Trichterbrust
Die Trichterbrust, fachsprachlich Pectus excavatum, ist die häufigste angeborene Fehlbildung des vorderen Brustkorbs, bei der das Brustbein und die angrenzenden Rippenknorpel trichterförmig nach innen eingesunken sind. Die Fehlbildung fällt häufig bereits im Säuglingsalter auf, kann sich aber auch erst während des pubertären Wachstumsschubs deutlicher ausprägen.
Ursachen
Die genaue Ursache der Trichterbrust ist nicht abschließend geklärt. Man vermutet ein übermäßiges oder ungleichmäßiges Wachstum der Rippenknorpel, die das Brustbein dadurch nach innen drücken. Eine erbliche Veranlagung spielt eine Rolle, da die Fehlbildung in manchen Familien gehäuft auftritt, gelegentlich auch im Zusammenhang mit bestimmten Bindegewebserkrankungen wie dem Marfan-Syndrom.
Symptome
Im Vordergrund steht die sichtbare, trichterförmige Einsenkung des Brustbeins, die bei den meisten Betroffenen keine körperlichen Beschwerden verursacht, jedoch häufig zu einer erheblichen psychischen Belastung durch das veränderte äußere Erscheinungsbild führt. Bei ausgeprägten Formen kann es durch die Einengung von Herz und Lunge zu einer verminderten körperlichen Belastbarkeit, Kurzatmigkeit bei Anstrengung oder gelegentlichen Herzrhythmusstörungen kommen.
Diagnostik
Die Diagnose wird bereits durch die körperliche Untersuchung und das charakteristische äußere Erscheinungsbild gestellt. Zur Einschätzung des Schweregrads und einer möglichen Beeinträchtigung von Herz und Lunge werden eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie des Brustkorbs, eine Lungenfunktionsprüfung sowie eine Herzultraschalluntersuchung durchgeführt, insbesondere wenn eine operative Behandlung erwogen wird.
Behandlung
Bei leichten, beschwerdefreien Formen ohne wesentliche Beeinträchtigung von Herz oder Lunge ist häufig keine Behandlung notwendig. Bei ausgeprägter Fehlbildung mit Beschwerden oder erheblichem Leidensdruck kann eine minimalinvasive Operation (Nuss-Verfahren) durchgeführt werden, bei der eine gebogene Metallstange von innen das Brustbein anhebt und für etwa zwei bis drei Jahre in Position hält, bevor sie wieder entfernt wird.
Verlauf und Prognose
Bei den meisten Betroffenen bleibt die Trichterbrust ein rein kosmetisches Problem ohne Einfluss auf die Lebenserwartung. Nach einer erfolgreichen operativen Korrektur bessern sich sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch, bei zuvor beeinträchtigten Patienten, die körperliche Belastbarkeit meist deutlich. Ohne Behandlung bleibt die Fehlstellung in aller Regel lebenslang bestehen, ohne sich wesentlich zu verschlechtern.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Trichterbrust: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Muss jede Trichterbrust operiert werden?
Nein, bei leichten, beschwerdefreien Formen ist häufig keine Behandlung notwendig; eine Operation wird vor allem bei Beschwerden oder erheblichem Leidensdruck erwogen.
Kann die Trichterbrust das Herz beeinträchtigen?
Bei ausgeprägten Formen kann die Einengung des Brustraums Herz und Lunge in ihrer Funktion beeinträchtigen, was vor einer möglichen Operation genau untersucht wird.
Wie lange bleibt die Metallstange nach der Operation im Körper?
In der Regel etwa zwei bis drei Jahre, danach wird sie in einem kleinen Folgeeingriff wieder entfernt.
Verschlechtert sich die Trichterbrust im Erwachsenenalter?
Meist bleibt die Fehlstellung ohne Behandlung im Erwachsenenalter weitgehend stabil, eine deutliche Verstärkung tritt am ehesten während des pubertären Wachstumsschubs auf.
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