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Psyche & Nervensystem

Schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch

Die schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch, ist eine Unterform der schizoaffektiven Störung, bei der in der aktuellen Krankheitsepisode manische Symptome wie deutlich gehobene oder gereizte Stimmung, gesteigerter Antrieb und vermindertes Schlafbedürfnis gemeinsam mit charakteristischen psychotischen Symptomen wie Wahnvorstellungen oder Sinnestäuschungen auftreten. Kennzeichnend für die schizoaffektive Störung insgesamt ist, dass sowohl affektive als auch schizophrenietypische Symptome innerhalb derselben Krankheitsepisode etwa gleich stark ausgeprägt sind, ohne dass sich die Episode eindeutig einer reinen manischen Episode oder einer eigenständigen schizophrenen Erkrankung zuordnen lässt. Die Unterform "gegenwärtig manisch" beschreibt dabei speziell den aktuellen Zustand, in dem die manische Symptomatik das klinische Bild der Episode bestimmt.

Ursachen

Die Ursachen der schizoaffektiven Störung mit gegenwärtig manischer Ausprägung werden, wie bei der schizoaffektiven Störung insgesamt, als Zusammenspiel genetischer, neurobiologischer und umweltbedingter Faktoren verstanden. Eine familiäre Häufung sowohl von schizophrenen als auch von affektiven Störungen erhöht das Risiko, was auf gemeinsame genetische Grundlagen hindeutet. Neurobiologisch werden Veränderungen im Botenstoffhaushalt des Gehirns vermutet, die sowohl die Stimmungsregulation als auch die Wahrnehmungsverarbeitung betreffen. Belastende Lebensereignisse, chronischer Stress sowie Substanzkonsum können als auslösende oder verstärkende Faktoren für das Auftreten einer akuten Episode wirken. Warum sich bei einer bestimmten Episode speziell die manische Ausprägung mit begleitenden psychotischen Symptomen zeigt, ist individuell unterschiedlich und hängt vermutlich mit einem komplexen Zusammenspiel biologischer Vulnerabilität und aktueller Belastungsfaktoren zusammen.

Symptome

Im Vordergrund der Episode stehen typische manische Symptome wie eine deutlich gehobene, expansive oder reizbare Stimmung, gesteigerter Antrieb und Aktivität, vermindertes Schlafbedürfnis, gesteigertes Selbstwertgefühl bis hin zu Größenideen sowie ein erhöhtes Rededrang. Gleichzeitig zeigen sich charakteristische psychotische Symptome, etwa Wahnvorstellungen, die inhaltlich auch außerhalb einer rein gehobenen Stimmungslage bestehen können, sowie Sinnestäuschungen wie akustische Halluzinationen. Die Kombination aus starker Antriebssteigerung und psychotischen Symptomen kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Urteils- und Kritikfähigkeit führen, wodurch Betroffene mitunter riskante Entscheidungen treffen oder sich in Konflikte mit ihrem sozialen Umfeld begeben. Die Ausprägung und Intensität der Symptome kann innerhalb der Episode stark schwanken.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine ausführliche psychiatrische Untersuchung, in der sowohl die affektive Symptomatik als auch mögliche psychotische Merkmale sorgfältig erfasst werden. Entscheidend für die Diagnose ist, dass manische und psychotische Symptome innerhalb derselben Krankheitsepisode etwa gleichzeitig und in vergleichbarer Ausprägung auftreten, sodass sich die Episode nicht eindeutig einer reinen manischen Episode ohne psychotische Symptome oder einer rein schizophrenen Störung zuordnen lässt. Eine sorgfältige Verlaufsbeobachtung sowie die Erhebung der Krankengeschichte sind wichtig, um die schizoaffektive Störung von anderen psychotischen und affektiven Erkrankungen abzugrenzen. Auch der Ausschluss organischer Ursachen sowie substanzbedingter Zustände ist Bestandteil der diagnostischen Abklärung.

Behandlung

Die Behandlung der schizoaffektiven Störung mit gegenwärtig manischer Ausprägung erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung. Zum Einsatz kommen üblicherweise Medikamente, die sowohl auf die psychotischen als auch auf die manischen Symptome wirken, häufig in Kombination mit stimmungsstabilisierenden Wirkstoffen. In akuten, schweren Episoden kann eine stationäre Behandlung notwendig sein, insbesondere wenn die Urteilsfähigkeit stark beeinträchtigt ist oder eine Selbst- oder Fremdgefährdung besteht. Nach Abklingen der akuten Symptomatik ist eine begleitende Psychotherapie wichtig, um den Umgang mit der Erkrankung zu erlernen, Frühwarnzeichen künftiger Episoden zu erkennen und die Behandlungstreue zu unterstützen. Eine kontinuierliche fachärztliche Begleitung ist auch in stabileren Phasen zur Rückfallprophylaxe von großer Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der schizoaffektiven Störung ist typischerweise episodisch, wobei sich Phasen mit ausgeprägter Symptomatik mit Phasen relativer Stabilität abwechseln können. Die Prognose einer einzelnen manischen Episode mit psychotischen Symptomen ist bei konsequenter Behandlung häufig günstig, viele Betroffene erreichen eine deutliche Rückbildung der akuten Symptomatik. Da die schizoaffektive Störung jedoch zu wiederkehrenden Episoden neigt, ist eine langfristige, kontinuierliche Behandlung und Rückfallprophylaxe von großer Bedeutung, um erneute Episoden zu verhindern oder frühzeitig abzumildern. Die langfristige Prognose ist individuell unterschiedlich und hängt wesentlich von der Behandlungstreue, der Stabilität des sozialen Umfelds sowie der frühzeitigen Erkennung von Warnzeichen künftiger Episoden ab.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die schizoaffektive Störung von einer reinen manischen Episode?

Bei der schizoaffektiven Störung treten zusätzlich zu den manischen Symptomen charakteristische psychotische Symptome wie Wahnvorstellungen auf, die nicht allein durch die gehobene Stimmungslage erklärbar sind.

Kann sich die Ausprägung im Krankheitsverlauf ändern?

Ja, bei manchen Betroffenen wechseln sich manische, depressive und gemischte Episoden im Verlauf der Erkrankung ab, weshalb die Bezeichnung "gegenwärtig manisch" den aktuellen Zustand beschreibt.

Ist eine stationäre Behandlung immer notwendig?

Nicht immer, bei ausgeprägter Symptomatik mit stark beeinträchtigter Urteilsfähigkeit oder Gefährdung ist eine stationäre Behandlung jedoch häufig sinnvoll oder notwendig.

Wie wichtig ist die Behandlung in symptomfreien Phasen?

Eine kontinuierliche Behandlung und fachärztliche Begleitung auch in stabilen Phasen ist wichtig, um das Risiko erneuter Episoden zu verringern und Frühwarnzeichen rechtzeitig zu erkennen.

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