Pterygium (Flügelfell)
Das Pterygium, im Deutschen auch als Flügelfell bezeichnet, ist eine gutartige, dreieckige Gewebewucherung der Bindehaut, die typischerweise vom inneren Augenwinkel her über die weiße Lederhaut in Richtung der durchsichtigen Hornhaut wächst und dieser dabei mitunter zunehmend aufwächst. Der Name Flügelfell beschreibt die charakteristische, an einen Flügel erinnernde Form dieser Gewebewucherung. Ein Pterygium entsteht durch eine chronische Reizung der Augenoberfläche, wobei langjährige Einwirkung von ultraviolettem Sonnenlicht, Wind und Staub als wichtigste begünstigende Faktoren gelten, weshalb die Erkrankung besonders häufig bei Menschen vorkommt, die viel Zeit im Freien in sonnigen, trockenen oder staubigen Regionen verbringen. Während ein Pterygium in seinen Anfangsstadien meist nur eine kosmetische Beeinträchtigung darstellt, kann es bei fortschreitendem Wachstum auf die Hornhaut übergreifen und dadurch das Sehvermögen beeinträchtigen.
Ursachen
Die Entstehung eines Pterygiums wird auf eine chronische Reizung und UV-bedingte Schädigung der Bindehaut zurückgeführt, wobei langjährige, intensive Sonnenlichtexposition, insbesondere in Regionen mit hoher UV-Strahlung, als wichtigster Risikofaktor gilt. Auch chronische Reizungen durch trockene, staubige oder windige Umgebungsbedingungen können die Entstehung begünstigen, weshalb Menschen mit bestimmten beruflichen Tätigkeiten im Freien, etwa in der Landwirtschaft oder im Baugewerbe, sowie Bewohner sonnenreicher Regionen besonders häufig betroffen sind. Eine familiäre Veranlagung wird ebenfalls diskutiert, wobei die genauen genetischen Zusammenhänge nicht vollständig geklärt sind. Auch eine chronisch trockene Augenoberfläche kann die Entstehung eines Pterygiums begünstigen, da eine gestörte Schutzfunktion des Tränenfilms die Bindehaut anfälliger für die schädigende Wirkung von UV-Strahlung und Umweltreizen macht.
Symptome
Im Frühstadium verursacht ein Pterygium häufig keine oder nur geringe Beschwerden und fällt vor allem durch die sichtbare, dreieckige, leicht erhabene Gewebewucherung am inneren Augenwinkel auf, die von Betroffenen zunächst meist nur als kosmetisch störend wahrgenommen wird. Im weiteren Verlauf können ein Fremdkörpergefühl, eine leichte Rötung sowie ein gelegentliches Brennen oder Trockenheitsgefühl des betroffenen Auges hinzukommen, insbesondere bei zusätzlicher Reizung durch Wind, Staub oder trockene Luft. Wächst das Pterygium weiter in Richtung der Hornhautmitte, kann es durch eine Verziehung der Hornhautoberfläche zu einer zunehmenden Sehverschlechterung durch einen astigmatischen (unregelmäßigen) Brechungsfehler kommen. Bei sehr ausgeprägtem Wachstum, das den zentralen Bereich der Hornhaut erreicht, kann das Sehvermögen erheblich eingeschränkt werden.
Diagnostik
Die Diagnose eines Pterygiums wird in der Regel bereits anhand des charakteristischen klinischen Erscheinungsbildes bei der augenärztlichen Untersuchung mit der Spaltlampe gestellt, bei der die typische dreieckige Form sowie das Ausmaß des Wachstums in Richtung der Hornhaut beurteilt werden können. Eine Messung der Sehschärfe erfasst eine mögliche, durch das Pterygium bedingte Sehverschlechterung. Bei fortgeschrittenem Wachstum kann eine spezielle Vermessung der Hornhautoberfläche (Hornhauttopographie) sinnvoll sein, um das Ausmaß des durch das Pterygium verursachten Astigmatismus genau zu erfassen und den Verlauf über die Zeit zu dokumentieren. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen werden empfohlen, um das Wachstum des Pterygiums über die Zeit zu beobachten und bei Bedarf rechtzeitig eine Behandlung einzuleiten.
Behandlung
Bei einem kleinen, wenig beschwerdeverursachenden Pterygium ist häufig zunächst keine spezifische Behandlung notwendig, sondern eine regelmäßige Verlaufskontrolle sowie ein konsequenter Schutz der Augen vor UV-Strahlung, etwa durch das Tragen einer geeigneten Sonnenbrille, ausreichend. Bei Reizerscheinungen können befeuchtende Augentropfen sowie bei Bedarf kurzfristig entzündungshemmende Augentropfen Linderung verschaffen. Bei einem größeren, fortschreitenden Pterygium mit relevanter Sehbeeinträchtigung oder erheblichem kosmetischem Leidensdruck wird eine operative Entfernung des Gewebes empfohlen, bei der das Pterygium chirurgisch abgetragen und die entstandene Bindehautlücke, häufig mit körpereigenem Bindehautgewebe, verschlossen wird, um das Risiko eines erneuten Wachstums zu verringern. Nach der Operation wird weiterhin ein konsequenter UV-Schutz empfohlen, um ein erneutes Auftreten zu vermeiden.
Verlauf und Prognose
Ein Pterygium wächst meist langsam über Jahre hinweg und bleibt bei einem Teil der Betroffenen über lange Zeit stabil, ohne wesentlich weiter zu fortschreiten, während es bei anderen kontinuierlich in Richtung der Hornhautmitte fortschreitet. Ohne Behandlung kann sich bei fortgeschrittenem Wachstum eine zunehmende, bleibende Sehbeeinträchtigung entwickeln, insbesondere wenn das Pterygium den zentralen, für das scharfe Sehen wichtigen Bereich der Hornhaut erreicht. Nach einer operativen Entfernung ist die Prognose insgesamt gut, wobei ein gewisses Risiko für ein erneutes Wachstum des Pterygiums besteht, das durch modernere Operationsverfahren mit Verwendung von körpereigenem Bindehautgewebe deutlich reduziert werden konnte. Ein konsequenter, dauerhafter Schutz vor UV-Strahlung wird sowohl zur Vorbeugung des erstmaligen Auftretens als auch nach einer operativen Entfernung empfohlen, um die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Wachstums zu senken.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Pterygium (Flügelfell): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum wird ein Pterygium auch Flügelfell genannt?
Weil die dreieckige, vom inneren Augenwinkel her wachsende Gewebewucherung in ihrer Form an einen kleinen Flügel erinnert, was der Erkrankung ihren umgangssprachlichen Namen gegeben hat.
Muss jedes Pterygium operiert werden?
Nein, ein kleines, wenig beschwerdeverursachendes Pterygium erfordert meist nur eine regelmäßige Verlaufskontrolle und konsequenten UV-Schutz. Eine Operation wird vor allem bei relevanter Sehbeeinträchtigung oder erheblichem kosmetischem Leidensdruck empfohlen.
Warum ist Sonnenschutz bei einem Pterygium so wichtig?
Weil langjährige UV-Strahlung als wichtigster begünstigender Faktor für die Entstehung eines Pterygiums gilt und ein konsequenter Schutz sowohl das Fortschreiten verlangsamen als auch nach einer Operation ein erneutes Wachstum verringern kann.
Kann ein Pterygium nach der Operation erneut auftreten?
Ja, ein gewisses Risiko für ein erneutes Wachstum besteht, wurde jedoch durch modernere Operationstechniken mit Verwendung körpereigenen Bindehautgewebes deutlich reduziert.
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