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Weitere Notfälle

Pseudokrupp (Krupp-Anfall)

Pseudokrupp ist eine meist virusbedingte Entzündung im Bereich des Kehlkopfs, die typischerweise bei Kleinkindern auftritt und sich durch plötzlichen, bellenden Husten sowie pfeifende Einatemgeräusche äußert — oft mitten in der Nacht und für Eltern sehr beängstigend, in den meisten Fällen aber gut beherrschbar.

Typischer Verlauf

Der Anfall beginnt häufig ohne Vorwarnung nachts: Das Kind wacht mit bellendem, „wie ein Seehund“ klingendem Husten auf, atmet hörbar pfeifend ein (Stridor) und wirkt ängstlich. Oft ging tagsüber bereits ein leichter Schnupfen oder Husten voraus. Die Beschwerden sind nachts meist stärker als tagsüber.

Die wichtigste Sofortmaßnahme: beruhigen

Aufregung und Weinen verstärken die Verengung der Atemwege und verschlimmern die Symptome — deshalb ist ruhiges, sicheres Auftreten der Eltern die wichtigste Erstmaßnahme. Das Kind aufrecht hinsetzen oder auf den Arm nehmen, beruhigend zusprechen, kühle, feuchte Luft anbieten — etwa am geöffneten Fenster oder im Bad mit kaltem Wasserdampf (nicht heißem Dampf, der die Schleimhaut zusätzlich reizen kann).

Was noch helfen kann

Manche Kinder profitieren von kühler Außenluft — kurz ans offene Fenster oder kurz nach draußen. Ausreichend, aber in kleinen Schlucken trinken lassen. Ärztlich verordnete Notfallzäpfchen mit Kortison, sofern vom Kinderarzt/von der Kinderärztin für einen bekannten Pseudokrupp verschrieben, nach Anleitung einsetzen.

Wann Notruf 112?

Bei zunehmender Atemnot, die sich nicht innerhalb kurzer Zeit bessert, bläulichen Lippen, sichtbaren Einziehungen zwischen den Rippen beim Atmen, starkem Speichelfluss mit Schluckunfähigkeit, hohem Fieber mit sehr krankem Erscheinungsbild oder wenn das Kind erschöpft wirkt, sofort den Notruf wählen.

Wiederkehrende Anfälle und Vorbeugung

Pseudokrupp neigt dazu, bei manchen Kindern wiederholt aufzutreten, besonders in der kälteren Jahreszeit — betroffene Familien besprechen mit der kinderärztlichen Praxis oft im Voraus einen Notfallplan (z. B. bereitliegende Notfallmedikation), damit im akuten Fall schnell reagiert werden kann.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Ist Pseudokrupp dasselbe wie der historische „echte“ Krupp?

Nein — der frühere „echte“ Krupp bei Diphtherie ist durch Impfungen in Deutschland extrem selten geworden. Der heute gemeinte Pseudokrupp wird meist durch harmlosere Viren ausgelöst und verläuft in aller Regel deutlich milder.

Hilft kalte oder warme Luft besser?

Kühle, feuchte Luft wird meist als lindernd empfunden — anders als bei vielen anderen Atemwegserkrankungen wird bei Pseudokrupp häufig eher von warmem, trockenem Dampf abgeraten und kühle Luft (Fenster öffnen, kurz nach draußen) empfohlen.

Braucht jedes Kind mit Pseudokrupp Antibiotika?

Nein — die Ursache ist in der Regel viral, Antibiotika wirken hier nicht. Behandelt wird symptomatisch, bei Bedarf mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Kortison.

Ab welchem Alter tritt Pseudokrupp typischerweise auf?

Am häufigsten zwischen etwa sechs Monaten und sechs Jahren, mit einem Schwerpunkt im Kleinkindalter — je enger die Atemwege, desto ausgeprägter wirken sich Schwellungen aus.

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