behandlung
Liegt eine intakte Schwangerschaft in der Gebärmutter vor und sind die Rückholfäden am Muttermund sichtbar, wird in der Regel empfohlen, das Pessar möglichst frühzeitig zu entfernen, da dies das Risiko für Fehlgeburt und Infektion senkt. Das Entfernen ist selbst mit einem geringen Risiko verbunden und wird gemeinsam mit der Schwangeren besprochen. Sind die Fäden nicht erreichbar, bleibt das Pessar meist an Ort und Stelle, und die Schwangerschaft wird besonders sorgfältig überwacht. Eine Eileiterschwangerschaft wird gemäß den dafür üblichen Verfahren behandelt.
Verlauf und Prognose
Nach rechtzeitiger Entfernung des Pessars verlaufen viele Schwangerschaften unauffällig und enden mit der Geburt eines gesunden Kindes. Verbleibt das Pessar in der Gebärmutter, ist das Risiko für Fehlgeburt, Infektion der Fruchthöhle und Frühgeburt höher, weshalb eine engmaschige Betreuung und das rasche Abklären von Fieber, Blutungen oder Schmerzen wichtig sind. Bei der Geburt wird das Pessar meist mit oder nach der Nachgeburt gefunden und entfernt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Verhütung mit der Spirale und Schwangerschaft
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie oft kommt es trotz Spirale zu einer Schwangerschaft?
Sehr selten, dennoch ist die Verhütungssicherheit nicht absolut, und bei Ausbleiben der Regelblutung sollte an eine Schwangerschaft gedacht werden.
Warum ist eine Eileiterschwangerschaft in dieser Situation besonders wichtig auszuschließen?
Weil unter den seltenen Schwangerschaften trotz Spirale der Anteil an Eileiterschwangerschaften erhöht ist, die unbehandelt gefährlich werden können.
Muss die Spirale bei einer Schwangerschaft entfernt werden?
Wenn die Rückholfäden erreichbar sind, wird eine frühe Entfernung meist empfohlen, weil sie das Risiko für Fehlgeburt und Infektion senkt.
Kann trotz liegender Spirale ein gesundes Kind geboren werden?
Ja, besonders nach rechtzeitiger Entfernung verlaufen viele Schwangerschaften unauffällig, sie werden aber engmaschig überwacht.
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