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Frauengesundheit

Ovarielle Dysfunktion

Als ovarielle Dysfunktion wird eine gestörte Funktion der Eierstöcke bezeichnet, die sowohl die zyklische Freisetzung von Eizellen als auch die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron betreffen kann. Da die Eierstöcke über einen fein abgestimmten hormonellen Regelkreis mit dem Gehirn und der Hirnanhangdrüse in Verbindung stehen, kann eine Funktionsstörung sowohl direkt in den Eierstöcken selbst als auch durch eine Störung dieser übergeordneten Steuerung entstehen. Die möglichen Auswirkungen reichen von unregelmäßigen oder ausbleibenden Regelblutungen über Fruchtbarkeitsstörungen bis hin zu Beschwerden, die durch einen Mangel oder ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone entstehen, etwa Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen. Die Ursachen einer ovariellen Dysfunktion sind sehr vielfältig und reichen von hormonellen Störungen über genetische Ursachen bis hin zu äußeren Einflüssen wie starkem Untergewicht oder übermäßigem Sport.

Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen einer ovariellen Dysfunktion zählt das polyzystische Ovarialsyndrom, bei dem ein hormonelles Ungleichgewicht zu unregelmäßigem Eisprung und weiteren Beschwerden führt. Auch eine vorzeitige Erschöpfung der Eizellreserve, die sogenannte primäre Ovarialinsuffizienz, kann bereits vor dem 40. Lebensjahr zu einer eingeschränkten Eierstockfunktion führen und hat unterschiedliche Ursachen, darunter genetische Faktoren, Autoimmunerkrankungen sowie Folgen einer Chemotherapie oder Bestrahlung. Störungen der übergeordneten hormonellen Steuerung durch die Hirnanhangdrüse oder den Hypothalamus, etwa infolge von starkem Stress, extremem Untergewicht, intensivem Leistungssport oder bestimmten Hirnanhangdrüsenerkrankungen, können die Eierstockfunktion ebenfalls erheblich beeinträchtigen. Weitere Ursachen sind Schilddrüsenfunktionsstörungen, eine erhöhte Produktion des Hormons Prolaktin sowie, seltener, entzündliche oder tumoröse Veränderungen der Eierstöcke selbst.

Symptome

Die Beschwerden hängen stark von der zugrunde liegenden Ursache und dem Ausmaß der Funktionsstörung ab. Häufig stehen Zyklusstörungen im Vordergrund, die sich als unregelmäßige, ausbleibende oder ungewöhnlich starke beziehungsweise schwache Regelblutungen äußern können. Bei einer ausgeprägten Störung der Eizellreifung oder des Eisprungs kann sich ein unerfüllter Kinderwunsch als führendes Symptom zeigen. Ein relevanter Mangel an Östrogen, etwa bei vorzeitiger Erschöpfung der Eizellreserve, kann zusätzlich Beschwerden auslösen, die den typischen Wechseljahresbeschwerden ähneln, darunter Hitzewallungen, Schlafstörungen, Scheidentrockenheit und Stimmungsschwankungen. Bei hormonellen Störungen wie dem polyzystischen Ovarialsyndrom können zusätzlich Symptome eines relativen Überschusses männlicher Hormone auftreten, etwa vermehrte Körperbehaarung, Akne oder eine Gewichtszunahme.

Diagnostik

Die Abklärung einer ovariellen Dysfunktion beginnt mit einer ausführlichen Anamnese des Zyklusverhaltens, möglicher Kinderwunschprobleme sowie begleitender Beschwerden. Blutuntersuchungen zur Bestimmung der weiblichen Geschlechtshormone, der Hormone der Hirnanhangdrüse sowie gegebenenfalls der Schilddrüsen- und Prolaktinwerte helfen, die zugrunde liegende Ursache einzugrenzen. Eine Bestimmung des sogenannten Anti-Müller-Hormons kann Hinweise auf die verbliebene Eizellreserve geben. Eine gynäkologische Ultraschalluntersuchung erlaubt die Beurteilung der Eierstöcke, etwa im Hinblick auf das für das polyzystische Ovarialsyndrom typische Erscheinungsbild oder auf strukturelle Veränderungen. Je nach vermuteter Ursache können ergänzend genetische Untersuchungen, eine Bildgebung der Hirnanhangdrüse oder weitere spezialisierte hormonelle Funktionstests erforderlich sein.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich vollständig nach der zugrunde liegenden Ursache und dem individuellen Beschwerdebild sowie einem eventuell bestehenden Kinderwunsch. Bei hormonellen Störungen wie dem polyzystischen Ovarialsyndrom kommen je nach Zielsetzung unterschiedliche hormonelle Behandlungen zum Einsatz, etwa zur Zyklusregulation oder zur Unterstützung des Eisprungs bei Kinderwunsch. Bei einem relevanten Östrogenmangel, etwa infolge einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz, wird häufig eine Hormonersatztherapie empfohlen, um Beschwerden zu lindern und langfristigen gesundheitlichen Folgen eines Östrogenmangels, etwa einem erhöhten Osteoporoserisiko, vorzubeugen. Liegt der Funktionsstörung eine äußere Ursache wie starkes Untergewicht oder übermäßiger Leistungssport zugrunde, steht die Normalisierung dieser Faktoren im Vordergrund der Behandlung. Bei Kinderwunsch und ausgeprägter Fruchtbarkeitsstörung können reproduktionsmedizinische Verfahren in Betracht gezogen werden.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf und die Prognose hängen wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache ab. Funktionsstörungen, die durch äußere Faktoren wie starken Gewichtsverlust oder Stress bedingt sind, bilden sich nach Behebung dieser Faktoren häufig gut zurück, während chronische hormonelle Erkrankungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom meist eine langfristige Behandlung erfordern. Eine vorzeitige Erschöpfung der Eizellreserve ist in der Regel nicht rückgängig zu machen, lässt sich jedoch durch eine angepasste Hormonbehandlung hinsichtlich der Beschwerden gut lindern. Bei Kinderwunsch hängt die Prognose stark von der zugrunde liegenden Ursache und dem Alter der betroffenen Frau ab, wobei viele Fruchtbarkeitsstörungen im Rahmen einer ovariellen Dysfunktion heute erfolgreich behandelt werden können. Eine frühzeitige Abklärung und Behandlung trägt wesentlich dazu bei, sowohl Beschwerden zu lindern als auch mögliche Fruchtbarkeits- und langfristige Gesundheitsrisiken zu minimieren.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist die häufigste Ursache einer ovariellen Dysfunktion?

Das polyzystische Ovarialsyndrom zählt zu den häufigsten Ursachen und geht mit einem hormonellen Ungleichgewicht einher, das den Eisprung und den Zyklus beeinträchtigt.

Ist eine vorzeitige Erschöpfung der Eizellreserve rückgängig zu machen?

Nein, eine primäre Ovarialinsuffizienz ist in der Regel nicht umkehrbar, die damit verbundenen Beschwerden lassen sich jedoch durch eine angepasste Hormonbehandlung gut lindern.

Kann übermäßiger Sport die Eierstockfunktion beeinträchtigen?

Ja, intensiver Leistungssport, insbesondere in Kombination mit niedrigem Körpergewicht, kann die übergeordnete hormonelle Steuerung der Eierstockfunktion stören und zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Regelblutungen führen.

Welche Untersuchungen helfen bei der Abklärung einer ovariellen Dysfunktion?

In erster Linie Blutuntersuchungen der relevanten Hormone sowie eine gynäkologische Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke; je nach vermuteter Ursache können weitere spezialisierte Untersuchungen ergänzt werden.

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