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Psyche & Nervensystem

Organische emotional labile (asthenische) Störung

Die organische emotional labile, auch asthenische Störung genannt, ist eine psychische Störung, die als direkte Folge einer nachweisbaren körperlichen Erkrankung oder Schädigung des Gehirns auftritt, etwa nach Schlaganfällen, Schädel-Hirn-Traumata, Gehirnentzündungen oder im Rahmen chronischer körperlicher Erkrankungen mit Beteiligung des Nervensystems. Charakteristisch ist eine ausgeprägte emotionale Labilität mit rasch wechselnder, oft unangemessen erscheinender Gefühlsäußerung, verbunden mit einer erhöhten Ermüdbarkeit sowie verschiedenen unangenehmen körperlichen Missempfindungen wie Schwindel oder Kopfschmerzen. Im Unterschied zu vielen anderen psychischen Störungen dieses Fachgebiets liegt der organischen emotional labilen Störung eine klar identifizierbare organische Ursache zugrunde, was sowohl für die Diagnostik als auch für die Behandlung von zentraler Bedeutung ist.

Ursachen

Die organische emotional labile Störung entsteht als direkte Folge einer nachweisbaren Schädigung oder Erkrankung des Gehirns beziehungsweise des zentralen Nervensystems. Häufige zugrunde liegende Ursachen sind Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumata, entzündliche Erkrankungen des Gehirns, degenerative neurologische Erkrankungen sowie bestimmte chronische körperliche Erkrankungen, die das Nervensystem in Mitleidenschaft ziehen können. Die zugrunde liegende Schädigung beeinträchtigt vermutlich Hirnregionen und -netzwerke, die an der Regulation von Emotionen sowie der Steuerung von Energie und Erschöpfung beteiligt sind, wodurch es zu der charakteristischen emotionalen Labilität und erhöhten Ermüdbarkeit kommt. Die genaue Ausprägung der Symptomatik hängt von Lokalisation und Ausmaß der zugrunde liegenden organischen Schädigung ab.

Symptome

Kennzeichnend für die organische emotional labile Störung ist eine ausgeprägte emotionale Labilität, bei der Betroffene rasch und oft unvorhersehbar zwischen verschiedenen Gefühlszuständen wechseln, etwa zwischen Weinen und Lachen, ohne dass dies immer der jeweiligen Situation angemessen erscheint. Häufig besteht zudem eine deutlich erhöhte Ermüdbarkeit, die bereits bei geringer geistiger oder körperlicher Anstrengung auftritt und sich auch nach Ruhephasen nur unzureichend bessert. Begleitend treten häufig verschiedene unangenehme körperliche Missempfindungen auf, etwa Schwindel, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Viele Betroffene erleben zusätzlich eine gesteigerte Reizbarkeit sowie Schwierigkeiten, ihre Emotionen willentlich zu kontrollieren, was für sie selbst und ihr Umfeld häufig belastend ist.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfordert den Nachweis einer zugrunde liegenden körperlichen Erkrankung oder Schädigung des Gehirns, üblicherweise durch neurologische Untersuchung sowie bildgebende Verfahren des Gehirns, ergänzt durch weitere Untersuchungen je nach vermuteter Grunderkrankung. Entscheidend für die Diagnose ist der plausible zeitliche und ursächliche Zusammenhang zwischen der organischen Schädigung und der charakteristischen emotionalen Labilität sowie der erhöhten Ermüdbarkeit. Eine sorgfältige Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen, etwa einer Depression oder Angststörung, die ebenfalls mit emotionaler Labilität und Erschöpfung einhergehen können, jedoch ohne einen direkten organischen ursächlichen Zusammenhang, ist wichtiger Bestandteil der diagnostischen Abklärung. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Neurologie und Psychiatrie unterstützt die umfassende Diagnostik.

Behandlung

Die Behandlung der organischen emotional labilen Störung richtet sich zunächst nach der Behandlung der zugrunde liegenden organischen Erkrankung, soweit diese behandelbar ist. Ergänzend können psychotherapeutische Ansätze hilfreich sein, um Betroffenen den Umgang mit der emotionalen Labilität und der erhöhten Erschöpfbarkeit zu erleichtern sowie Strategien zur Bewältigung des veränderten emotionalen Erlebens zu entwickeln. Auch die Aufklärung und Einbindung des sozialen Umfelds ist wichtig, damit Angehörige die oft unwillkürlichen und nicht immer situationsangemessenen emotionalen Reaktionen besser verstehen und angemessen darauf reagieren können. Eine schrittweise, individuell angepasste Aktivitätssteigerung unter Berücksichtigung der erhöhten Ermüdbarkeit sowie ausreichende Erholungsphasen sind ebenfalls wichtige Bestandteile der Behandlung.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der organischen emotional labilen Störung hängt maßgeblich vom Verlauf der zugrunde liegenden organischen Erkrankung oder Schädigung ab. Bei rückbildungsfähigen oder gut behandelbaren Grunderkrankungen kann sich auch die emotionale Labilität und Erschöpfbarkeit im Zeitverlauf deutlich bessern. Bei chronischen oder fortschreitenden zugrunde liegenden Erkrankungen bleibt die Symptomatik hingegen häufig über einen längeren Zeitraum oder dauerhaft bestehen. Mit einer angemessenen Behandlung der Grunderkrankung, unterstützender psychotherapeutischer Begleitung sowie einem verständnisvollen sozialen Umfeld lässt sich die Belastung durch die Symptomatik jedoch häufig deutlich reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet diese Störung von anderen psychischen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen?

Bei dieser Störung liegt eine klar nachweisbare körperliche Erkrankung oder Schädigung des Gehirns als direkte Ursache vor, was bei vielen anderen psychischen Erkrankungen nicht der Fall ist.

Welche Erkrankungen können diese Störung auslösen?

Häufige Ursachen sind Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumata, entzündliche Erkrankungen des Gehirns sowie bestimmte degenerative neurologische oder chronische körperliche Erkrankungen mit Beteiligung des Nervensystems.

Können Betroffene ihre emotionalen Reaktionen willentlich kontrollieren?

Die emotionale Labilität wird häufig als unwillkürlich und nur eingeschränkt kontrollierbar erlebt, was für Betroffene und ihr Umfeld belastend sein kann.

Bessert sich die Symptomatik mit der Zeit?

Dies hängt stark vom Verlauf der zugrunde liegenden organischen Erkrankung ab; bei rückbildungsfähigen Grunderkrankungen kann sich auch die Symptomatik deutlich bessern.

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